Sonntag, 21. Oktober 2018

Bilkay ├ľney, Landesministerin f├╝r Integration besucht erstmals Ladenburg

„Es lebe die Kurpfalz!“

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"Was f├╝r eine wundersch├Âne Stadt", sagte Bilkay ├ľney, die erste t├╝rkischst├Ąmmige Landesministerin f├╝r Integration.

„Was f├╝r eine wundersch├Âne Stadt“, sagte Bilkay ├ľney (SPD), die erste t├╝rkischst├Ąmmige Landesministerin f├╝r Integration.

 

Ladenburg, 19. Juni 2013. (red/ld) Sie w├Ąre schon fr├╝her in die Stadt gekommen, wenn sie gewusst h├Ątte, wie sch├Ân Ladenburg ist, sagte Bilkay ├ľney am Samstag beim Sommerfest des islamisch-t├╝rkischen Kulturvereins auf der Festwiese. B├╝rgermeister Rainer Ziegler freute sich ├╝ber den Besuch der t├╝rkischst├Ąmmigen Politikerin.

Von Lydia Dartsch

Bilkay ├ľney war einer Einladung des SPD-Landtagsabgeordneten Gerhard Kleinb├Âck nach Ladenburg gefolgt. Nach einem Rundgang durch die Ladenburger Innenstadt und ├╝ber die St├Ąnde des Sommerfests trug sich die Ministerin ins goldene Buch ein:

Eine wundersch├Âne Stadt und ebenso wundervolle B├╝rger – es lebe die Kurpfalz!

schrieb sie gleich neben den Eintrag von Xavier Naidoo.

Kein positives Bild m├Âglich

Zu den Ereignissen in der T├╝rkei wollte sie nicht so richtig Stellung beziehen.

Das ist ein Lackmustest f├╝r die Zivilisation und die Demokratie: Wie es um sie steht, kann man daran erkennen, wie eine Regierung mit Minderheiten umgeht,

sagte sie im Gespr├Ąch mit uns. Der t├╝rkische Ministerpr├Ąsident┬áRecep Tayyip Erdo─čan in Ankara scheint durch diesen gerade durchzufallen.

Den Vorwurf, die deutschen Medien seien zu kritisch mit seinem F├╝hrungsstil, best├Ątigte Frau ├ľney nicht:

Wer diese Bilder im Fernsehen und im Internet sieht, kann keine Sympathie empfinden,

sagte sie. Um das zu beheben seien die F├╝hrungskr├Ąfte gefragt. Reaktionen aus der Bev├Âlkerung habe sie noch nicht geh├Ârt. Vor allem lese sie ├╝ber die Proteste im Istanbuler Gezi-Park in deutschen und t├╝rkischen Medien.

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„Vielen Dank, dass ich diese wundersch├Âne Stadt kennen lernen durfte“, sagte Bilkay ├ľney. Die SPD-Politikerin begann ihre politische Karriere bei B├╝ndnis ’90/Die Gr├╝nen.

 

Begegnungen schaffen und Vorurteile abbauen

Das harte Durchgreifen der t├╝rkischen Regierung gegen die Demonstranten war sonst kein Thema auf dem Sommerfest. Die t├╝rkische Gemeinde nutzte das Fest nicht f├╝r Kundgaben. Transparente oder kritische ├äu├čerungen waren Fehlanzeige. In den vergangenen Wochen waren in vielen St├Ądten der Bundesrepublik – unter anderem in Mannheim – Menschen auf die Stra├če gegangen, um gegen die Ereignisse in Istanbul zu demonstrieren.

Ich w├╝nsche Euch allen Wohltaten von Gott,

sagte Sergen Uzun, der Vorsitzende des islamisch-t├╝rkischen Kulturvereins. Er freue sich ├╝ber den Besuch der t├╝rkischst├Ąmmigen Ministerin.

Eine politische Rede wollte sie nicht halten. Viel lieber lobte sie die Stadt:

Ich w├Ąre ja schon fr├╝her nach Ladenburg gekommen, wenn ich gewusst h├Ątte, wie sch├Ân es hier ist.

Ein Kulturfest wie dieses sei ein Ort, um Begegnungen zwischen den verschiedenen Kulturen zu schaffen, miteinander ins Gespr├Ąch zu kommen und Vorurteile gegeneinander abzubauen.

Integrieren m├╝ssen wir uns schlie├člich alle,

sagte sie bei ihrer Rede und sprach dabei alle Besucher an, ungeachtet deren kulturellen Hintergrunds.

B├╝rgermeister Rainer Ziegler freute sich ├╝ber das Sommerfest in Ladenburg: "Mein Motto ist: Miteinander", sagte er. Das klappe in Ladenburg ganz gut.

B├╝rgermeister Rainer Ziegler freute sich ├╝ber das Sommerfest in Ladenburg: „Mein Motto ist: Miteinander“, sagte er. Das klappe in Ladenburg ganz gut.

 

B├╝rgermeister Rainer Ziegler (SPD) freute sich ├╝ber den hohen Besuch aus Stuttgart und ├╝ber das „tolle“ Fest.┬áAn Konflikte wegen kultureller Unterschiede k├Ânne er sich nicht erinnern. Rund zehn Prozent der Ladenburger habe keine deutsche Staatsb├╝rgerschaft, sagte er. Und das Zusammenleben funktioniere gut.

Mein Lebensmotto ist „Miteinander“,

sagte er.┬áDen einzigen Konflikt, den es in der Stadt g├Ąbe, seien die kleinen R├Ąumlichkeiten des Kulturvereins. Er sei aber zuversichtlich, dass man bald eine L├Âsung finden werde,┬ásagte B├╝rgermeister Rainer Ziegler in Richtung des Vorsitzenden des islamisch-t├╝rkischen Kulturvereins Sergen Uzun.

Den gemeinsamen Nenner zwischen der christlich gepr├Ągten und der muslimischen Kultur hatte der Imam der Moschee Edingen, Nurettin Midilli gefunden:

Wir atmen dieselbe Luft und glauben an den selben Gott,

sagte er. Dieses Fest sei ein Fest der Freundschaft und der Liebe. Auch der Landesbeauftragte f├╝r┬áinterreligi├Âse und interkulturelle Zusammenarbeit der Muslime in Baden begr├╝├čte die Besucher.

Die M├Ądchen der Tanzgruppen „Schmetterlinge“ und „Rosen“ von der Edinger Moschee tanzten in bunten Kost├╝men tanzten ├╝ber die B├╝hne vor dem Wasserturm. Zwei Tage lang wurde das Sommerfest gefeiert. Am Sonntag war es Bestandteil des Aktionstags „Lebendiger Neckar“.

Die Tanzgruppen "Schmetterling" und "Rosen" der Edinger Mochee ernteten mit ihren Auftritten viel Beifall.

Die Tanzgruppen „Schmetterling“ und „Rosen“ der Edinger Mochee ernteten mit ihren Auftritten viel Beifall.

├ťber Lydia Dartsch

Lydia Dartsch (31) hat erfolgreich ihr Volontariat beim Rheinneckarblog.de absolviert und arbeitet nun als Redakteurin. Die studierte Politikwissenschaftlerin und Anglistin liebt Kino, spielt Gitarre und sportelt gerne.