Sonntag, 22. Juli 2018

Gemeinsamkeiten und unĂŒberbrĂŒckbare Unterschiede

Korfball und Korbball

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Es gibt drei Korbball-Spielarten: Neben dem populĂ€ren Basketball den „Korfball“ und wie hier im Bild den „Korbball“. Das Ziel ist dasselbe – der Ball muss in den Korb. Die Regeln sind allerdings sehr unterschiedlich.

 

Ladenburg, 24. Mai 2013. (red/ms) Korbball und Korfball klingen nicht nur zum Verwechseln Ă€hnlich, auch sonst gibt es große Gemeinsamkeiten in der Spielweise der beiden Sportarten. Trotzdem legen beide Seiten wert darauf, dass ihre Eigenheiten ausreichenden Beachtung finden und nicht einfach beide als das Gleiche abgetan werden.  Beim diesjĂ€hrigen Internationalen Deutschen Turnfest 2013 fanden die Wettbewerbe beider Sportarten zeitgleich im Römerstadion statt, sodass man sich von beiden ein differenziertes Bild machen konnte.

Von Minh Schredle

Die Spiele Basketball und Korfball hießen wörtlich ĂŒbersetzt beide Korbball. Korbball ist aber wiederum etwas anderes und auch wenn die drei Sportarten große Gemeinsamkeiten haben, gibt es zahlreiche bedeutende Unterschiede, die die Sportarten auszeichnen.

Basketball und Korfball haben nicht nur einige Ähnlichkeiten in der Spielweise, sondern teilen sich auch noch den gleichen Namen. „Korf“ ist nĂ€mlich das niederlĂ€ndische Wort fĂŒr Korb. Korbball, wie man demnach beide Sportarten wortgetreu ĂŒbersetzen mĂŒsste, ist wiederum ein eigenes Spiel. Was genau Korbball ist, kann man nur schwer sagen, denn auch wenn der Sport schon weit mehr als einhundert Jahre alt ist, gibt es keine Einheitlichen Regeln.

Bevor Basketball in Europa populĂ€r wurde, spielte man Korbball noch mit großen, schweren LederbĂ€llen. Heute spielt körperliche Kraft kaum noch eine Rolle, denn vor allem eines ist fĂŒr den Erfolg ausschlaggebend: Funktionierendes Teamplay. Die Mannschaften bestehen jeweils aus fĂŒnf Spielern, darunter immer ein Tormann oder eine Torfrau. Ziel ist es, den Ball möglichst oft durch den gegnerischen Korb zu werfen. Dieser ist in 2,50 Metern Höhe auf einer freistehenden Stange angebracht, ein Brett, das wie im Basketball als Zielhilfe dient, gibt es nicht. Ähnlich wie beim Handball das Tor ist im Korbball die Stange von einem Kreis umgeben, den nur die Torfrau betreten darf. Allerdings kann sie diesen Kreis verlassen und so bei Angriffen mitwirken.

Pokalspiele nur bei den Frauen

Der Sport ist grĂ¶ĂŸtenteils bei Frauen beliebt. Das Interesse ist sogar so einseitig, dass nur bei den Frauen Punktspiele um eine Meisterschaft stattfinden. Zu internationalen WettkĂ€mpfen kam es noch gar nicht. Denn dazu sind die Spielregeln in verschiedenen LĂ€ndern einfach zu unterschiedlich. Herr Kraus ist derjenige, der fĂŒr die Korbballturniere beim diesjĂ€hrigen Turnfest zustĂ€ndig. Er erklĂ€rte, dass es in der Vergangenheit viele Versuche gab, Korbball und Korfball zu einer Sportart mit einheitlichem Regelwerk zusammenzufĂŒhren. Allerdings scheiterte das Vorhaben, unter anderem deswegen, weil die Korbball-Spielerinnen nicht bereit waren, auf ihre Torfrau zu verzichten, die im Korfball bei einer Korbhöhe von 3,50 Metern schlichtweg unsinnig wĂ€re.

Beim diesjĂ€hrigen Turnfest wurden die beiden Spiele im Römerstadion trotzdem auf dem gleichen Platz gespielt. Wenn auch auf unterschiedlich abgegrenzten Feldern. Eine Korfballmannschaft ist etwas grĂ¶ĂŸer, pro Mannschaft spielen je vier Frauen und vier MĂ€nner. Somit ist Korfball nach eigenen Angaben derzeit das einzige Ballspiel der Welt, das ausschließlich in gemischten Teams gespielt wird.

Das Spielfeld unterteilt sich in zwei HĂ€lften, in denen ein freistehender Korb steht. Pro HĂ€lfte gibt es ein Angreifer-Team und ein Verteidiger-Team mit immer vier Leuten, die die Mittellinie aber nicht ĂŒberschreiten dĂŒrfen. So beschrĂ€nkt sich das Spielgeschehen immer nur auf die HĂ€lfte der Spieler, wĂ€hrend die anderen kurz Zeit bekommen, ein wenig zu verschnaufen.

Kaum Angebote in der Region

In Deutschland ist Korfball nicht besonders weit verbreitet. Es gibt nur wenige Vereine, die meisten davon im Ruhrgebiet. Wer sich hier aus der Region fĂŒr den Sport interessiert, muss entweder bis nach Karlsruhe oder bis nach Ulm fahren.

Beim Korbball verhĂ€lt es sich Ă€hnlich: Bayern ist eine wahre Hochburg. Dort ist der Sport so beliebt, wie nirgendwo sonst in Deutschland und das schon seit mehreren Generationen. Herr Kraus erzĂ€hlt, dass fĂŒr kurze Zeit Großmutter, Mutter und Tochter in der gleichen Mannschaft beim SV 1900 Schweinfurt spielten.

Ein Ă€hnliches Ballungsgebiet gibt es im Norden Deutschlands, vor allem Bremer Mannschaften sind regelmĂ€ĂŸig erfolgreich. Hier im Rhein-Neckar-Kreis sieht es fĂŒr Interessenten schlecht aus. Zwar gibt es an Schulen und UniversitĂ€ten ab und an Angebote. Vereine, die den Sport anbieten, liegen allerdings nicht im nahen Umkreis.

 

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Über Minh Schredle

Minh Schredle (22) hat 2013 als Praktikant bei uns angefangen und war seitdem freier Mitarbeiter. Von Dezember 2014 bis August 2016 hat er volontiert. Ab September 2016 ist er freier Mitarbeiter bei uns.