Donnerstag, 20. September 2018

Licht für Ladenburg: Stadträtin Ruster macht den „Dunkel“-Selbstversuch

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Licht für Ladenburg - in wkw bereits mit 217 Gruppenmitgliedern. Auch auf Facebook wird die Aktion diskutiert.

Guten Tag!

Ladenburg, 19. Juli 2011. (red) Viele Ladenburgerinnen und Ladenburger sind mit der „Licht-aus-Sparpolitik“ der Stadt nicht einverstanden. Sie diskutieren heftig auf den Plattformen „wer-kennt-wen“ und Facebook über ihren Ärger und wollen, dass die Stadt nachts wieder beleuchtet wird. Nun macht sich die stellvertretende Bürgermeisterin und Stadträtin Gudrun Ruster selbst ein Bild: Nachts um 01:45 Uhr wird sie vom „Löwen“ aus die dunkle Altstadt erkunden.

Von Hardy Prothmann

Gudrun Ruster (Freie Wähler) war wie Ingrid Dreier (GLL) gegen den Beschluss, versuchsweise nachts zwischen zwei und vier Uhr die Straßenbeleuchtung abzuschalten.

Der Grund für die Maßnahme: Die Stadt will damit bis Jahresende rund 13.000 Euro einsparen. Der Haushalt der Stadt Ladenburg ist extrem belastet, die Schulden drücken und selbst „Kleckerles“ soll helfen, die finanzielle Situation zu verbessern.

„Meine Meinung ist, dass Beleuchtung da sein muss, für Spätheimkehrer, junge Leute oder Frauen, die vielleicht jemanden zum Flughafen fahren oder spät aus der Schicht kommen oder früh zur Arbeit gehen“, sagt Gudrun Ruster.

Am kommenden Freitag, 22. Juli 2011, will sie sich mit einer Kundin selbst ein Bild von der Situation machen: „Wir treffen uns vorm Löwen und laufen die Altstadt ab, vor allem die Südstadt und die Weihergärten“, sagt die Geschäftsfrau. „Ich will einfach persönlich wissen, wie das ist, ob Geschäfte noch beleuchtet sind und ob man sicheren Weges unterwegs sein kann oder ob Stolperfallen drohen.“

Mittlerweile hat Frau Ruster auch erfahren, dass die Aktion in Facebook und Wer-kennt-wen gelandet ist und ein Aufruf gemacht wurde, mitzulaufen: „Das habe ich gehört, weiß das aber nicht aus eigener Erfahrung, da diese Sachen nichts für mich sind. Ich bin da nicht drin. Ich habe auch keinen Aufruf gestartet und weiß nicht, wie viele Leute da erscheinen werden.“

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Bei der wkw-Gruppe „LICHT FÜR LADENBURG!!!“ sind schon 217 Mitglieder eingetragen. Dort wird eifrig diskutiert – auch über eine Unterschriftenliste „Licht an“. Außerdem werden auf wkw und Facebook Nutzer animiert, mitzulaufen.

Es gibt auch eine Umfrage, ob die Aktion gut ist oder nicht. Zehn haben mit „Ja“ gestimmt, vier mit „Nein“. Die elfte Stimme ist von uns, weil wir das Ergebnis sehen wollen 😉

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.