Freitag, 21. September 2018

Einsparungen durch Arbeitsleistungen und Spende der Elternschaft

Kosten im Außenbereich der Merian-Schule liegen 28.560 Euro über Haushaltsplan

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Ladenburg, 26. November 2011. (red/mh) Die Stadt hat sich die Erweiterungs- und Sanierungsarbeiten an der Merian-Realschule viel Geld kosten lassen. Am Schulgebäude selbst ist alles fertig. Jetzt müssen nur noch der Außenanlagen gestaltet werden. Kostenpunkt: 76.160 Euro.

Von Martin Heilmann

76.160 Euro sind allerdings fast 30.000 Euro mehr als für die Baumaßnahmen im Außenbereich der Merian-Realschule im Ladenburger Haushalt für 2011 vorgesehen waren. Die überplanmäßige Belastung wäre sogar noch deutlich höher ausgefallen, brächte die Elternschaft nicht ihre Arbeitsleistung und eine großzügige Spende ein.

In Absprache mit der Planerin für den Außenbereich, Frau Große-Wilde, der Schulleitung und den Elternvertretern konnten Einsparungen und Kürzungen in Höhe von 16.660 Euro erreicht werden.

Aus „Betonsitzblöcken“ werden Holzbänke. Besondere Holzbänke. Diese waren für den Besuch von Papst Benedikt XVI. in Deutschland angeschafft worden. Die Elternschaft stiftet die Bänke der Schule. Außerdem soll etwas an der Bepflanzung der Außenanlagen gespart werden.

Viel Dank, Lob und ein „Vergelt’s Gott“ sprach der Gemeinderat dafür der Elternschaft der Merian-Realschule aus. Unisono.

Rainer Ziegler: „Wie hätten wir das vor zwei Jahren vorhersehen sollen?“

Die sich durchweg ändernden Kostenschätzungen für die noch auszuführenden Maßnahmen im Außenbereich der Realschule erwecken beinahe den Eindruck, man habe es hier nicht mit einer Kalkulation, sondern mit den Unwägbarkeiten eines Aktienmarkts zu tun. Die Preise steigen und fallen.

Aus den ursprünglich vom Ladenburger Büro für Freiraumgestaltung angesetzten 47.000 Euro netto wurden in der Kostenkalkulation für den Außenbereich plötzlich 93.000 Euro. Das führte in der Gemeinderatssitzung am 26. Oktober sogar dazu, dass Bürgermeister Rainer Ziegler den Beschlussantrag zurückzog, einen Vorort-Termin an der Schule einberief und den Antrag jetzt erneut stellen musste.

Karl-Martin Hoffmann (CDU): „Zustimmung mit erhobener Faust“

Zu 100 Prozent glücklich waren die Stadträte mit den immer noch „viel zu hohen Kosten“ dennoch nicht. „Zähneknirschen“, „Zustimmung mit erhobener Faust“, „die zusätzliche Haushaltsbelastung ist uns ein Dorn im Auge“ und es muss deutlich früher „reiner Wein eingeschenkt werden“, so die Äußerungen Karl-Martin Hoffmanns (CDU).

Dabei geht es Hoffmann und anderen Stadträten gar nicht so sehr um die überplanmäßigen Ausgaben an sich. „Die Maßnahmen müssen durchgeführt werden“, sagten unter anderem Gudrun Ruster (FWV) und Wolfgang Luppe (FDP). „Die Brandschutzbestimmungen verlangen die Durchführung der Bauarbeiten.“ An den Kosten für den Fluchtweg kann nicht gespart werden.

Aber die Art und Weise wie das Verfahren durchgeführt und wie die Kostenkalkulationen zustande gekommen sind, ärgerte viele Stadträte. „Überplanmäßige Kostenschätzungen häufen sich in letzter Zeit. „In der Bau- und Aufwandsplanphase muss sich zukünftig unbedingt etwas ändern“, so der Appell Luppes.

SPD schlägt Kostenbegrenzung auf 70.000 Euro vor

Wenn Wolfgang Zahner (SPD) alleine entscheiden dürfte, würde er die Mittel zu Gestaltung der Außenanlagen auf maximal 70.000 Euro beschränken: „Das muss genügen.“ Das wären weitere 7.000 Euro unter dem aktuellen „Kurs“-Höchststand. Sein Vorschlag fand im Gemeinderat aber wenig Zustimmung.

Bürgermeister Zieglers plädierte, die Kostenschätzungen wie vorgelegt zu belassen und zu beschließen.

Vierzehn Ja-Stimmen bei sieben Nein-Stimmen genehmigten die außerplanmäßigen Mittel in Höhe von 28.560 Euro. Der Auftrag geht an die Firma Hensle und Metzger aus Mannheim bei einem festgelegten Auftragsvolumen von 76.160 Euro, die Arbeiten im Außenbereich durchzuführen.

Mit dem geringeren Auftragsvolumen seien die Firmen „gerade noch einverstanden“, gab Ziegler zuvor zu bedenken.

Eigentlich hatten die ja mit 93.000 „kalkuliert“ – erstaunlich, dass solche „Rabatte“ möglich sind.

Die SPD-Fraktion war geschlossen dagegen. Dem schloss sich ein CDU-Stadrat an.