Samstag, 18. November 2017

Die Metropol-Card: Viele Bibliotheken – ein Ausweis!

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Guten Tag!

Ladenburg, 27. Oktober 2010. Unter dem Motto „Viele Bibliotheken – ein Ausweis!“ stiegen am Tag der Bibliotheken, am 25. Oktober, vier weitere Bibliotheken aus der Metropolregion in den Bibliotheksverbund ein. 20 Euro zahlt man fĂĽr die „Metropol-Card“ jährlich und kann damit gleichzeitig neun Bibliotheken nutzen.

Von Sabine Prothmann

Am 24. Oktober 2007, dem Tag der Bibliotheken, wurde in den Stadtbibliotheken von Mannheim und Ludwigshafen die Metropol-Card als gemeinsamer Bibliotheksausweis in der Metropol-Region Rhein-Neckar eingeführt. Im Laufe der nächsten drei Jahre boten diesen Service auch die öffentlichen Bibliotheken von Brühl, Speyer und Frankenthal ihren Lesern an.

Neu dabei sind jetzt auch Heddesheim und Ladenburg

Neu dabei sind jetzt die Stadtbibliothek Ladenburg und die GemeindebĂĽchereien in Heddesheim, Oftersheim und Ketsch.

Und damit können ab sofortüÜber eine Million Medien von den Inhabern der Metropol-Card uneingeschränkt genutzt werden.

Musste man bisher in allen teilnehmenden Bibliotheken JahresgebĂĽhren bezahlen, bekommt man das gesamte Angebot jetzt fĂĽr 20 Euro im Jahr.

Wer von dem Angebot profitieren möchte, kann sich in einer der beteiligten Bibliotheken anmelden und dort auch die Gebühr für einen Nutzungszeitraum von 12 Monaten zahlen. Vorhandene Ausweise können umgetauscht werden.

Noch ist kein Leihverkehr möglich

Medien, die in einer Stadt ausgeliehen wurden, mĂĽssen leider auch wieder dort zurĂĽckgegeben werden, bedauert Antje Kietzmann, Leiterin der Stadtbibliothek Ladenburg.

Denn ein Leihverkehr ist (noch) nicht möglich, denn das würde zusätzliche Kosten verursachen, die auf die Nutzer umgelegt werden müssten.

Auch die Leihfristverlängerung kann nur bei der jeweiligen Bibliothek vorgenommen werden.

Logo der Metropol-Card-Seite. Quelle: Metropol-Card

Seit diesem Sommer gibt es auch eine gemeinsame Website www.metropol-card.net, hier können die Nutzer den Bestand der Bibliotheken und den Leihstatus der gewünschten Medien einsehen und ihr Konto kontrollieren.

WĂĽnschenswert sei in Zukunft auch die Beteiligung der Stadtbibliothek Heidelberg, sagte Antje Kietzmann.

Mehr Auswahl bei gleichbleibender persönlicher Beratung

Kietzmann sieht in dem Bibliotheksverbund einen großen Nutzen vor allem für die kleineren Büchereien: „Damit wird der Abstand zu den großen Bibliotheken kleiner“. Eine kleine Bücherei habe nicht die Mittel, alle Medien, vor allem die elektronischen, vorrätig zu haben. Jetzt können die Bibliotheksbesucher die persönliche Beratung und Atmosphäre einer kleineren Bücherei genießen und gleichzeitig die Auswahl der großen Stadtbibliotheken in Mannheim und Ludwigshafen nutzen.

Die Bibliotheken und ihre Vertreter aus Ladenburg, Heddesheim, Ketsch und Oftersheim freuen sich ĂĽber die Metropol-Card.

Das Ausleihverhalten habe sich vor allem im Bereich der Sachbücher verändert, Wissen werde heute meist über das Internet bezogen.
Antje Kietzmann freut sich, ihren Kunden künftig eine größere Auswahl durch die Metropol-Card und weiterhin eine persönliche Beratung anbieten zu können.

Einen schönen Tag wünscht
Das ladenburgblog

Ăśber Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.

  • Leserin E.

    Die Metropol-Card hat aber auch – zumindest für mich – gravierende Schwächen.
    Die Ausleihmodalitäten sind den verschiedenen teilnehmenden Städten unterschiedlich, nicht überall ist die online-Reservierung/Leihfristverlängerung möglich und/oder Reservierungen kosten zusätzlich Geld.

    Alles in allem eine tolle Idee, aber noch sehr unausgegoren.

