Mittwoch, 19. September 2018

Landrat Dallinger vereidigt

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Ladenburg/Rhein-Neckar, 21. Juli 2010. Bei der Kreistagssitzung am 20. Juli 2010 in Heddesheim wurde der Landrat Stefan Dallinger von RegierungsprĂ€sident Dr. Rudolf KĂŒhner im Heddesheimer BĂŒrgerhaus vereidigt.

Information des Landratsamts:

„Ich schwöre, dass ich mein Amt nach bestem Wissen und Können fĂŒhren, das Grundgesetz fĂŒr die Bundesrepublik Deutschland, die Landesverfassung und das Recht achten und verteidigen und Gerechtigkeit gegen jedermann ĂŒben werde. So wahr mir Gott helfe.“ Mit fester Stimme sprach Landrat Stefan Dallinger in Heddesheim zu Beginn der ersten Kreistagssitzung seiner Amtszeit (20.07.2010) den Amtseid, den ihm der extra aus Karlsruhe angereiste RegierungsprĂ€sident Dr. Rudolf KĂŒhner abnahm. Gleichzeitig gelobte der Landrat, dass er sein Amt als Landrat des Rhein-Neckar-Kreises gerecht und unparteiisch verwalten werde und die Rechte des Landkreises nach KrĂ€ften wahren und sein Wohl und das seiner Einwohner fördern werde.

Der neue Landrat Stefan Dallinger (CDU) und RegierungsprĂ€sident Dr. Rudolf KĂŒhner. Bild: LRA

Der Wechsel im Amt des Landrats ist ein ganz besonderer Moment in den GeschichtsbĂŒchern eines Landkreises, erst recht, wenn eine Ära, wie die 24-jĂ€hrige Amtszeit von Landrat Dr. JĂŒrgen SchĂŒtz zu Ende gegangen sei, sagte RegierungsprĂ€sident Dr. KĂŒhner.

Der Rhein-Neckar-Kreis sei heute Beispiel gebend im ganzen Land und ein Motor im Regierungsbezirk. Er erinnerte noch einmal an die ĂŒberzeugende Wahl Stefan Dallingers im ersten Wahlgang und unterstrich, dass der Landrat als Nahtstelle zwischen kommunaler und staatlicher Verwaltungsebene ein Amt wĂ€re, das nicht nur besondere Herausforderungen, sondern eine FĂŒlle von Gestaltungsmöglichkeiten biete.

Die Kommunen und Landkreise bezeichnete er als das eigentliche RĂŒckgrat des Landes, und Landrat sei eines der schönsten Ämter, die es ĂŒberhaupt gebe. Sicher wĂ€re es nicht einfach, das Anforderungsprofil eines Landrats zu erfĂŒllen, schmunzelte der Dr. KĂŒhner, denn schließlich mĂŒsse ein Landrat immer Bescheid wissen, allgegenwĂ€rtig sein, bei der Arbeit am Morgen der Erste und abends der Letzte, spendabel, immer guter Laune und jede seiner Gemeinden am liebsten haben.

Ernster fuhr er fort, dass der Spagat bestimmt nicht einfach ist, in wirtschaftlich und finanziell schwierigen Zeiten einen Landkreis auf der Spur zu halten, als Wirtschaftsstandort bei der Verkehrsinfrastruktur, bei Bildung, Klimaschutz und in punkto Familienfreundlichkeit auf dem Niveau zu halten, das der Rhein-Neckar-Kreis erreicht habe. Doch als passionierter Handballer bringe Stefan Dallinger die notwendigen Eigenschaften, wie Kondition, Ausdauer, Durchhaltevermögen sowie die FÀhigkeit, die KrÀfte einzuteilen und ein Mannschaftsspieler zu sein, durchaus mit und habe das Zeug, als Landrat wirklich erfolgreich zu arbeiten.

Seine Vereidigung nahm der neue Landrat zum Anlass, nach 81 Tagen im Amt eine erste Zwischenbilanz seiner Arbeit zu ziehen. „Ich habe ĂŒberall eine Welle der Sympathie erfahren und die Zeit seit dem Amtsantritt ist sehr positiv verlaufen“, freute sich Stefan Dallinger.

