Samstag, 18. August 2018

Trotz tropischer Temperaturen: Tausende Teilnehmer und Zuschauer beim 20. Triathlon-Festival

„Ladenburgs bedeutendstes Sportereignis – einfach sensationell“

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Ladenburg, 22. Juli 2014. (red/ms) „Es ist bedeutendste Sportereignis der Stadt“, wie BĂŒrgermeister Rainer Ziegler sagte: Am Samstag fand zum 20. Mal das Ladenburger Triathlon-Festival statt. Das lockte tausende Besucher an – obwohl die Hitze nur schwer zu ertragen war. Großer Respekt gebĂŒrt jedem der etwa 1.400 Athleten, die den Temperaturen von bis zu 36 Grad trotzten und an verschiedenen Wettbewerben teilnahmen. Das unangefochtene Highlight war der Römerman-Triathlon. Vorjahressieger Patrick Lange ist auch in diesem Jahr der eindeutige Gewinner – er war in jeder einzelnen Disziplin am schnellsten.

Von Minh Schredle

In einer Viertelstunde soll der 20. Römerman-Triathlon beginnen. Tausende von Zuschauern erwarten dicht gedrĂ€ngt den Startschuss  – aber einer fehlt. Wolfgang GrĂŒnwald moderiert den ersten Streckenabschnitt und wundert sich, wo BĂŒrgermeister Rainer Ziegler abgeblieben ist. „Eigentlich wollte er da sein“, sagt er. „Aber vielleicht ist ihm ja etwas dazwischen gekommen.“

 

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Die Zuschauer erwarten dicht gedrÀngt die ankommenden Athleten.

 

Nur wenige Minuten spĂ€ter ist der BĂŒrgermeister doch vor Ort. Als er davon hört, dass schon gezweifelt wurde, ob er noch erscheint, ruft er:

Sie haben doch nicht ernsthaft geglaubt, dass ich mir das hier entgehen lasse! Der Römerman ist Ladenburgs bedeutendstes Sportereignis.

Es sei „einfach sensationell“, wozu sich der Römerman in den vergangenen Jahren entwickelt habe. Die Stadt Ladenburg könne stolz sein, was sie hier erreicht hat. Er bedankt sich auch bei den „weit mehr als 500 Helfern, die dieses Ereignis ermöglicht haben“.

 

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BĂŒrgermeister Ziegler (links): „Sie haben doch nicht ernsthaft geglaubt, dass ich mir das hier entgehen lasse!“

 

„Ladenburgs bedeutendstes Sportereignis“ – zumindest, was die Dimensionen der Veranstaltung angeht, kann an dieser Aussage nicht gezweifelt werden: Die Stadt hat gut 11.000 Einwohner. Es scheint fast als seien ebenso viele Zuschauer erschienen, die sich ĂŒberall ĂŒber das weitlĂ€ufige GelĂ€nde verteilen – und das obwohl die Hitze schon ohne sich anzustrengen kaum zu ertragen ist: Die Temperatur erreichte Höchstwerte von 36 Grad im Schatten – grĂ¶ĂŸten Respekt an jeden, der da noch willens ist, Sport zu machen.

1.400 Athleten trotzen der Hitze. Nicht alle nahmen am Römerman teil, denn es gab auch noch andere WettkĂ€mpfe: Bereits um 08:45 Uhr starteten die „RömerKids“ in zwei Altersgruppen: Die acht- und neunjĂ€hrigen „Delfine“ schwammen 50 Meter, fuhren 2,5 Kilometer mit dem Rad und liefen abschließend 400 Meter. Die zehn- und elfjĂ€hrigen „Tiger“ 100 Meter, 4 Kilometer und 800 Meter. Dabei wurden keine Zeiten genommen, denn die Kinder sollten nicht von Wettkampfgedanken gestresst werden. Alle Finisher erhielten eine Urkunde und ein T-Shirt.

 

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Bei der Siegerehrung im Festzelt wird jedem Finisher ein T-Shirt ĂŒbergeben. Einige ziehen es direkt an.

 

FĂŒr Kinder und Senioren wurde parallen zu den anderen Veranstaltung der so genannte „Fitness-Triathlon“ ausgerichtet: Hier sind die Distanzen sind deutlich kĂŒrzer als beim Römerman (Schwimmen: 500 Meter, Radfahren: 23 Kilometer, Laufen: 5 Kilometer). Daran nahmen etwa 700 Leute teil.

 

Das Schwimmen fĂŒr den Fitness-Triathlon fand im Freibad statt.

Das Schwimmen fĂŒr den Fitness-Triathlon fand im Freibad statt.

