Freitag, 22. September 2017

Hessische Polizei warnt vor falschen Geb√ľhrenbescheiden

Neue Betrugsmasche im Namen der GEZ

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Rhein-Neckar/Gie√üen, 28. M√§rz 2013. (red/aw) Die hessische Polizei warnt vor gef√§lschten Schreiben im Namen der ehemaligen¬†Geb√ľhreneinzugszentrale (GEZ). In der Hauswurfsendung werden die Empf√§nger aufgefordert, den quartalsm√§√üig f√§lligen Beitrag zu √ľberweisen. Sollten Sie dieser Tage Post vom neuen ARD, ZDF und Deutschlandradio-Beitragsservice erhalten, schauen¬†Sie besser genauer hin! Die Polizei bittet die Bev√∂lkerung um Hinweise zu den Verteilern.

Die Polizei Mittelhessen warnt vor diesen gef√§lschten Schreiben: „√úberweisen Sie nicht.“ (Quelle: Polizeipr√§sidium Mittelhessen)

 

Von Alexandra Weichbrodt

Besonders in Mittelhessen, im Raum Gie√üen, seien in der vergangenen Woche viele gef√§lschte GEZ-Schreiben aufgetaucht, so die Polizei. Die Wurfsendungen seien √§u√üerst „professionell erstellt und t√§uschend echt aussehend“ warnt das Polizeipr√§sidium Mittelhessen. Mehrere Strafanzeigen liegen bereits vor, unter anderem auch von dem vermeintlichen Absender, der Geb√ľhreneinzugszentrale in K√∂ln.

In dem Schreiben wird¬†um die quartalsm√§√üig f√§llige Beitrags√ľberweisung auf ein Berliner Konto gebeten. Der Brief, mit dem Adressat an¬†„An alle privaten Haushalte im Beitragsgebiet Deutschland“, beinhaltet sogar bereits¬†den √úberweisungstr√§ger samt Beleg f√ľr den Einzahler. Der angebliche „Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio“ will im Text glauben machen

durch Umstellung der Rundfunkgeb√ľhr auf den Rundfunkbeitrag haben wir, zum 1. Januar 2013, das Zahlungs-System und die Konto-Daten ge√§ndert. Sie haben eine neue Betragsnummer zugewiesen bekommen. Bitte zahlen Sie die kommenden Betr√§ge unter Angabe der Beitragskonto-Nr. ….., auf das Konto ….., bei der Landesbank Berlin …. Wir bitten sie daher, die Rundfunkbeitr√§ge f√ľr den Zeitraum April 2013 bis Juni 2013 von 53,94 Euro zu √ľberweisen. Einen Vordruck f√ľr Ihre Zahlung haben wir beigef√ľgt.

Die vermeintliche Echtheit des Schreibens wird durch einen¬†Hinweis¬†auf eine m√∂gliche Befreiung von der Rundfunkbeitragspflicht sogar noch verst√§rkt. Der beigef√ľgte¬†vorgefertigte √úberweisungsschein ist bereits mit den Empf√§ngerdaten und dem √úberweisungsbetrag von 53,94 Euro ausgef√ľllt.

Ein Anruf beim Absender gibt Gewissheit

Den Empf√§nger dieser Zahlung¬†versucht die Kripo nun zu ermitteln. Doch f√ľr¬†viele ist es zu sp√§t, sie haben bereits √ľberwiesen.¬†„Hiesige Geldinstitute haben schon mehrere √úberweisungsvorg√§nge angehalten“,¬†erkl√§rt die Polizei¬†Mittelhessen. Sie bittet nun die Bev√∂lkerung¬†um Hinweise auf die Verteiler der Postwurfsendung. Vermutlich wurde und wird sie nicht √ľber die offizielle Post-Zustellung verteilt, so die Polizei. In einem Fall in Gie√üen am vergangenen Samstag wurden zwei M√§nner gesehen, die die Wurfsendung in die Briefk√§sten verteilten.

Wer hat das Zustellen solcher Briefe beobachtet und kann eventuell Angaben machen zu den Verteilern? Haben diese vielleicht auch Fahrzeuge benutzt? Hinweise erbittet die Kriminalpolizei in Gießen, Tel.: 0641/7006-2555.

Derzeit begrenzen sich die Betrugsf√§lle auf die Region Mittelhessen. Aufgrund der eingeleiteten Ma√ünahmen zur Ermittlung der T√§ter kann es aber sein, dass die Betr√ľger ihr Gebiet ausweiten oder verlegen. Die Polizei warnt davor, eine √úberweisung nach Erhalt des Schreibens zu t√§tigen. Im Zweifel hilft ein Anruf beim Absender – die Telefonnummer ist n√§mlich richtig. Der ARD, ZDF und Deutschlandradio-Beitragsservice wird Ihnen bei einer ordnungsgem√§√üen Rechnung die Zustellung best√§tigen k√∂nnen. In der Regel erfolgt diese aber ohnehin personalisiert und nicht pauschal an „Alle Haushalte“.

√úber Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gr√ľndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Portr√§ts und Reportagen oder macht investigative St√ľcke.