Mittwoch, 17. Januar 2018

Gemeinderat bewilligt Haushalt

Kritische Stimmen zum Ausbau der Sporthalle

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Ladenburg, 26. M├Ąrz 2013. (red/sap) Bei drei Gegenstimmen wurde der Ladenburger Haushalt in der Gemeinderatssitzung am vergangenen Mittwoch beschlossen. B├╝rgermeister Rainer Ziegler bezeichnete den Haushaltsplan 2013 in seiner Etatrede als „wenig aufregend“. Die mittelfristige Finanzplanung mit den Projekten┬á CBG-Sanierung, Ausbau des Bahnhofs und Erweiterung der Lobdengauhalle stand im Mittelpunkt der Haushaltsreden der Fraktionsvorsitzenden.

Von Sabine Prothmann

Ziegler machte deutlich, dass die Realisierung der drei gro├čen Projekte, dazu f├╝hre, dass die R├╝cklagen bis 2016 auf ein gestzliches Minimum sinken w├╝rden bei gleichzeitigem Anstieg der Verschuldung.

Die in den Haushalt eingestellte Verpflichtungserm├Ąchtigung f├╝r den Bau einer neuen Sporthalle sei vorbehaltlich der Zustimmung des Gemeinderates, betonte Ziegler.

Sollte die Finanzplanung so Realit├Ąt werden – mit Gewerbesteuereinnahmen von 7,7 Millionen f├╝r die n├Ąchsten Jahre – sei die Realisierung aller drei Ma├čnahmen verantwortbar, erkl├Ąrte der Fraktionsvorsitzende der CDU, Prof. Rainer Beedgen, in seiner Haushaltsrede.┬á Sollten die geplanten Einnahmen nicht realisiert werden, m├╝sste die Sporthalle jedoch unter Finanzierungsvorbehalt gestellt und verschoben werden.

Beedgen thematisierte auch die Ausgaben von 30.000 Euro f├╝r den Weihnachtsmarkt. Die Stadt sei keine Veranstaltungsagentur, „um das Volk zu unterhalten“. Alle, die am Weihnachtsmarkt Interesse h├Ątten, sollten sich zusammenfinden.

Geld darf nicht nachl├Ąssig ausgegeben werden

Steffen Salinger (SPD) betonte in seiner Haushaltsrede, die gute Haushaltslage „darf uns nicht dazu verleiten, Geld nachl├Ąssig auszugeben und nutzlose Investitionen auszuf├╝hren oder auch w├╝nschenswerte, aber nicht unbedingt notwendige Ausgaben zu t├Ątigen“.

Als Leitlinien nannte Salinger zusammenfassend: Nachhaltige Finanzwirtschaft, Jugend und Soziales, Bildung, Klimaschutz und Wirtschaftsf├Ârderung.

Die ersten Ma├čnahmen zur Sanierung des CBGs w├╝rden durch diesen Haushalt erm├Âglicht, so Salinger. Zur Sporthallensituation sagte der SPD-Politiker:

Eine schwierige Abw├Ągung steht uns hier bevor. Dass und ob wir eine Halle bauen, ist noch lange nicht entschieden.

Ein klares „Ja“ gab Salinger dem Umbau der Werkrealschule zur Gemeinschaftschule: „F├╝r uns hat diese Schule Zukunft“, denn die beruftst├Ątigkeit beider Eltern sei Realit├Ąt.

Skeptisch ├Ąu├čerte sich auch Gudrun Ruster (FW) zu dem Ausbau der Lobdengauhalle, dass dieses Geld (2,6 bis 2,9 Millionen Euro) sinnvoll f├╝r die Jugend investiert w├╝rde, sei unumstritten. Es bed├╝rfe jedoch noch weiterer Zahlen und Fakten, „bevor wir die endg├╝ltige Entscheidung f├╝r oder gegen diese Ma├čnahme treffen k├Ânnen“.

Bei der Sanierung des CBGs hoffte die Stadtr├Ątin, dass die seit mehr als einem Jahr im Raum stehenden Kosten von 10 Millionen Euro Bestand haben w├╝rden. „Es geh├Ârt schon eine betr├Ąchtliche Menge Optimismus dazu, zu glauben, dass es bei der bisherigen Kostensch├Ątzung bleibt.“

Die GLL habe eine eindeutige Priorit├Ątenliste erstellt, erkl├Ąrte Fraktionssprecher Alexander Spangenberg. „An erster Stelle steht f├╝r uns die Sanierung des CBGs, weil Bildung eine Investition in die Zukunft unserer Jugend und in die Gesamtgesellschaft ist“, so Spangenberg. Der S-Bahnanschluss folge als weitere dringende Ma├čnahme.

