Sonntag, 19. November 2017

Neujahrsempfang

Ansprache des Bürgermeisters

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Ladenburg, 20. Januar 2013. (red/pm) Der Neujahrsempfang der Stadt Ladenburg anlässlich des Antoniustages 2013 setzte mit der Ansprache des Bürgermeisters einige thematische Höhepunkte. Wir dokumentieren die Schriftfassung – es galt das gesprochene Wort.

Ansprache Bürgermeister Rainer Ziegler:

„Wer an den Dingen seiner Stadt nicht Anteil nimmt, ist kein stiller, sondern ein schlechter Bürger.Sie sagen, das ist aber eine derbe Begrüßung zu diesem Neujahrsempfang? Das mag so klingen. Ich finde aber, es ist ein bemerkenswerter Satz. Vor allem, weil er gar nicht von mir stammt – diese Einschätzung nahm der griechische Staatsmann Perikles bereits Mitte des 5. Jahrhunderts vor Christus vor.

Den Begriff des schlechten Bürgers im Sinne Perikles gibt es in meinem Sprachschatz nicht – wenn, würden Sie auf jeden Fall nicht dazu gehören, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, die Sie heute Morgen zu unserem Neujahrsempfang anlässlich des Antoniustages hierher in’s Carl-Benz-Gymnasium gekommen sind.

Sie nehmen damit Anteil am Geschehen der Stadt – dieser Empfang ist ein Teil davon. Und ich weiß, gerade Sie, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, erweitert um die zahlreichen Freunde und Gönner der Stadt, nehmen Anteil nicht nur heute, sondern das ganze Jahr über.

Anteil nehmen heißt für Sie aber nicht, so wie heute nur zuzuhören, wie der Bürgermeister das Geschehen des letzten Jahres bilanziert und was er für das gerade begonnene neue Jahr und die weitere Zukunft prognostiziert, sondern Sie nehmen aktiv am Stadtgeschehen teil und gestalten das Zusammenleben sowie die Rahmenbedingungen dafür ganz bewusst mit. Und das trifft zum Glück nicht nur auf Sie zu, die hier dabei sind, sondern auch auf unglaublich viele Weitere aus unserer Bürgerschaft und sogar von außerhalb unserer Stadtgrenzen.

Ich bin und bleibe überaus dankbar für das ausgeprägte ehrenamtliche Engagement, das ich in unserer Stadt immer wieder beobachten und erleben darf. Und ich bin dankbar für jede Unterstützung, die uns zuteil wird und die dazu beiträgt, dass unsere Stadt ihre Attraktivität und ihre Wohlfahrtswirkung nicht nur erhalten, sondern weiter stärken kann. Ganz herzlichen Dank rufe ich deshalb allen unserer Stadtgemeinschaft verbundenen und darin engagierten Bürgerinnen und Bürgern, allen Freunden und Gönnern Ladenburgs zu.

Und deshalb freue ich mich sehr, dass Sie da sind – seien Sie herzlich willkommen. Für Sie alle, auch wenn ich Sie namentlich nicht einzeln nennen kann – soll es natürlich einen Begrüßungsapplaus geben, aber den spenden wir bitte zusammengefasst am Ende der Begrüßung.

Herzlich willkommen

  • den Bundestagsabgeordneten,
  • den Landtagsabgeordneten Gerhard

  • den Kreisrätinnen und Kreisräten,

  • den Stadträtinnen und Stadträten unseres Gemeinderates sowie den Altstadträtinnen und Altstadträten,
  • den Mitgliedern des mit großer Beteiligung gerade erfolgreich neu Jugendgemeinderates und auch den Alt-Jugendstadträtinnen und Alt-Jugendstadträten – das klingt wunderbar widersprüchlich, nicht wahr?
  • den sachkundigen Einwohnerinnen und Einwohnern in den Ausschüssen, Kommissionen, Beiräten und sonstigen Gremien.

Ich begrüße die Vertreter

  • des Landratsamtes,

  • der Polizei und derKriminalpolizei,

die Vertreter

  • unserer Feuerwehr, die nach dem Feuerwehrball sicher noch müde sind,
  • aller weiteren Hilfsorganisationen,

  • der Kirchen,

  • der sozialen Einrichtungen in unserer Stadt,

  • der Ladenburger Schulen, Kindergärten und sonstigen Einrichtungen für unsere Kinder und Jugendlichen sowie die Elternbeiräte,

die Vertreter

  • der Ladenburger Vereine und Verbände

  • sowie der ortsansässigen Unternehmen aller Facetten.