    Ich habe mir die Metropolkarte nur das erste Jahr geleistet, dann darauf verzichtet, denn wenn ich mir die Medien nicht online vorbestellen, sondern auf gut Glück in den Zweigstellen oder Ortsbüchereien zusammensuchen muss (evtl. ist das Wunschmedium ja gerade ausgeliehen), bei Möglichkeit der online Vorbestellung zur Abholung mehrere Zweigstellen (je nachdem in welchen Bestand sich das gewünschte Medium befindet) anfahren oder zusätzlich für Vorbestellungen bezahlen muss, ist das kein wirklicher Gewinn.

    Befinden sich Medien z.B.in einer der Ludwigshafener Zweigstellen müssen diese auch dort abgeholt werden, was zusätzliche Kosten verursacht, wenn man mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, da ab Berliner Platz eine weitere Fahrkarte gelöst werden muss, ganz von der umständlichen Anfahrt abgesehen.
    In Heddesheim kosten nach meinen Informationen Vorbestellungen eine zusätzliche Gebühr. Ob eine online Reservierung möglich ist, entzieht sich meiner Kenntnis, danach habe ich dann nicht mehr gefragt…

    In Mannheim bsp. kann man ein Medium aus dem Gesamtkatalog kostenfrei vorbestellen und dieses dann in einer Zweig- oder der Hauptstelle nach Wunsch abholen (einerlei in welchem Zweigstellenbestand sich dieses befindet). Sobald das Medium zur Abholung bereit steht (eine Woche lang), wird man per e-mail informiert. Eine Leihfristverlängerung kann ebenfalls online vorgenommen werden.
    Das ist vorbildlich und so sollte das einheitlich auch in den anderen anderen Büchereien gelöst werden, sonst ist meiner Meinung nach diese Metropol-Card auch weiterhin kein wirklicher Gewinn, das derzeitige Durcheinander braucht kein Mensch.

    • Ingrid Berg

      Sehr geehrte Frau E.,

      Sie erwarten viel von uns – das dürfen Sie selbstverständlich – schließlich sind Bibliotheken Service-Einrichtungen für die Bürgerinnen und Bürger!

      Für die Metropol-Card-Idee haben sich – inzwischen 9 – Bibliotheken der Metropolregion Rhein-Neckar zusammengeschlossen, um einen gemeinsamen Service, den gemeinsamen Bibliotheksbenutzungsausweis, anzubieten. Über die web-site http://www.metropolcard.net kann weiterhin über das gemeinsame Recherche-Portal gleichzeitig in den Katalogen aller beteiligten Bibliotheken recherchiert werden. Online steht so jederzeit die Information über Vorhandensein, Standort und aktuelle Verfügbarkeit des gewünschten Mediums zur Verfügung. Über die Kontofunktion können z.B. Verlängerungen von Medien und Vormerkungen auf entliehene Medien selbstständig rund um die Uhr vorgenommen werden.

      Dies sind erste Schritte hin zu möglichen weiteren Gemeinsamkeiten. Sicherlich haben Sie recht, dass die teilweise unterschiedlichen Ausleihbedingungen und Entgeltordnungen für gelegentliche Benutzer verwirrend sein mögen. Die Ursachen für diese Unterschiede liegen in gewachsenen Strukturen, die z.B. durch die unterschiedlichen Träger der einzelnen Bibliotheken bedingt sind. Bestrebungen zu weiteren Angleichungen sind im Gange. Natürlich ist es dabei unser Ziel, die jeweils für die Benutzerinnen und Benutzer günstigsten Bedingungen für alle als Standard durchzusetzen.

      Sie wünschen sich z.B. einen interkommunalen Lieferdienst für Medien aus anderen Bibliotheken. So verständlich und wünschenswert ein solcher Service wäre, so ist er doch äußerst kostenintensiv. Die derzeitige Finanzlage der Kommunen läßt zusätzliche Ausgaben nicht zu. Wir haben deshalb entschieden, die finanziellen Ressourcen vor allem für die Erweiterung und Aktualisierung des Medienbestandes zu investieren.

      Vielfalt mag Vor- und Nachteile haben. DĂĽrfen wir nochmal die Vorteile dieser Kooperation fĂĽr die Metropol-Card-Nutzer nennen?

      • Ein umfangreicher, differenzierter und aktueller Bestand von über 1 Mio Medien
      • Ein Jahresentgelt von 20 Euro für den Zugang zu 9 Bibliotheken (statt 9×15 Euro= 135 Euro)
      • Umfangreiche Öffnungszeiten in den Zentralbibliotheken von Mannheim und Ludwigshafen

      Wir freuen uns über alle, die mit den Angeboten der jeweiligen „Heimat“bibliothek zufrieden sind genauso wie über diejenigen, die von der Metropol-Card profitieren. Wir danken Ihnen für Ihre Anregungen und Ihr Feedback!

      Mit freundlichen GrĂĽĂźen
      Ingrid Berg
      Stadtbibliothek Ludwigshafen