Sonntag, 19. November 2017

Note 2,3 für verkaufsoffenen Sonntag

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Guten Tag!

Ladenburg, 22. März 2010. Der Bund der Selbstständigen (BdS) bewertete den verkaufsoffenen Sonntag als „einen der erfolgreichsten“ – tatsächlich ist die Zufriedenheit der Geschäftsleute überwiegend „noch gut“, aber weit von einem „sehr gut“ entfernt.

Von Horst Pölitz

Das ladenburgblog hat die am verkaufsoffenen Sonntag beteiligten Unternehmen angesprochen und um eine Bewertung gebeten.

Wir wollten wissen:

Wie bewerten Sie den Erfolg? „Schulnote“ 1-5
Was steht im Vordergrund: Der Umsatz oder der Kundenkontakt oder beides?
Wie viele verkaufsoffene Sonntag solle es geben?

Von 22 Unternehmen haben wir 19 erreicht und eine Antwort erhalten. Drei Unternehmen bewerteten den Tag mit „sehr gut“, neun mit „gut“, drei mit „gut-befriedigend“, zwei mit „befriedigend“, eins mit „befriedigend-ausreichend“ und eines mit „mangelhaft.

Addierte man die „Schulnoten“ ergibt sich die Summe 44. Geteilt durch 19 Bewertungen erreicht damit der verkaufsoffene Sonntag die „Note“ 2,3.

Die stellvertretende BdS-Vorsitzende Renate Henseler-Sohn, die zwei Bekleidungsgeschäfte betreibt, sagte auf Nachfrage: „Aus meiner Sicht war das ein voller Erfolg – anscheinend aber nicht für alle.“

Der Mannheimer Morgen hatte am 16. März 2010 berichtet: „Es war einer der erfolgreichsten“.

Ein Unternehmen äußerte sogar seine vollständige Unzufriedenheit: „Für uns war der Tag ein absoluter Flopp.“ Dafür gabs die Note 5.

Zwei Unternehmen ging es vornehmlich um den Umsatz. Zehn Unternehmen suchten eher die Kundenbindung, sieben Unternehmen suchten beides: Kundenkontakt und Umsatz. Gut sei, so einige der befragten Unternehmen, die Zeit für eine Beratung: „Ach, das haben Sie auch? Da muß nicht nach xx gehen“, hätten sich Kunden geäußert, oder: „Ist das neu? Das hatte ich noch gar nicht im Schaufenster entdeckt.“

Aus Sicht der KundInnen ist ein verkaufsoffener Sonntag sicherlich begrüßenswert, Unternehmer müssen aber auch den Aufwand, sprich die Personalkosten im Blick haben.

Vierzehn Unternehmen halten zwei verkaufsoffene Sonntage für ausreichend. Drei Unternehmen wünschen sich einen zusätzlichen Tag und zwei Unternehmen können sich sogar vier verkaufsoffene Sonntage vorstellen: „Vor allem im Sommer wegen der Touristen – das würde das Geschäft ankurbeln.“

Einen schönen Tag wünscht
Das ladenburgblog

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.

  • MeineMeinung

    Guten Tag,

    Einer der erfolgreichsten verkaufsoffenen Sonntage also? Behauptet wer?
    Frau Henseler-Sohn!

    Und eigentlich geht es im ARtikel vom MM fast nur um sie:

    „Der verkaufsoffene Sonntag nach dem Sommertagszug mit mehreren tausend Besuchern in Ladenburg gilt bei den örtlichen Einzelhändlern als „einer der erfolgreichsten“. Renate Henseler-Sohn, Sprecherin des Bundes der Selbstständigen (BdS), zog gestern eine überaus positive Bilanz: „Es ist wider Erwarten und trotz der schlechten Wetterprognosen sehr gut gelaufen“, sagte die Inhaberin eines Modehauses. Glücklicherweise seien Schnee und Regen ausgeblieben.

    „Es geht uns bei solchen Aktionen in erster Linie darum, Frequenz in die Läden zu bekommen. Das war der Fall“, führte die Kauffrau aus. Dass es „wirklich schön gewesen“ sei, habe auch ihre Kollegin Angelika Wagner aus der Kirchenstraße bestätigt.

    „Viel Lob“ hätten die Mitarbeiterinnen für das kürzlich neu eröffnete Sportlädle „Go fit“ neben der Parfümerie Schneckenburger-Treffurt bekommen. Auch dort sah man wie in vielen Geschäften entlang der Einkaufsmeile Innenstadt am Sonntag viele Kunden.“

    Soweit ich weiß, gehört „Go fit“ auch zu Henseler-Sohn.

    Die Frage ist jetzt, ist das einfach nur schlechter Journalismus oder ein direkter Draht zum MM oder eine verkappte Werbeanzeige für Henseler-Sohn? Und spricht Frau Henseler-Sohn eigentlich nur für sich oder für den BdS? Und wenn sie für den BdS spricht, wieso war es dann einer der erfolgreichsten Sonntage, wenn fast die Hälfte der Geschäftsleute nicht dieser Meinung waren? Waren die anderen zuvor nur befriedigend bis ausreichend?

    Bis dann,
    Gruß