Donnerstag, 20. September 2018

„Drei Atemzüge bis zum Tod“ – Feuerwehr Ladenburg klärt vorbildlich auf und lässt sich begutachten

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Nach Ansicht von FDP-Stadtrat Luppe ein "Neuwagen" - tatsächlich scheidet der Gerätewagen Transport nach 19 Jahren "Dienst" aus.

Ladenburg, 27. September 2011. (red) Der Tag der offenen Tür war einer der „eingerannten“ Tür für die Feuerwehr Ladenburg. Dank bestem Wetter und einer bekanntermaßen sehr zugänglichen Feuerwehrtruppe war die Veranstaltung aus Sicht der Feuerwehr und der Gästge ein voller Erfolg. Vorbildlich war die Aufklärung in Sachen Brandvorsorge.

Von Hardy Prothmann

Eines der ältesten Fahrzeuge der Feuerwehr Ladenburg, den „Gerätewagen Transport“ wollten viele Besucher gerne sehen. Dieses 19 Jahre alte Fahrzeug, das der Stadtrat Wolfgang Luppe wegen des Kilometerstands von rund 30.000 Kilometern als „Neuwagen“ bezeichnet hatte.

Überhaupt war das ein großes Thema in der Feuerwehr und bei allen, die sich für die Feuerwehr interessieren und deren ehrenamtliche Arbeit schätzen. Die Äußerungen mancher Stadträte machte nicht wirklich wütend, sondern sehr enttäuscht: „Die wissen überhaupt nicht, wovon sie reden. Das ist ärgerlich und frustrierend“, hörte man immer wieder.

Auch das Wort „Nikolausliste“ (Stadtrat Hilger, FW) machte die Runde. Manche Äußerungen in der vergangenen Gemeinderatssitzung haben die Feuerwehr schwer getroffen – oder auch nicht. Vielleicht sind deshalb noch mehr Besucher gekommen, aus Solidarität.

Sehr informativ war das Brandschutzmobil des Kreisfeuerwehrverbands Rastatt. Das erst zwei jahre alte Fahrzeug zeigt mobil Brandgefahren sehr eindrücklich. In einer Küche können verschiedene Geräte „entflammt“ werden. Tatsächlich ist es „Disco-Nebel“. Man kann sehr gut sehen, wie sich der Rauch verteilt, „von oben nach unten“, wie der Leiter des Arbeitskreis Brandschutz, Hans Riemer, erklärt.

Konkret gefragt, ist seine Antwort eindeutig: „Wenn es brennt, haben Sie keine Chance mit einem Lappen vor dem Mund. Das gibt es nur im Action-Film. In Wirklichkeit verlieren Sie in einem stark verrauchten Raum nach drei Atemzügen das Bewusstsein und sind so gut wie tot.“ Da gibt es nicht wirklich viel zu diskutieren. Sondern nur zu lernen.

Die Feuerwehren bewerben Rauchmelder: „Im Schlaf bemerken die meisten den tödlichen Rauch nicht. Rauchmelder sind ein absolutes Plus an Sicherheit.“ Dem stimmen auch Kommandant Harald Lange und sein Stellvertreter Ralf Tiemann zu. Da gibt es nichts zu diskutieren, das ist so.

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Volles Haus - viel Information - geselliges Beisammensein. Der Tag der offenen Tür 2011 war ein voller Erfolg.

Mit verschiedenen Vorführungen wurden die Gäste „unterhalten“: Beispielsweise wurden Spraydosen zur Explosion gebracht. Ernüchternd für viele, die sich nicht vorstellen konnten, wie die „Dinger hochgehen“. Leider gibt es immer wieder Jugendliche, die damit rumspielen. Die Folgen können fürchterlich sein.

Der Tag der offenen Tür war hingegen ein voller Erfolg. Das neue Feuerwehrhaus mit dem großzügigen Platz erweist sich als Magnet für die Bevölkerung. Feuerwehr ist nicht nur Einsatz, sondern auch Gemeinschaft.

Übrigens darf der „Neuwagen“ bald nach 19 Jahren aus dem Dienst treten – die Mehrheit des Gemeinderats hat die Anschaffung eines neues Gerätewagens Logistik genehmigt.

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Hoch hinaus zur Menschenrettung: Die Ladenburger Drehleiter.

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Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.