Bei Personalversammlung und Besuchen in allen Kreiseinrichtungen und in einer Dienstversammlung mit den BĂŒrgermeistern seine Kontakte geknĂŒpft worden. Ihm sei es wichtig, „fair, konstruktiv, klar und strukturiert nach vorne zu arbeiten und damit zu Ziele erreichen, die wir uns zum Wohle der BĂŒrgerinnen und BĂŒrger setzen“, so der Landrat. Besonders beschĂ€ftigt in der ersten Zeit habe ihn die Haushaltssituation 2011 und die Neuorgansiation des SGB II.

Doch auch zu den von ihm in seiner Bewerbungsrede vor dem Kreistag genannten drei Schwerpunkten Bildung, Klimaschutz und Wirtschaftsförderung gebe es inzwischen mehr als erste Überlegungen, erklĂ€rte der Landrat. Vor dem Hintergrund erkennbar zurĂŒckgehender SchĂŒlerzahlen gelte es die beruflichen Schulen mit einem Schulentwicklungsplan weiter zu entwickeln.

Dieser „Bildungsplan Rhein-Neckar“ könne helfen, Kompetenzfelder der einzelnen beruflichen Schulen festzulegen und sie weiter zu profilieren. So können die Schulzentren sich zu Kompetenzzentren entwickeln, durchaus mit ĂŒberregionalem Blickwinkel. Erste GesprĂ€che haben mit der geschĂ€ftsfĂŒhrenden Schulleitung und bei seinen Antrittsbesuchen mit den OberbĂŒrgermeistern von Heidelberg und Mannheim sowie auch mit dem Landrat des Neckar-Odenwald-Kreises stattgefunden. Der regionale Schulentwicklungsplan des RegierungsprĂ€sidiums könne eventuell „der Nucleus sein, um Planungs- uns Investitionssicherheit an allen Schulen der TrĂ€ger zu bekommen.“

Um ein Klimaschutzkonzept zu entwickeln, habe man intern ein Team gebildet, das den Untersuchungsrahmen fĂŒr den Kreis und seine Töchter abstecken und dann ein umfassendes „Klimaschutzkonzept Rhein-Neckar-Kreis“ erstellen soll, in dem alle Investitionen sowie die organisatorischen und betrieblichen AblĂ€ufe beleuchtet und konkrete Vorstellungen zur Umsetzung erlĂ€utert werden. NatĂŒrlich mĂŒssen nach dieser Expertise spĂ€ter die Fortschritte auch immer wieder ĂŒberprĂŒft werden.

Wichtig sei ihm dabei auch ein Gesamtkonzept, das im Zusammenspiel mit den StĂ€dten und Gemeinden Akzente setzen könne. „Es ist mein Wunsch und Ziel, in einer konzertierten Aktion eine große VerstĂ€ndigung auf Klimaschutzziele und die Vorgehensweise, wie sie zu erreichen sind, zu finden“, unterstrich Landrat Dallinger. Deshalb wolle er nach der Sommerpause auf alle Gemeinden zugehen, um seine Vorstellungen zu erlĂ€utern und fĂŒr einen gemeinsamen Ansatz zu werben, der sich an den Klimaschutzzielen des Konvents der BĂŒrgermeister von Kommunen in der EuropĂ€ischen Union orientieren könne.

In vielen GesprĂ€chen sei „deutlich geworden, dass in der Wirtschaftsförderung tatsĂ€chlich ein weiterer Handlungsbedarf besteht“, sprach Dallinger seinen dritten Schwerpunkt an. Deshalb wolle er im Haushaltsplan 2011 eine Stelle fĂŒr einen Wirtschaftsförderer im Stab des Landrats einrichten. In dieser Stabsstelle soll dann nicht nur das Thema Wirtschaftsförderung als Bestandpflege und Ansiedlungsmanagement konzentriert bearbeitet werden, sondern auch die Informationsweitergabe zu Förderprogrammen des Bundes, des Landes oder der EuropĂ€ischen Union einfließen.“

Anmerkung der Redaktion: Pressemitteilungen geben nicht die Ansicht der Redaktion wieder. Sofern wir redaktionell nicht bearbeitete, aber fĂŒr die Öffentlichkeit wichtige Informationen veröffentlichen, machen wir dies kenntlich.
Aus TermingrĂŒnden konnten wir leider nicht an der Sitzung teilnehmen.

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist GrĂŒndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten PortrĂ€ts und Reportagen oder macht investigative StĂŒcke.