Samstag, 18. November 2017

Bürgertag: Informationen zur Stadtentwicklung

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Guten Tag!

Ladenburg, 29. März 2010. Hinterher soll niemand sagen, er hätte es nicht gewusst. Die Stadt kommuniziert offen und transparent ihre Finanzlage – das Interesse am Bürgertag war angesichts eines trockenen Themas gut, aber nicht überwältigend.

Von Sabine Prothmann

Fünf Punkte stehen auf der Agenda der Stadtentwicklung: Die Altstadtsanierung, die Freiflächenentwicklung/Grünprojekt, den Einzelhandel und die Flächenkonversion.

André Rehmsmeier, Leiter des Bauamts von Ladenburg, präsentierte beim Bürgertag in seinem Vortrag diese „Bausteine der Stadtentwicklung“.

„Unter Flächenkonversion versteht man eine neue Nutzung frei werdender Flächen“, Rehmsmeier.

Altstadtsanierung.

Die Altstadtsanierung habe in Ladenburg in den vergangenen 40 Jahren eine große Bedeutung gehabt. Man befände sich im Moment im 3. Sanierungsgebiet, aktuell die Sanierung der Stadteingänge, die zum Ende 2010 abgeschlossen sein soll und mit bis zu 60 Prozent bezuschusst wurde. Dennoch sei nach wie Sanierungsbedarf, den man auch zu fördern versuche.

Mit dem Grünprojekt, auch „kleine Gartenschau“ genannt, habe man einen grünen Ring um die Stadt gezogen, der nachhaltig wirke. Auch bei knappem Haushalt müsse man diesen Baustein weiter unterstützen und vorantreiben. Rehmsmeier bezeichnet dies als weichen Standortfaktor bei Zuzügen.

Da man davon ausgehen könnte, dass in der Bevölkerungsentwicklung kein Riesenwachstum mehr zu erwarten sei, liege der Fokus auf der Innenentwicklung von Baugebieten. So habe man sich zunächst die Baulücken angeschaut und insgesamt 18 entdeckt, davon liegen drei Grundstücke in städtischer Hand.

Eine weitere Innenentwicklung ist in dem Gebiet „Benz & Söhne“ vorgesehen, hier sollen auf 26 Grundstücken 36 neue Wohneinheiten entstehen.

Neue Wohngebiete.

Als ein weiteres städtebauliches Entwicklungsziel nannte Rehmsmeier die Weststadt. Auf 6,5 Hektar soll hier, östlich und westlich der Benzstraße, ein Wohngebiet und Mischgebiet verwirklicht werden.

Weitere Baugebiete sind in der Nordstadt vorgesehen. Stufe I weist 2015 brutto rund 25 Hektar Bauland aus, die Stufe II bis 2010 rund 36 Hektar. Die Entwicklung dieser Gebiete sei aber stark vom Bevölkerungswachstum abhängig.

Eine näher liegende Frage ist, „was machen wir mit der Fläche der alten Martinsschule“ oder auch mit dem alten Standort der Feuerwehr. Da sei sowohl Wohnfläche als auch Gewerbe möglich. Dazu werde es eine Ausschreibung geben.

Die Erweiterung der Merianrealschule stehe jetzt als nächstes an.

„Horror“ Bahnhof.

Für den kommenden S-Bahn-Anschluss müsse sowohl der Bahnhof als auch der Bahnhofvorplatz umgestaltet werden, „da gibt es einiges zu tun“.

Ein Zuhörer bezeichnete den Bahnhof als Horror. Für Besucher, die hier ankommen, gäbe es weder ein Kiosk noch eine naheliegende Gastronomie. Auch der Weg vom Bahnhof zur Stadt müsse dringend umgestaltet werden.

Ein weiterer Zuhörer wollte wissen, wie die Zeitschiene bezüglich der Entwicklung der Weststadt aussähe.

„Wir sind bald soweit, nächstes Jahr fangen wir dort an zu bauen“, sagte Rehmsmeier.

„Was wünschen Sie sich als Städteplaner?“, war eine weitere Frage.

Langer Gang durch die Gremien.

„Mich stört oft der Zeitfaktor, wie lange wir bis heute brauchen, bis ein Vorhaben durch die Gremien ist“, antworte der Bauamtsleiter. Man habe das Ziel vor Augen, aber die Umsetzung dauere viel zu lange: „Manchmal so lange, dass das Vorhaben bei Fertigstellung schon wieder überholt ist“, sagte Rehmsmeier.

Service:
Ladenburg: Bausteine der Stadtentwicklung. Der Vortrag als PDF.

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.