Sonntag, 22. April 2018

Lieber Herr Dr. Hilger!

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Guten Tag!

Ladenburg, 21. April 2010. Ein Bericht auf dem ladenburgblog hat Herrn Dr. Peter Hilger veranlasst, einen Kommentar zu schreiben. Das freut uns – nicht ganz. Wir erklären, warum.

Von Hardy Prothmann

Lieber Herr Dr. Hilger,

Sie haben gestern Abend einen Kommentar zu unserem Bericht „Spargelstich – Zwischen Marketing und Tradition“ geschrieben:

„lieber Herr Poelitz, sollten Sie Nachhilfeunterricht in kulinarischen
Dingen benötigen, ich stehe Ihnen, wie auch sonst, zur Verfügung.
Was Journalismus angeht, könnte ich Ihnen und dem Autor Ihres blogs,
ebenfalls behilflich sein-€¦. GruĂź peter hilger“

Persönlich kennen wir uns bis auf kurze Begrüßungen im Gemeinderat noch nicht.

Geschmäcker sind verschieden.

Deswegen sind wir ob Ihres großzügigen Angebots doch sehr verwundert. Denn die Geschmäcker sind, wie Sie sicher wissen, verschieden.

Wieso Sie Herrn Pölitz implizit unterstellen, dass er „Nachhilfeunterricht benötige“, lassen Sie offen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit beziehen Sie sich auf den Text und darauf, dass Herr Pölitz dem servierten Spargel „kein Aroma“ attestierte.

Eventuell haben Sie ja bereits auch schon vom Hege-Spargel gekostet und finden diesen hocharomatisch. Eventuell gefällt es Ihnen als Mitverantwortlichem für ein Ladenburger Kochbuch nicht, dass auch andere Menschen eine Meinung über ihren eigenen Geschmack haben.

„Was den Journalismus angeht“, bieten Sie uns ebenfalls Hilfe an.

Hans-Dampf-in-allen-Gassen?

Potzblitz, Herr Dr. Hilger! Sind Sie am Ende gar ein Hans-Dampf-in-allen-Gassen? Arzt, Gourmet und Journalist? Und zumindest im Bereich der Kulinaria und des Journalismus so bewandert, dass Sie sich die Rolle eines Nachhilfelehrers zutrauen?

Vielleicht haben wir Ihren jovialen Kommentar aber auch nicht richtig verstanden und Sie bieten uns gar keine Hilfe an, sondern etwas anderes.

Als bekannte Ladenburger Persönlichkeit scheinen Sie nach unseren Informationen immer fĂĽr ein lockeres Schwätzchen zu haben zu sein und fĂĽr aus Ihrer Sicht witzige Bemerkungen – tatsächlich erscheint uns Ihre Kontaktaufnahme herablassend.

Natürlich können Sie auch eine herablassende Haltung einnehmen. Wir leben in einem freien Land.

Jovialer Charakter?

Warum Sie sich aber herablassend äußern, erklären Sie nicht. Kein Argument, kein Zitat hat ihr Kommentar nötig, um sich verständlich zu machen. Trifft das auf Sie als Persönlichkeit sonst auch zu? Haben wir Sie mit diesen Sätzen am Ende gar schon zutreffend porträtiert? Als jovialen Charakter?

Wie Sie feststellen, betrachten wir unsere Kommentarfunktion nicht als Spuckecke, sondern freuen uns ĂĽber meinungsfreudige Kommentare, stichhaltige Argumente und interessante Informationen und befassen uns intensiv mit den Kommentaren, also auch Ihrem.

Ihr Kommentar bedient leider keinen unserer WĂĽnsche. Und das ist schade. Wenn Sie so wollen, liest sich Ihr Kommentar wie ein Spargel ohne Aroma schmeckt.

Wie die Geschmäcker ist auch der Journalismus sehr verschieden. Wir bieten seit Mitte Februar ein neues journalistisches Medium fĂĽr die Stadt Ladenburg an. Noch können wir nicht alle Erwartungen und Themen der Stadt bedienen – Sie können aber versichert sein, dass wir kontinuierlich daran arbeiten, schon bald das Leitmedium fĂĽr die Stadt Ladenburg zu sein. In Heddesheim ist uns das innerhalb eines Jahres gelungen.

Klare Positionierung.

Wir arbeiten sehr meinungsfreudig, rechercheintensiv und vor allem unabhängig.

Wir positionieren uns dabei eindeutig gegen die Monopolzeitung Mannheimer Morgen und das lokale Mitteilungsblatt. Insofern verstehen wir Ihre Verstimmung, denn die journalistische Hausmannskost, die sie bisher gewohnt waren, wird von uns nicht angeboten.

Bei den Zeitungen findet in unseren Augen überwiegend Bratwurstjournalismus statt. Insofern empfehlen wir Ihnen als Gourmet und Kenner der lokalen Küche die Lektüre dieser Blätter.

Sofern Sie sich darĂĽber hinaus hier informieren wollen, sind Sie herzlich eingeladen.

Das gilt auch fĂĽr das Schreiben von Kommentaren oder Gastbeiträgen. Allerdings wĂĽnschen wir uns von einem studierten Mediziner und Stadtrat dann doch etwas mehr Substanz – zumal Sie vorgeben, dem Feinsinnigen nicht abgeneigt zu sein.

Ăśber Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.