Donnerstag, 21. September 2017

CDU plädiert für Grauton

Debatte um „rosa Pflaster“ in der Kirchenstraße

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Ladenburg, 27. Oktober 2014. (red/jak) Im Frühjahr 2015 wird die Kirchenstraße in der Altstadt neu bepflastert. Die Firma BESCO aus Berlin liefert hierfür Natursteine aus China. Die Bedingungen, unter denen die Steine hergestellt werden, sorgten dabei weniger für Diskussion als die Frage nach der Farbe – denn die ist definitiv nicht rosa, sondern grau mit einem Rotstich.

 

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Die neuen Steine für die Kirchenstraße kommen aus China. Sie sind rutschfest und haben einen rötlich-grauen Schimmer.

 

Von Jan Karon

Schon am 30. Juli dieses Jahres einigte sich der Gemeinderat darauf, die Kirchenstraße neu zu pflastern. Die hierfür ausgewählten Steine sollten einerseits rutschfest sein und einen grauen Farbton mit rötlichem Schimmer aufweisen. Der Gemeinderat beschloss nun, der Firma BUSCO aus Berlin den Zuschlag für die Lieferung solcher Steine zu geben. Die Steine im Wert von 76.000 Euro werden aus China angeliefert.

Die Natursteine sind dabei umfangreich zertifiziert. So beruft sich die Firma BUSCO auf Zeugnisse der unabhängigen Zertifizierungsstelle „fair stone“, die faire Arbeitsbedingungen in Steinbrüchen bei der Gewinnung und Verarbeitung bescheinigt. Kinderarbeit werde dadurch ausgeschlossen. Bürgermeister Rainald Ziegler sagte, dass das Siegel „weitestgehende Sicherheit“ bedeute, „hunderprozentige Garantie gibt es aber nie.“

Rohrbacher Rathaus als Vorbild

Zustimmung erhielt Ziegler aus Reihen der SPD und GAL: Angelika Gelle (SPD) sagte, sie sei über das billigste Angebot mit unabhängiger Zertifizierungsstelle erleichtert. Auch Alexander Spangenberg (GAL) sagte: „Es gibt nichts Besseres auf dem Markt.“

Die Bepflasterung der Kirchenstraße soll nach dem Vorbild des Rathausesplatzes in Rohrbach vollzogen werden. Hanne Zuber (GAL) stellte fest, die dortige Oberfläche sei „rau und rutschfest“ und die Steine „mit gebrochenen Kanten in Bögen verlegt“. Insgesamt empfinde sie die Ästhetik des Rohrbacher Rathausesplatzes als „sehr schön“.

Nur in der CDU-Fraktion stießen die Steine auf Missfallen. Dem Fraktionsvorsitzenden Karl-Martin Hoffmann gefielen die Steine überhaupt nicht: „Sie sind zu rot“, sagte er. Auch Uwe Wagenfeld spricht der Rotton nicht an. Er hätte einen graueren Stein bevorzugt. Beide stimmten am Schluss der Debatte gegen die Vergabe. Die Lieferung der Natursteine wurde mit drei Gegenstimmen beschlossen. Die Bepflasterung der Kirchenstraße soll im Februar 2015 beginnen. Zuvor muss die Stadt die Trinkwasserleitungen zwischen der Eintrachtgasse und der Hauptstraße erneuern.

  • Krause

    Sooo schade, dass es keine Steine mehr in Deutschland gab…