Sonntag, 19. November 2017

Längere Betreuung im „Haus des Kindes“ – Kritik am „Sharing“

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Guten Tag!

Ladenburg, 28. Juni 2010. Ab September 2010 wird die Betreuungszeit im „Haus des Kindes“ von 07:00-16:30 Uhr angeboten, in der Kindertagesstätte (Kita) „Römernest“ gibt es drei Betreuungszeiten. Bei beiden Einrichtungen kann eine „optionale“ Betreuungszeit bis 17:00 Uhr gegen Gebühr in Anspruch genommen werden.

Die Betreuungszeit im Haus des Kindes (Hort an der Schule) wird von Montag bis Freitag um je eine halbe Stunde verlängert. Die Betreuung ist ab dem Hortjahr 2010/11 von 07:00 – 16:30 Uhr gewährleistet – bei Bedarf gegen Gebühr auch bis 17:00 Uhr.

Hortkinder können ab September 2010 von 07:00-16:30 Uhr betreut werden (Anm. d. Red.: Zeiten je Montag-Freitag). Kita-Kinder werden von 07:00-13:30 Uhr, von 07:30-14:00 Uhr oder von 07:00-16:30 Uhr betreut. Für Hort- und Kita-Kinder gibt es zusätzlich ein Betreuungsangebot für eine altersgemischte Gruppe von 16:30-17:00 Uhr. Dafür wird eine Gebühr von 25 Euro fällig

Das erweiterte Angebot nahmen bislang drei Kita-Kinder und vierzehn Grundschulkinder in Anspruch. Ab September 2010 sind zur Zeit ein Kindergartenkind und zehn Grundschulkinder dafür angemeldet – was sich natürlich aber noch verändern kann.

Ab September gilt eine Vereinheitlichung der Gebührensätze für den Hort und die Kita. Die Beitragstabelle des Hort mit bislang sechs Einkommensstufen wird an die fünf Einkommensstufen der Kita angepasst.

Außerdem wird ein „Sharing“ angeboten. Danach können sich Eltern Betreuungszeiten für ihre Kinder teilen. Beispielsweise wird das Kind aus Familie A von Montag bis Mittwoch betreut – ein Kind aus der Familie B von Donnerstag bis Freitag. Die Beiträge werden entsprechend der Betreuungszeiten aufgeteilt.

Hintergrund ist die Anfrage durch Eltern, die Betreuung flexibler zu handhaben. Von Seiten der Stadt habe man darauf reagiert. Bislang gibt es „Sharing“-Anfragen für die Regelzeiten, aber noch keine für die erweiterte Betreuung bis 17:00 Uhr.

GLL-Gemeinderätin Ingrid Dreier bedankte sich für die Zusammenarbeit zwischen Hort und Kita, kritisierte aber: „Die Kinderbetreuung unterliegt eigentlich einem pädagogischen Konzept. Ich lehne ein „Sharing“ deswegen ab.“ Bürgermeister Rainer Ziegler stimmte der Kritik zu: „Das ist pädagogisch sicher keine optimale Lösung – andererseits versuchen wir den Elternwünschen zu entsprechen.“

Die Kritik zielt auf altersgemischte Gruppen und eine hohe Belastung der Erzieherinnen, die bei gleichem Personalstand eine höhere planerische Leistung und mehr Elterngespräche führen müssten.

In der Praxis bedeutet die neue Regelung für Hortkinder, vornehmlich der 1. Klasse, dass diese bei späterem Schulbeginn in der Kita betreut werden. Hortkinder, für die die Schule um 07:30 Uhr beginnt, werden vom Hort in die Schule geschickt, die anderen wechseln bis zu deren Schulbeginn vom Hort in die Kita.

Die Betreuungsentgelte werden zum kommenden Hort-/Kita-Jahr um „moderate“ zehn Prozent angehoben. Für bestehende Verträge gilt eine „Übergangslösung“. Der Gemeinderat nahm die Beschlussvorlage mit zwei Gegenstimmen der GLH an.

Download: Die neuen Gebührensätze.

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Das ladenburgblog

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.