Mittwoch, 17. Januar 2018

Gemeinsamkeiten und un√ľberbr√ľckbare Unterschiede

Korfball und Korbball

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Es gibt drei Korbball-Spielarten: Neben dem popul√§ren Basketball den „Korfball“ und wie hier im Bild den „Korbball“. Das Ziel ist dasselbe – der Ball muss in den Korb. Die Regeln sind allerdings sehr unterschiedlich.

 

Ladenburg, 24. Mai 2013. (red/ms) Korbball und Korfball klingen nicht nur zum Verwechseln ähnlich, auch sonst gibt es große Gemeinsamkeiten in der Spielweise der beiden Sportarten. Trotzdem legen beide Seiten wert darauf, dass ihre Eigenheiten ausreichenden Beachtung finden und nicht einfach beide als das Gleiche abgetan werden.  Beim diesjährigen Internationalen Deutschen Turnfest 2013 fanden die Wettbewerbe beider Sportarten zeitgleich im Römerstadion statt, sodass man sich von beiden ein differenziertes Bild machen konnte.

Von Minh Schredle

Die Spiele Basketball und Korfball hie√üen w√∂rtlich √ľbersetzt beide Korbball. Korbball ist aber wiederum etwas anderes und auch wenn die drei Sportarten gro√üe Gemeinsamkeiten haben, gibt es zahlreiche bedeutende Unterschiede, die die Sportarten auszeichnen.

Basketball und Korfball haben nicht nur einige √Ąhnlichkeiten in der Spielweise, sondern teilen sich auch noch den gleichen Namen. „Korf“ ist n√§mlich das niederl√§ndische Wort f√ľr Korb. Korbball, wie man demnach beide Sportarten wortgetreu √ľbersetzen m√ľsste, ist wiederum ein eigenes Spiel. Was genau Korbball ist, kann man nur schwer sagen, denn auch wenn der Sport schon weit mehr als einhundert Jahre alt ist, gibt es keine Einheitlichen Regeln.

Bevor Basketball in Europa popul√§r wurde, spielte man Korbball noch mit gro√üen, schweren Lederb√§llen. Heute spielt k√∂rperliche Kraft kaum noch eine Rolle, denn vor allem eines ist f√ľr den Erfolg ausschlaggebend: Funktionierendes Teamplay. Die Mannschaften bestehen jeweils aus f√ľnf Spielern, darunter immer ein Tormann oder eine Torfrau. Ziel ist es, den Ball m√∂glichst oft durch den gegnerischen Korb zu werfen. Dieser ist in 2,50 Metern H√∂he auf einer freistehenden Stange angebracht, ein Brett, das wie im Basketball als Zielhilfe dient, gibt es nicht. √Ąhnlich wie beim Handball das Tor ist im Korbball die Stange von einem Kreis umgeben, den nur die Torfrau betreten darf. Allerdings kann sie diesen Kreis verlassen und so bei Angriffen mitwirken.

Pokalspiele nur bei den Frauen

Der Sport ist gr√∂√ütenteils bei Frauen beliebt. Das Interesse ist sogar so einseitig, dass nur bei den Frauen Punktspiele um eine Meisterschaft stattfinden. Zu internationalen Wettk√§mpfen kam es noch gar nicht. Denn dazu sind die Spielregeln in verschiedenen L√§ndern einfach zu unterschiedlich. Herr Kraus ist derjenige, der f√ľr die Korbballturniere beim diesj√§hrigen Turnfest zust√§ndig. Er erkl√§rte, dass es in der Vergangenheit viele Versuche gab, Korbball und Korfball zu einer Sportart mit einheitlichem Regelwerk zusammenzuf√ľhren. Allerdings scheiterte das Vorhaben, unter anderem deswegen, weil die Korbball-Spielerinnen nicht bereit waren, auf ihre Torfrau zu verzichten, die im Korfball bei einer Korbh√∂he von 3,50 Metern schlichtweg unsinnig w√§re.

Beim diesjährigen Turnfest wurden die beiden Spiele im Römerstadion trotzdem auf dem gleichen Platz gespielt. Wenn auch auf unterschiedlich abgegrenzten Feldern. Eine Korfballmannschaft ist etwas größer, pro Mannschaft spielen je vier Frauen und vier Männer. Somit ist Korfball nach eigenen Angaben derzeit das einzige Ballspiel der Welt, das ausschließlich in gemischten Teams gespielt wird.

Das Spielfeld unterteilt sich in zwei H√§lften, in denen ein freistehender Korb steht. Pro H√§lfte gibt es ein Angreifer-Team und ein Verteidiger-Team mit immer vier Leuten, die die Mittellinie aber nicht √ľberschreiten d√ľrfen. So beschr√§nkt sich das Spielgeschehen immer nur auf die H√§lfte der Spieler, w√§hrend die anderen kurz Zeit bekommen, ein wenig zu verschnaufen.

Kaum Angebote in der Region

In Deutschland ist Korfball nicht besonders weit verbreitet.¬†Es gibt nur wenige Vereine, die meisten davon im Ruhrgebiet. Wer sich hier aus der Region f√ľr den Sport interessiert, muss entweder bis nach Karlsruhe oder bis nach Ulm fahren.

Beim Korbball verh√§lt es sich √§hnlich: Bayern ist eine wahre Hochburg. Dort ist der Sport so beliebt, wie nirgendwo sonst in Deutschland und das schon seit mehreren Generationen. Herr Kraus erz√§hlt, dass f√ľr kurze Zeit Gro√ümutter, Mutter und Tochter in der gleichen Mannschaft beim SV 1900 Schweinfurt spielten.

Ein √§hnliches Ballungsgebiet gibt es im Norden Deutschlands, vor allem Bremer Mannschaften sind regelm√§√üig erfolgreich. Hier im Rhein-Neckar-Kreis sieht es f√ľr Interessenten schlecht aus. Zwar gibt es an Schulen und Universit√§ten ab und an Angebote. Vereine, die den Sport anbieten, liegen allerdings nicht im nahen Umkreis.

 

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√úber Minh Schredle

Minh Schredle (22) hat 2013 als Praktikant bei uns angefangen und war seitdem freier Mitarbeiter. Von Dezember 2014 bis August 2016 hat er volontiert. Ab September 2016 ist er freier Mitarbeiter bei uns.