Ich begrüße

  • nochmals die zahlreichen ehrenamtlich Tätigen in unserer Stadt,
  • darunter auch die Mitglieder der ZukunftswerkStadt in den aktiven Arbeitskreisen.

Willkommen den

  • Künstlerinnen, Künstlern und anderen Kulturschaffenden,

  • nochmals den Spendern und Sponsoren sowie allen anderen, die uns im vergangenen Jahr auf vielfältigste Weise unterstützt haben,
  • den Vertretern der Medien und

  • nicht zuletzt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung und der städtischen Einrichtungen.

Und ich begrüße vor allem Sie, die Bürgerinnen und Bürger, die Jugend und die Kinder sowie die Gäste unserer Stadt. Schön, dass Sie alle da sind.

Jetzt gilt es, zunächst danke zu sagen für die musikalische Begleitung dieses Neujahrsempfangs. Ist das nicht auch heute wieder ein toller Sound? Wir sind zu Gast im Carl-Benz-Gymnasium und haben musikalisch zu Gast die Big Band „Style & Groove“ des CBG unter der Leitung des engagierten Musiklehrers Manuel Jandl. Sie haben uns im letzten Jahr bereits erfreut und tun dies heute ein weiteres Mal. Und das aus gutem Grund: Unser CBG inklusive seiner Vorgängerschulen wird nämlich in diesem Jahr 150 Jahre alt.

Dieses bedeutende Jubiläum hat es natürlich verdient, heute und auch weiterhin in diesem Jahr herausgestellt zu werden. Wir hören hierzu später mehr von Günter Keller, dem Leiter des CBG. Zunächst zurück zur Big Band: Sie hörten gerade das bekannte Chattanooga Choo Choovon Harry Warren, arrangiert von Michael Story.

Seit Manuel Jandl, ein hervorragender Könner an der Trompete, Lehrer im CBG ist, gibt es diese Big Band – natürlich in wechselnder Besetzung – mit jungen Leuten, auf die wir stolz sein können. Ich bin begeistert von ihrem Sound und ich merke, Sie auch – später mehr davon.

Neben dem CBG feiern in diesem Jahr noch andere wichtige Institutionen und Einrichtungen bemerkenswerte Jubiläen:

  • Unsere Gesangsvereine haben Geburtstag: Der Liederkranz den 170. und die Sängereinheit den 130.
  • Vor 125 Jahren unternahm unsere Ehrenbürgerin die erste Überlandfahrt mit einem Automobil von Mannheim nach Pforzheim – wahrhaftig eine Pionierleistung.
  • Dieses Jahr wird die DLRG 100 Jahre alt. Das wird unsere Ortsgruppe, die es seit 1970 als Teil des Bezirks und seit 1992 als selbstständigen Verein gibt, mit einem Fest im Freibad und mit einer Rettungsübung am Neckar gebührend feiern.
  • Der Angelsportverein Ladenburg und Umgebung ist vor 90 Jahren gegründet worden.
  • Den heutigen Caritas-Verein gibt es – anfangs noch mit anderem Namen – seit 60 Jahren.
  • Unsere Partnerschaft mit Garango in Burkina Faso kann in diesem Jahr auf ihr 30-jähriges Bestehen zurückblicken. Übrigens: Die aktuellen Geschehnisse im nordwestlich benachbarten Mali lassen Burkina Faso zum Glück unberührt. Das 30-jährige Jubiläum werden wir natürlich kräftig feiern und zwar zusammen mit Freunden aus Garango, die wir dazu einladen werden.
  • Als passenden Rahmen für die Partnerschaftsfeierlichkeiten haben wir unser Altstadtfest auserkoren, das selbst Geburtstag feiert. Das größte Fest unserer Stadt ist vor 40 Jahren entstanden und mit diesem Fest ist ein weiteres Jubiläum verbunden. Eine Frau hat alle 40 Altstadtfeste organisiert – wirklich alle, sie hat kein einziges davon wegen Urlaub, Krankheit oder anderer Umstände ausgelassen – eine großartige Leistung, liebe Brigitte Stahl.
  • Auch vor 40 Jahren wurde die erste Jupiter-Gigantensäule in unserer Stadt entdeckt und zwar bei Bauarbeiten in einem verschütteten Brunnen am Merianweg.
  • Vor 30 Jahren ist die Nordumgehung Ladenburgs durch den Regierungspräsidenten Trudbert Müller eingeweiht worden.
  • Auf dem Hexenturm wurde vor 25 Jahren das Dach wieder errichtet.
  • Unsere Stadtkapelle wird 20 Jahre alt – herzlichen Glückwunsch. Ich bin überzeugt, das werden wir musikalisch gebührend feiern.

