Freitag, 19. Januar 2018

Der Marktplatz wird zum Schauplatz eines TV-Krimis

„Ein todsicheres Ding“ in Ladenburg

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Drehbuchautor Holger Karsten Schmidt lieferte die Vorlage f├╝r „Ein todsicheres Ding“ – einem fiktionalen Bankraub, der im Juli/August in Ladenburg gedreht werden wird. Foto: Ira Zehender

 

Ladenburg/Stuttgart, 22. Mai 2013. (red) In Ladenburg wird eine Bank ├╝berfallen – die Ereignisse spitzen sich zu. Es kommt zum… Wie genau das Ereignis weitergeht, will man noch nicht verraten. Klar ist: Ladenburg wird im Juli/August zur Filmstadt. Der SWR dreht in Zusammenarbeit mit der Maran-Film (Baden-Baden) einen Krimi in Ladenburg. Fest steht: Roland Suso Richter f├╝hrt Regie, Richy M├╝ller spielt die Hauptrolle, die Kamera f├╝hrt J├╝rgen Carle und das Drehbuch hat Holger Karsten Schmidt geschrieben.

Von Hardy Prothmann

Bis es „Und Aufnahme“ hei├čt, dauert es noch ein wenig. Im Zeitraum Juli/August wird der SWR gut zwei Wochen in Zusammenarbeit mit der Maran-Film Baden-Baden einen Fernsehkrimi im sch├Ânen Ladenburg drehen. Es wird einen Bank├╝berfall geben. Der B├Âsewicht ist der aus Mannheim stammende Richy M├╝ller, der 1979 mit dem Film „Die gro├če Flatter“ bekannt wurde, 2011 mit dem Deutschen Fernsehpreis f├╝r die beste Nebenrolle ausgezeichnet worden ist und als Kommissar Thorsten Lannert zusammen mit Felix Klare das Team des Stuttgarter Tatorts bildet. Das Drehbuch hat der renommierte Filmautor Holger Karsten Schmidt geschrieben, der f├╝r „M├Ârder auf Amrun“ den Grimmepreis erhalten hat.

Am kommenden Sonntag l├Ąuft ├╝brigens ein Vorgeschmack auf das Quartett: Das Buch f├╝r den Stuttgarter Tatort „Spiel auf Zeit“ hat Holger Karsten Schmidt geschrieben (der auch dieses Tatort-Team konzipiert hat), Regie f├╝hrte Roland Suso Richter, der f├╝r Filme wie die „Bubi Scholz Story“ oder „Mogadischu“ ausgezeichnet worden ist. Richy M├╝ller ermittelt, die Kamera f├╝hrte J├╝rgen Carle.

Autor Schmidt und Regisseur Richter haben vor fast 20 Jahren das erste Mal zusammengearbeitet: „14 Tage lebensl├Ąnglich“ mit Kai Wiesinger in der Hauptrolle war das erste „gro├če“ Drehbuch f├╝r den Hamburger Schmidt, der an der Filmakademie in Ludwigsburg Drehbuch studiert hat und ebenfalls ein vielbeachteter Erfolg f├╝r den Marburger Richter, der ebenfalls am Anfang seiner Karriere stand. Zwei weitere Filme sind in den 90-ern entstanden, f├╝r die Holger Karsten Schmidt das Drehbuch geschrieben hat und Roland Suso Richter Regie f├╝hrte: „Risko Null – der Tod steht auf dem Speiseplan“ (1995), in dem der BSE-Skandal fiktiv aufgearbeitet worden ist und „Buddies“ (1997), eine Geschichte ├╝ber Insiderhandel und Freundschaft.

Bis zum aktuellen Tatort haben Regisseur und Autor seit 16 Jahren kein gemeinsames Projekt mehr gehabt. Man darf auf den Film gespannt sein: Roland Suso Richter gilt als sehr intensiver Regisseur, Holger Karsten Schmidt („In Sachen Kaminski“) ist f├╝r seine nicht minder intensiven Charakter und Stoffe bekannt, die sich besonders in den Dialogen hervortun. Richy M├╝ller hat seine Fan-Gemeinde sicher und J├╝rgen Carle ist als Kameramann eine „sichere Bank“.

Wie wird jemand zum Bankr├Ąuber?

Der geplante Spielfilm trug den Arbeitstitel „Hundstage“ und ist kein Remake des gleichnamigen Films von Sidney Lumet, wie der Mannheimer Morgen falsch berichtete. Auf Anfrage sagte Drehbuch-Autor Holger Karsten Schmidt:

Ich bekam den Artikel „The Boys in the Bank“, 1972 im Life Magazine erschienen, mit der Frage, wie man eine solche Story heute in Deutschland umsetzen k├Ânnte. Das Script von „Dog Day Afternoon“ von Frank Pierson fu├čt auf dem identischen Artikel. Das ist die Gemeinsamkeit zwischen seiner und meiner Arbeit. Mein Buch erz├Ąhlt eine fiktive Geschichte in 90 Minuten in einer Kleinstadt. „Warum wird jemand zum Bankr├Ąuber?“ ist die Kernfrage. Der Lumet-Film „Dog Day Afternoon“ dauert etwas ├╝ber zwei Stunden und spielt in Brooklyn. Unter „Hundstage“ wurde mein Drehbuch produktionsintern gef├╝hrt. F├╝r ein Remake von „Dog Day Afternoon“ br├Ąuchte man heute au├čerdem mindestens das F├╝nffache des Budgets, das uns zur Verf├╝gung steht.“

Urspr├╝nglich war der Handlungsort in Asperg bei Stuttgart angesiedelt – das Produktionsteam hat sich nach geeigneten Drehorten umgeschaut und sich f├╝r Ladenburg entschieden. In Asperg lebt Drehbuch-Autor Schmidt.

Interessant ist, wie sich fiktionale und reale Orte und Handlungen mischen k├Ânnen. Viele Handlungsorte in seinem 2011 erschienen Deb├╝troman „Isenhart“ sind hier bei uns vor Ort angelegt, in Speyer, in Mannheim, Sinsheim und Weinheim beispielsweise – aber auch Asperg spielt dort eine Rolle. Der geb├╝rtige Hamburger Schmidt kam zum Studium nach Mannheim, wo auch die Idee zum Mittelalter-Roman „Isenhart“ entstand, den er dann 20 Jahre sp├Ąter erfolgreich geschrieben hat – der Roman ist in der 3. Auflage.

Aus Mannheim kommt auch der sehr erfolgreiche Produzent Nico Hofmann (Berlin), mit dem sowohl Schmidt als auch Richter h├Ąufig zusammengearbeitet haben.

├ťber Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gr├╝ndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Portr├Ąts und Reportagen oder macht investigative St├╝cke.