Montag, 23. Oktober 2017

Römerman 2012 - Positive Bilanz

„Faszinierende Atmosphäre“

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Der erste Text stammt vom Veranstalter, der zweite ist ein übernommener Artikel - ein Unterschied ist nicht zu erkennen. Quelle: Roemerman.de

 

Ladenburg, 24. Juli 2012. (red) Korrekturmeldung. An dieser Stelle wurde heute Abend kurz vor 20 Uhr ein Text veröffentlicht, den wir für eine zusammenfassende Mitteilung der Veranstalter des Römermans hielten und entsprechend als solchen kennzeichnet haben – dabei ist ein Fehler passiert.

Der Text las sich wie ein besserer Vereinsbericht oder eine Pressemitteilung. Tatsächlich handelte es sich dabei wohl um eine nur unzureichend gekennzeichnete textliche Übernahme eines Artikels aus dem Mannheimer Morgen. Der Text wurde im Fließtext unter „Pressemeldungen“ angeboten. Ganz am Ende gibt es einen abgesetzen Hinweis auf die Quelle, die wir übersehen haben.

Eine professionelle Pressearbeit trennt zwischen „Pressemeldungen“ oder „Presseinformationen“ und „Pressestimmen“. Auf der Seite des Römerman werden diese Texte gemischt, was uns nicht bekannt war. Weil die Veranstaltung außerordentlich gut organisiert ist, gingen wir davon aus, dass es sich bei Pressemeldungen um Informationen zur Verwendung durch die Presse handelt.

Eine saubere Trennung ist sowohl für Medien wichtig, als auch für Veranstalter. Leider ist das nicht die Realität. So veröffentlichen viele Medien Presseinformationen als eigene Artikel und viele Veranstalter Artikel als eigene Presseinformationen.

Wir haben nach Kenntnis den Artikel sofort gelöscht und in der Kategorie „Korrektur“ indexiert – in Deutschland gibt es nur sehr wenige Medien, die eigene Fehler als solche auch eindeutig kennzeichnen.

Wir haben den Veranstalter darauf hingewiesen, dass es von Vorteil wäre, Textübernahmen und Quellen deutlich zu kennzeichnen, weil wir ganz sicher kein Interesse haben, Texte anderer Medien zu verwenden. Und weil wir selbstverständlich Quellen und Fremdtexte immer kenntlich machen. Und zwar deutlich.

Unabhängig davon können Leserinnen und Leser davon ausgehen, dass wir größte Sorgfalt bei der Verarbeitung von Informationen walten lassen, aber selbst das nicht vor Irrtümern schützt. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

Redaktion Ladenburgblog.de

Dokumentation: Auszug aus unserem Schreiben an die Veranstalter

„Wer unsere Berichterstattung verfolgt, weiß, wie viel Wert wir auf korrekte Informationen und die richtige Kennzeichnung der Quellen verwenden. Deswegen habe ich den Text auch als Information des Veranstalters gekennzeichnet, weil ich davon ausgegangen bin, dass er eine solche ist. Die Kategorie „Pressemeldungen“ und die Fließtextformatierung ließen darauf schließen.

Der Text las sich wie eine bessere Pressemitteilung und in meinem Verständnis bin ich davon ausgegangen, dass der sehr gut organisierte Römerman eben auch bessere Pressemitteilungen verfasst, als man das sonst von anderen Veranstaltern gewohnt ist. Dass es sich um einen Text des Mannheimer Morgen handelt, überrascht insofern nicht, als die Zeitung meist nicht über das Niveau besserer Pressemitteilungen hinauskommt, wenn sie nicht sowieso Pressemitteilungen als eigene Leistung veröffentlicht oder mit dem „redaktionellen“ Kürzel zg für „zugeschickt“ versieht.

Dass das Ladenburgblog nun ausgerechnet vom MM einen Text übernommen hat, den wir sonst sehr gerne kritisieren, ist „unschön“. Aber nach wie vor unser Fehler – unterm Text steht bei Ihnen die Quelle als „Kleingedrucktes“.

Meine Mitarbeiter bekommen als erste Regel von mir mit auf den Weg: „Traue keinem! – noch nicht mal Dir selbst“. Das heißt nicht, dass man aller Welt misstrauen muss, sondern das Fehler passieren und es nur einen Weg gibt: „prüfen, prüfen, prüfen“. In der kommenden Besprechung gehe ich als „gutes Beispiel“ voran, dass auch mir Fehler unterlaufen, weil ich nicht ausreichend „geprüft“ habe – alles schien ja so „eindeutig“.

Leider habe ich mich verlassen und das war ein Fehler. Euch würde ich bitten, im Sinne einer guten „Streckenführung“, künftig Pressestimmen und eigene Veröffentlichungen zu trennen und die Quellen deutlich erkennbar oben zu positionen. Dann kann man sich nicht verlaufen.“

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.