Zu einem Neujahrsempfang gehören drei Blicke unabdingbar dazu. Diese Blicke wollen Sie vom Bürgermeister aufgezeigt bekommen, auch deshalb sind Sie gekommen. Zunächst zum Rückblick auf das vergangene Jahr und den Blick darauf, wo und wie wir heute stehen.

Darüber gibt es einiges zu sagen – vor allem dazu: Ladenburg schwimmt im Geld und Mit der Bescheidenheit ist es vorbei. So lautete es inArtikeln der Ladenburger Zeitung und der Rhein-Neckar-Zeitung mit einem angeblichen Interview mit mir. Ich bin fast vom Stuhl gefallen, als ich den Inhalt dieses angeblichen Interviews las, das mich am Datum zweifeln ließ; ich fühlte mich auf den 1. April versetzt.

Das einzig Echte an den beiden Artikeln war im Grunde mein Kopf, der auf den Körper irgendeines Menschen versetzt war. Ich gebe ja zu, mein erster Blick auf die Artikel verleitete mich zu dem Ausspruch: Solche Klamotten habe ich ja gar nicht. Die bemerkenswerteste Erkenntnis war für mich aber: Viele Mitbürgerinnen und Mitbürger haben die Phantasien des Journalisten tatsächlich geglaubt. Ich wurde vielfach darauf angesprochen, und ich weiß, dass dieses in „“ zu setzende Interview Gesprächstoff bei vielen Begegnungen, bei Stammtischen und zu meinem Leidwesen auch im Kreis der Bürgermeisterkollegen war.

Auslöser der Meldung Wir schwimmen im Geld war der gleichlautende Ausspruch eines Stadtrats nach dem Bericht über den Verlauf und voraussichtlichen Abschluss des städtischen Haushalts 2012 in der Dezembersitzung des vergangenen Jahres.

Natürlich war es nach schlechteren Vorjahren mit der zu verkraftenden Wirtschafts- und Finanzkrise erfreulich, wie sich vor allem im letzten Jahr die wirtschaftliche Lage bei Bund, Land und Kommunen entwickelt hat. Durch die der Stadt daraus zugeflossenen Mehreinnahmen, u. a. aus der Einkommenssteuer, aber besonders aus der Gewerbesteuer, ist es nach dem Rechnungsabschluss möglich, der Rücklage deutlich mehr Substanz zuzuführen als geplant.

Von Reichtum kann aber infolgedessen keinesfalls gesprochen werden; aus dem Vollen zu schöpfen, wie es in dem angeblichen Interview zum Ausdruck kam, scheidet aus. Trotz der unerwartet hohen Gewerbesteuereinnahmen des letzten Jahres ist es mit der Bescheidenheit mit Sicherheit nicht vorbei. Mit purer Bescheidenheit wären in der Vergangenheit die zahlreichen städtischen Einrichtungen und die durchgeführten Projekte, auf die wir stolz sind, zwar nicht möglich gewesen. Auch dafür war immer schon viel Geld nötig gewesen; in Ladenburg wandern wir stets auf dem Grat zwischen Sparsamkeit und der Bereitschaft, in die Stadt zu investieren.

Aber: Bescheidenheit, und darunter verstehe ich, Übermaß außen vor zu lassen, ist nicht nur eine Zier, sondern ein Erfordernis des Gemeindewirtschaftsrechtes. Auch wenn Geld `mal mehr wie erwartet in’s Stadtsäckel fließt, bleibt Behutsamkeit im Haushaltsvollzug angesagt. Zum einen wissen Sie ja aus meinen echten Interviews, dass wir von den erhaltenen Gewerbesteuereinnahmen nur 20 – 30 % behalten dürfen. Der Löwenanteil fließt über den Landesfinanzausgleich und die Umlage an den Landkreis wieder ab; das werden wir zeitversetzt im Jahr 2014 schmerzhaft zu spüren bekommen. Unser bewährter Kämmerer und ich wissen heute noch nicht, ob wir den Haushalt dann ohne Kredite ausgleichen können; ein ganz kräftiger Schluck aus der Rücklage wird auf jeden Fall erforderlich.