Hallenanbau auf Wunschzettel

Auf dem dritten Platz der internen Priorit├Ątsliste stehe der geplante Anbau an die Lobdengauhalle, „sie steht auf unserem Wunschzettel“, betonte Spangenberg. Und weiter: „Auch wir von der GLL w├╝rden diese Halle gerne verwirklichen, aber ein kommunaler Haushalt ist kein Wunschkonzert.“ Zudem fragte der Gr├╝nen-Politiker, ob die Mehrkosten von 350.000 Euro f├╝r B├╝hne und Zuschauerr├Ąnge wirklich notwendig seien, schlie├člich gebe es in Ladenburg derzeit etwa zehn m├Âgliche Veranstaltungsr├Ąume.

Auch Alexander Spangenberg ├Ąu├čerte sich kritisch zu den geplanten Ausgaben von 30.000 Euro f├╝r den Weihnachtsmarkt:┬á „Die Veranstaltung eines Weihnachtsmarkts geh├Ârt nicht zu den Pflichtaufgaben der Kommunen.“

FDP stimmt gegen den Haushalt 2013

Die Verpflichtungserm├Ąchtigung in H├Âhe von knapp drei Millionen Euro f├╝r den Bau einer neuen Sporthalle, sei der Grund, warum die FDP den Haushaltsplan 2013 ablehne, erkl├Ąrte Stadtrat Wolfgang Luppe in seiner Haushaltsrede. Diese Verpflichtungserm├Ąchtigung und der Baubeginn der Halle noch vor dem Start der CBG-Sanierungsarbeiten, signalisiere der ├ľffentlichkeit, diese Sporthalle sei verbindlich beschlossen und finanziert.

Wir m├Âchten deshalb im Rat und in der ├ľffentlichkeit keinen Zweifel daran lassen, dass f├╝r die FDP-Gruppe die erste Priorit├Ąt die CBG-Sanierung und die Nummer Zwei der Bahnhofumbau ist.

Der Haushaltsplan 2013 wurde vom Ladenburger Gemeinderat bei drei Gegenstimmen von den beiden FDP-Stadtr├Ąte Wolfgang Luppe und Dr. Rudolf Lutz sowie von Uwe Wagenfeld (CDU) angenommen.

 

├ťber sabine
  • h.M.

    THEMA Hallenbau,

    Das Thema Hallenneubau/Anbau verfolgt die Ladenburger Sportler mittlerweile 20 Jahre. P├╝nktlich zu Neuwahlen ,sei es B├╝rgermeister- , Stadtratswahlen usw , kommt das Thema auf den Tisch um am Ende wieder beiseite oder unter den Tisch gekehrt zu werden. Es hat keiner der Damen und Herren soviel Mumm in den Knochen um klar zu sagen mit uns nicht. Oder wir sind klar daf├╝r. Statt dessen geht die nichtsagende Wischi Waschi Politik der Stadtabgeordneten in die n├Ąchste Runde. Jeder der Sport macht in Ladenburg weis wie knapp die Hallenzeiten bemessen sind. Vereine sollen Jugendarbeit leisten aber die M├Âglichkeiten sind beschr├Ąnkt. Zudem kommt noch die Ganztagsschule hinzu die das Planen noch schwieriger macht.
    Also Lieber Gemeindeausschuss weiter so , meine Stimme habt ihr

    • SibK

      Leider fehlt nach wie vor ein fundierter Nachweis, dass in Ladenburg ├╝berhaupt eine neue Sporthalle notwendig ist. Als Argument werden hier immer wieder die Sporthallen Basketball und Volleyball angef├╝hrt, f├╝r die in der neuen Martinsschule wohl die erforderliche Deckenh├Âhe nicht gegeben ist. Solange allerdings in der bereits bestehenden Lobdengauhalle noch so „deckenh├Âhenintensive“ Sportarten wie Bodyforming ausge├╝bt werden, ist meiner Meinung nach das Optimierungspotential in der Hallenvergabe ├╝berhaupt nicht beleuchtet worden.
      Die Sportvereine haben r├╝ckl├Ąufige Mitgliederzahlen, bei der Werkrealschule ist ├╝berhaupt nicht klar, ob sie in 10 Jahren noch existieren wird. Statt auf Basis vern├╝nftiger Planzahlen und mit professioneller Beratung zu versuchen, das vorhandene Hallenpotential auszunutzen, ist es nat├╝rlich viel einfacher und ├Âffentlichkeitswirksamer, mal kurz den Bau einer Sport- und Kulturhalle anzusto├čen.
      V├Âllig unber├╝cksichtigt bleibt hierbei immer wieder,dass hierbei eine der letzten verkehrsfreihen Gr├╝nfl├Ąchen platt gemacht werden soll, auf der wirklich noch Kinder spielen k├Ânnen. In der gro├čen Pause und nachmittags wird kein Fangen und Rennen mehr ├╝ber ein h├╝geliges Gel├Ąnde mit Felsen und B├Ąumen stattfinden k├Ânnen, stattdessen werden nachmittags durch die durchrasenden gesundheitsbewussten Freizeitsportler noch mehr Kinder auf dem Weg zu Musikschule und Turnhalle gef├Ąhrdet.