Samstag, 17. November 2018

Verwaltungsvorlage mit 10:10 Stimmen gescheitert

Keine Beregnung für die Festwiese

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Ladenburg, 25./26. September 2013. (red/hp) Auf der Festwiese wird es bald eine Beregnungsanlage geben – allerdings nur in einer abgespeckten Form, zu dem, was ursprünglich einmal geplant war. Wie es bei der Festwiese in der Vergangenheit schon häufiger vorkam, hat man sich bei der Ausschreibung dazu entschieden, die Arbeiten aufzuteilen. Nun gibt es eine Basis, die nur die Hauptfläche umfasst, und Erweiterungsoptionen, die auch den Ankerplatz und die Rasenböschungen beinhalten. Es gingen drei Angebote ein, die mit Kosten zwischen 146.000 Euro und 171.Euro allesamt deutlich über dem Haushaltsansatz liegen. Nun wird auf die Erweiterungsoptionen ersatzlos verzichtet. 

Von Hardy Prothmann

Außerdem wird die Stadt Kosten einsparen, indem sie Wiederherstellung der Rasenflächen im Bereich der Leistungsgräben nicht von den Anbietern selbst, sondern durch eine ortsansässige Landschaftsbau-Firma durchführen lassen wird. Die Bieter hätten deutlich überhöhte Preise angesetzt, hieß es von Seiten der Verwaltung. Durch diesen Schritt spare man etwa 9.000 Euro.

Durch diese Maßnahmen sinken die Kosten für das nunmehr günstigste Angebot auf gut 60.000 Euro, welches von der Firma Beregnungstechnik Ludwig aus Sandhausen eingereicht wurde. Mit allen anderen Kosten, die für das Projekt zusätzlich anfallen, rechnet man von einer Gesamtsumme in Höhe von rund 89.500 Euro, was auch dem angesetzten Budget im Haushalt entspricht. Planmäßig sollen die Arbeiten bereits im Oktober starten und bis zum Dezember fertiggestellt sein.

Die CDU stimmte unterschiedlich ab – Stadtrat Vögele wünschte sich, „dass sich die Maßnahme wie versprochen in sieben Jahren amortisiert“. Auch die SPD sieht eine Beregnungsanlage „nicht für dringend nötig“. Ladenburg müsse und könne sich nicht alles leisten – mit Hinweis auf den Zustand „einiger Straßen“. Stadträtin Ilse Schummer sagte: „Können wir nicht auch mal mit einem gelben Rasen leben.“ Stadtrat Günther Bläß sagte: „Wir haben genug andere Baustellen. Ich sehe keine Notwendigkeit und wir haben noch nicht über Folgekosten geredet.“ Stadtrat Rainer Beedgen sagte: „Für 90.000 Euro kann ein Gärtner drei Jahre lang die Wiese wässern – ich weiß nicht, was das soll.“

Die GLL kündigte Zustimmung an, ebenso die Freien Wähler bis auf Bürgermeisterstellvertreterin Gudrun Ruster: „Die Folgekosten sind mir zu hoch, deswegen lehne ich das ab.“

Insgesamt wurde das Thema vier mal im Technischen Ausschuss und heute zum vierten Mal im Gemeinderat behandelt – trotzdem dauerte die Diskussion sehr lange. Stadtrat Alexander Spangenberg (GLL) sagte in Richtung Rainer Beedgen: „Wir haben das jetzt so oft vorberaten, vielleicht sollte man das mal weitergeben, statt altgenannte Argumente zu bringen.“

Der Gemeinderat stimmte 10:10 – damit war der Verwaltungsvorschlag abgelehnt. Bürgermeister Rainer Ziegler sagte sichtlich irritiert:

Viel Arbeit, viel Planung umsonst.

Stadtrat Karl-Martin Hoffmann schlug vor, ein Jahr nicht zu wässern, um zu sehen, was aus der Wiese wird. Dem widersprach der Bürgermeister: „Das werde ich nicht zulassen – ich bin hier verantwortlich.“

Über Minh Schredle

Minh Schredle (22) hat 2013 als Praktikant bei uns angefangen und war seitdem freier Mitarbeiter. Von Dezember 2014 bis August 2016 hat er volontiert. Ab September 2016 ist er freier Mitarbeiter bei uns.