Und zum anderen reicht das, was von der Gewerbesteuer bei uns verbleibt, bei weitem nicht aus, um die großen Aufgaben, auf die ich noch zu sprechen komme, zu finanzieren. Also: Wir blicken auf eine Stadt mit hoher Attraktivität und großer Vielfalt, mit hoher Dichte an städtischen Einrichtungen und breitem Angebot für viele Interessen. Aber: Wir sind finanziell gesehen keineswegs reich – eher gilt der Spruch: Wir leben eigentlich über unsere Verhältnisse. Und dennoch müssen wir nach vorne schauen, uns den Aufgaben und Themen widmen, die sich uns stellen – manchmal auch mit der Notwendigkeit, dafür Schulden zu machen.

Die Sanierung des CBG gehört mit Sicherheit dazu, wenn auch nicht sofort, wie mir der Journalist in den Mund legt. Die Martinsschule für die Sanierungszeit anzumieten, wäre jedoch Unsinn, sie müsste mit irrsinnigem Aufwand dafür erst ertüchtigt werden und würde doch nicht ausreichen, um die Bedürfnisse des CBG zu erfüllen. Und ein auch für die Bürger offenes Hallenbad werden wir dem CBG sicher nicht zu seinem Jubiläum schenken.

Die Phantasie des Journalisten blüht weiter: Auf den von mir überlegten Anbau an die Lobdengauhalle komme ich gleich noch zu sprechen, die Dallas Mavericks um Dirk Nowitzki werde ich aber kaum nach Ladenburg locken können. Sofern im Ladenburger Boden eine römische Galeere verborgen ist, lassen wir sie zur Konservierung besser dort, wo sie ist; das Schneckehäusel muss einem römischen Hafen also nicht weichen.

Was die Angebote auf unserem Friedhof angeht, sind wir ja durchaus kreativ; das neue gärtnergepflegte Grabfeld zeugt davon. Aber bitte glauben Sie mir, Seebestattungen werden weiterhin nicht zu unseren Angeboten gehören. Eine neue Amtsleitung für den Bereich Tourismus und Stadtmarketing brauche ich übrigens auch nicht; dafür habe ich Brigitte Stahl mit ihrer Stabsstelle an meiner Seite. Dennoch wollen wir mit externer Unterstützung Wege für eine neue Lebendigkeit suchen. Grundsätzliche Sorgen machen wir uns da schon.

Auch die Übernahme der Sebastianskapelle in die Verantwortung der Stadt ist sozusagen herbei geschrieben. Wir wären zwar froh, wenn dieses Kleinod wieder für die Bürger und die Gäste unserer Stadt offen wäre, aber städtische Mittel für die Sanierung sind angesichts unserer anderen Aufgaben nicht verfügbar. Es wird für die Stadt schon schwer genug, eines Tages eine wesentliche Rolle in der Nutzung der Kapelle zu übernehmen, was natürlich auch mit finanziellem Aufwand verbunden sein wird. Und letztendlich bekommen weder die Triathleten der LSV einen eigenen Dampfer, um die Sportler zum Start nach Edingen zu fahren, noch die Freibadbesucher einen Aufzug zum Einstieg in die durch den Förderverein Freibad Ladenburg finanzierten Rutsche.

Soviel zu dem uns unterstellten Reichtum. Symbolisch dafür haben wir über die Tische einige glänzende „Wert“-Sachen für Sie zum Mitnehmen verteilt. Diese stammen übrigens aus meiner privaten Tasche; ich habe mich nicht `mal getraut, sie aus dem Stadtsäckel zu finanzieren. Und so muss ich Sie auch enttäuschen, wenn Sie sich auf ein Mittagessen hier gefreut haben, das ebenso nicht serviert wird wie das journalistisch angekündigte Kuchenbüffet.