 

Im Römerstadion sind etliche VerkaufsstĂ€nde aufgebaut, die zum Beispiel Sportbekleidung oder auch frisch gepressten Orangensaft anbieten. FĂŒr die Kinder wurde eine HĂŒpfburg aufgestellt. Über den ganzen Tag verteilt gibt es ein Sportprogramm, bei dem beispielsweise Turnerinnen eine menschliche Pyramide bauten.

Unangefochtenes Highlight des Tages ist jedoch der Römerman. Knapp zwei Stunden vor dem Start wird im Festzelt der Wettkampf besprochen. Oder besser gesagt: In und vor dem Festzelt – denn es sind so viele Menschen da, dass nicht alle drinnen einen Platz finden.

 

Bei der Wettkampfbesprechung des Römermans ist das Festzelt bis ĂŒber seine KapazitĂ€tsgrenzen ausgelastet.

Bei der Wettkampfbesprechung des Römermans ist das Festzelt bis ĂŒber seine KapazitĂ€tsgrenzen ausgelastet.

 

Weiter hinten versteht man leider kaum ein Wort – vielleicht kann man die Akustik im nĂ€chsten Jahr verbessern. Ansonsten war die Organisation nahezu perfekt. Nach der Besprechung marschieren gut 500 Athleten los zum Neckarufer, wo das Schiff „Weiße Flotte“ wartet, um sie nach Edingen-Neckarhausen zu fahren.

 

    Im Inneren des Schiffs sitzen die Athleten dicht gedrĂ€ngt beieinander. Auf dem Sonnendeck wĂ€re noch etwas Platz gewesen - dort ist es allerdings auch besonders heiß.

Im Inneren des Schiffs sitzen die Athleten dicht gedrĂ€ngt beieinander. Auf dem Sonnendeck wĂ€re noch etwas Platz gewesen – dort ist es allerdings auch besonders heiß.

 

Die Strecke, die beim Schwimmen zurĂŒckgelegt werden muss, betrĂ€gt in Ladenburg 1,8 Kilometer – das sind 300 Meter mehr als bei einem olympischen Triathlon. Die schnellsten Schwimmer legten diese Distanz in gut 20 Minuten zurĂŒck.

 

    Es ist ein eindrucksvoller Anblick, hunderte Sportler durch den Neckar kraulen zu sehen.

Es ist ein eindrucksvoller Anblick, hunderte Sportler durch den Neckar kraulen zu sehen.

 

Das Radfahren beim Römerman „hat es in sich“, wie mehrere Teilnehmer sagen: Stellenweise betrĂ€gt die Steigung der etwa 42 Kilometer langen Strecke mehr 16 Prozent – gerade bei so hohen Temperaturen ist das eine große Herausforderung.

 

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Der Beginn der Radstrecke ist noch eben und schattig – es wird aber noch richtig hart: Etwas spĂ€ter haben die Athleten mit einer hohen Steigung und der prallen Sonne zu kĂ€mpfen.

 

Die Laufstrecke ist zehn Kilometer lang. Sie beginnt und endet im Römerstadion, wo sich etliche Zuschauer versammelt haben, um den ankommenden Athleten beim Endspurt zuzujubeln.

Vorjahressieger Patrick Lange ist auch in diesem Jahr der eindeutige Gewinner: Er schaffte den Römerman nicht nur in der geringsten Gesamtzeit (02:10:21 Stunden), sondern war auch noch in jeder einzelnen Disziplin der Schnellste (Schwimmen: 00:20:01 Stunden, Radfahren: 01:14:54 Stunden, Laufen: 00:35:31 Stunden). Er war sogar schneller als die schnellste Staffel: Das Team Schlossblick, bestehend aus Milan Alt, Wolfgang Hoffmann und Marcus Imbsweiler, brauchte 02:14:56 Stunden.

Auf Platz 2 und 3 landeten Michael Göhner (02:13:02 Stunden) und Steffen Kundel (2:17:27 Stunden). Die schnellsten Frauen waren – wie auch im Vorjahr –  Laura Phillip (02:25:46 Stunden) und Leonie Pötsch (02:29:12 Stunden). Der letzte Finisher benötigte eine Gesamtzeit von 04:10:17 Stunden – auch das ist in Anbetracht der Temperaturen noch sehr beachtlich. Alle Finisher-Zeiten im Detail finden Sie hier.

Über Minh Schredle

Minh Schredle (22) hat 2013 als Praktikant bei uns angefangen und war seitdem freier Mitarbeiter. Von Dezember 2014 bis August 2016 hat er volontiert. Ab September 2016 ist er freier Mitarbeiter bei uns.