Es bleibt also bei Wein, Wasser und Brezeln. Ob Sie an meiner Stelle hier lieber die angesagten Einzelreferate der Stadträtinnen und Stadträte gehört hätten, können Sie mir gerne nachher mitteilen. Wäre tatsächlich `mal was Neues; der Heimatbund müsste halt seine um 15.00 Uhr beginnende Jahreshauptversammlung nach hinten verschieben.

Bei aller Phantasie des Journalisten ist natürlich dennoch festzuhalten, das Jahr 2012 war ein finanziell gutes Jahr; deutlich besser als erwartet. Mit der dadurch gestärkten Rücklage können wir die anstehenden großen Aufgaben und Projekte ein klein wenig mutiger angehen als vor einem Jahr vorhersehbar. Die für uns vor allem wichtigen Fragen werden uns aber weiter begleiten: Wie entwickelt sich die Konjunktur in 2013 und danach, auf wie viel Gewerbesteuer dürfen wir in der Zukunft hoffen?

Neben der finanziellen Entwicklung ist im letzten Jahr Vieles in unserer Stadt geschehen. Hierzu nur einige Stichworte:

  • Mit einem Fest wurde der Bevölkerung das wieder geöffnete Bachbett in der Hauptstraße übergeben, eine deutliche Aufwertung des Schriesheimer Viertels.
  • Nach dem Anbau an die Merian-Realschule wurde auch die Außenanlage mit Unterstützung der Eltern weitgehend fertig gestellt.
  • Die Sanierung des Gebäudeensembles Kiste/Pflastermühle ging entscheidend voran.
  • Im Bereich der Straßenbeleuchtung wurde erfolgreich eine Kooperation mit der Gemeinde Ilvesheim begonnen und darüber hinaus im Gemeinderat beschlossen, die nächtliche Abschaltung beizubehalten – nach Modifizierung durch den Jugendgemeinderat sogar noch etwas länger als zuvor.
  • Auch die Unechte Einbahnstraße in der Haupt- und Kirchenstraße bleibt gemäß einem die Probephase bilanzierenden Gemeinderatsbeschluss bestehen.
  • Die Werkrealschule hat sich auf den Weg zur Ganztagesschule gemacht.
  • Das Erdgeschoss in der Stadtbibliothek wurde attraktiv umgestaltet.
  • Das Gewerbegebiet in der Hohen Straße füllte sich zusehends.
  • Wir haben die Schulsozialarbeit um eine halbe Stelle an der Merian-Realschule gestärkt.
  • Und wir hatten eine glückliche Hand bei der Einstellung weiterer neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, stellvertretend für sie seien genannt: Dr. Andreas Hensen, den neuen Leiter unseres Lobdengau-Museums, Gregor Völker, den neuen stellvertretenden Stadtbaumeister und Angelika Schlechter im Jugendzentrum.

Mein Fazit für 2012 ziehe ich infolgedessen wie in den Vorjahren so: Es war wiederum ein überaus arbeitsreiches und anstrengendes, aber auch ein wieder spannendes und mit allen positiven und negativen Erlebnissen ein insgesamt erfolgreiches Jahr.

Zum dritten Blick, zum Ausblick auf das noch junge Jahr 2013. Es wird ein Jahr mit gleich mehreren richtungweisenden Entscheidungen:

  • Ich erwarte bis Mitte dieses Jahres nach dem entsprechenden Gemeinderatsbeschluss endlich die Rechtskraft zum Bebauungsplan östlich und westlich der Benzstraße; das betrifft also die Hockenwiese und das freie ABB-Gelände. Wenn die im 2. Halbjahr beginnende Erschließung im kommenden Jahr beendet ist, könnten im Spätjahr 2014 die ersten Spatenstiche im letzten nennenswerten Gebiet der Innenentwicklung unserer Stadt erfolgen.
  • Der Gemeinderat wird sich 2014 konkreter als bisher mit der Frage beschäftigen, brauchen wir nach der Innenentwicklung auch noch ein Stück Außenentwicklung? Sie wissen, ich meine damit eine Entwicklungsstufe der Nordstadt. Hierfür gibt es schon etliche befürwortende Stimmen, aber das will mit allen Konsequenzen wohlüberlegt sein. Meine Meinung kennen Sie: Ladenburg darf – auch zugunsten der gesamtstädtischen Infrastruktur – gerne über 12.000 Einwohner hinaus wachsen, aber dies müssen wir sorgfältig planen und zunächst gilt es, die letzten entscheidenden Schritte der Innenentwicklung östlich und westlich der Benzstraße zu tun.
  • Wichtig gerade im Jubiläumsjahr ist: Die Gesamtsanierung des CBG bleibt auf der Agenda und wird in der mittelfristigen Finanzplanung integriert sein.
  • Wir werden auch 2014 in unsere Schulen investieren, insbesondere auch in den vorbeugenden Brandschutz.
  • Für das Gelände am alten Standort der Martinsschule hat die Ausschreibung vier qualifizierte Bewerber erbracht, die das formulierte Anforderungsprofil erfüllen. Bereits am kommenden Mittwoch werden wir uns diese vier genauer anschauen. Das wird richtig spannend, schließlich geht es um einen wichtigen Standort in unserer Stadt mit einem bedeutenden Entwicklungspotenzial.
  • Mit dem Schulgebäude der alten Martinsschule wird auch die alte Sporthalle fallen. Wenn wir dies ersatzlos vollziehen, wird ein erhebliches Vakuum im Vereinssport unserer Stadt, insbesondere im Basketball und auch im Volleyball entstehen, denn die Halle wird seit Jahrzehnten fünf Stunden täglich von der LSV genutzt. Und leider konnten diese Sportarten nicht in die neue Sporthalle der Martinsschule am neuen Standort umziehen, da dort von der Decke Sportgeräte für den Behindertensport hängen. In der Überlegung und mit einer Entwurfsplanung vorbereitet, ist ein Anbau an die Lobdengauhalle, der auch Defizite im Schulsport vermindern könnte. Es wird keine leichte Entscheidung des Gemeinderates werden, ob und ggf. in welcher Ausgestaltung wir das finanziell realisieren können – investiv und hinsichtlich der dauerhaften Nutzung.
  • Bis Mitte des Jahres werden wir das Gebäudeensemble Kiste/Pflastermühle – bis auf Detailmaßnahmen in einen zukunftsfähigen Zustand für ein Jugend- und Kulturzentrum versetzen.
  • Ein weiteres Stück der Hauptstraße, zwischen dem Neckartorplatz und der Brauergasse wollen wir bezüglich des Pflasters wieder verkehrssicher machen – aber nicht mit Carrara-Marmor, wie der Journalist im Interview schreibt, sondern mit dem Pflaster, das schon zwischen Neugasse und Metzgergasse Verwendung fand. Die Maßnahme wird so vorbereitet, dass sie zwischen Mai und dem Altstadtfest durchgeführt werden kann. Diese Baustelle wird zwar den Komfort beim Begehen und Befahren deutlich erhöhen, sie bereitet jedoch dem Einzelhandel Kopfzerbrechen hinsichtlich seiner Umsatzzahlen.
  • In der Bildungspolitik müssen wir neuen Entwicklungen gegenüber aufgeschlossen sein und vor allem aufmerksam bleiben, dass die Entwicklungen in den Kommunen der Region unseren Schulstandort nicht schwächen.
  • Bei der Kleinkindbetreuung und dem ab 1. August geltenden Anspruch auf Betreuung stehen wir zwar mit unseren statistischen Zahlen ganz gut dar, aber ich bin davon überzeugt, dass wir dieses Jahr noch eine Verbesserung anstoßen müssen, um der Vereinbarkeit von Familie und Beruf als kommunaler Standortfaktor noch gerechter zu werden.
  • Und noch etwas Besonderes steht dieses Jahr an: Das Internationale Deutsche Turnfest, das 80.000 Gäste in unsere Region führen wird. Auch Ladenburg wird versuchen, hierfür ein guter Gastgeber zu sein. Aber das Turnfest wird neben einem finanziellen Einsatz auch einen Kraftakt vieler Akteure erfordern. Wir sind dankbar, dass engagierte Menschen und Vereine, allen voran die LSV, ihre Unterstützung zugesagt haben.

So, das soll reichen als Ausblick in die nächste Zukunft. Ich habe heute darauf verzichtet, das Geschehen auf unserer Erde, in Europa und im Bundesgebiet kritisch in den Fokus zu nehmen. Dazu gäbe es viel zu sagen mit Blick auf den leider nicht überall herrschenden Frieden, auf die kriegerischen und terroristischen Auseinandersetzungen und diktatorisches Gebaren, auf Hunger und wirkliche Not, auf die menschgemachten Katastrophen. Wir leben in einer widersprüchlichen Zeit. Ich habe gelesen, was der 14. Dalai Lama dazu sagt und das will ich Ihnen heute noch mitgeben:

  • Wir haben größere Häuser, aber kleinere Familien, mehr Arbeitserleichterungen, aber weniger Zeit.
  • Wir haben es bis zum Mond und bis zurück geschafft, aber es fällt uns schwer, die Straße zu überqueren, um dem Nachbarn zu begegnen.
  • Wir bauen immer mehr und immer bessere Computer, um immer mehr Informationen zu speichern und zu verteilen, aber wir sprechen immer weniger miteinander – während wir auf Quantität setzen, wird die Qualität immer knapper.
  • Wir leben in einer Zeit der großgewachsenen Menschen und der kleingeistigen Charaktere, der satten Gewinne und der verkümmerten Beziehungen – es ist eine Zeit, in der viel im Fenster steht und wenig im Zimmer.

Das sind nachdenklich machende Worte.Nochmals zurück zu etwas Erfreulichem in unserer Stadt. Wie anfangs bereits erwähnt, ist das bürgerschaftliche Engagement eine Stärke unserer Stadt. Viele Einrichtungen und Angebote, die unsere Stadt so lebenswert machen, beruhen auf Initiativen und Aktivitäten der Bürgerinnen und Bürger. Ich danke deshalb allen sehr, die ehrenamtlich und bürgerschaftlich eine Aufgabe für die Gemeinschaft übernommen haben. Sie sind eine unentbehrliche Stütze unserer Stadt. Wir brauchen Sie.

Keiner kann alles, aber jeder kann etwas und gemeinsam schaffen wir vieles – wenn wir das Miteinander in unserer Stadt danach ausrichten, dann schaffen wir es, Ladenburg erfolgreich weiter zu entwickeln und in eine gute Zukunft zu führen.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, verehrte Gäste, es ist für den Gemeinderat, für die Kolleginnen und Kollegen der Stadtverwaltung und für mich persönlich immer wieder eine Herausforderung, sich für die Belange unserer Stadt, für das Wohl und die Interessen der Bürgerinnen und Bürger einzusetzen. Für Ihre Zustimmung und Bestätigung unserer Arbeit, aber auch für konstruktive Kritik, für tröstende Worte oder ein aufmunterndes Zunicken in schwierigen Zeiten und für jegliche Unterstützung bedanke ich mich stellvertretend für uns alle.

So, jetzt höre ich auf die Worte des Satirikers Alexander Pope: Worte sind wie Laub – wo sie im Übermaß sind, findet man selten Früchte darunter.

Alles erdenklich Gute für Sie im Jahr 2013.

Nun zurück zum Jubiläum unseres Carl-Benz-Gymnasiums. Direktor Günter Keller, sozusagen der Hausherr, wird dazu das Mikrofon übernehmen – schenken Sie ihm bitte auch noch Ihre Aufmerksamkeit. Aber zunächst gibt es wieder Musik – den Sound der Big Band des CBG, mit Over the Rainbowvon Harold Arlen, arrangiert von Paul Cook.

Vielen Dank lieber Herr Keller für die prägnante Darstellung der Geschichte unseres CBG und auch nochmals vielen Dank der CBG-Big Band unter Manuel Jandl.

So, gestatten Sie mir abschließende Worte des Dankes – das gehört am heutigen Tag dazu: Danke, den Vertretern der Johanniter-Unfallhilfe für den Beistand, danke an alle Helferinnen und Helfer der Stadtverwaltung für Auf- und Abbau, für den Dienst hinter der Theke oder an anderer Stelle.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, verehrte Gäste, vergessen Sie auch heute nicht, von hier das mitzunehmen, was wir Ihnen – wie jedes Jahr – druckfrisch ausgelegt haben: Unseren Veranstaltungskalender für 2013.

Nun nochmals den Sound der Big Band-„Style & Groove“ des CBG mit Chameleon von Herbie Hancock, arrangiert von Michael Sweeney. Und für danach wünsche ich Ihnen noch gute Gespräche, einen schönen Sonntag, für 2013 nochmals alles Gute mit den Worten von Johann Wolfgang von Goethe: Erfolgreich sein, setzt zwei Dinge voraus: Klare Ziele zu haben und den brennenden Wunsch, sie zu erreichen.