Montag, 25. Juni 2018

Bilkay Ă–ney, Landesministerin fĂĽr Integration besucht erstmals Ladenburg

„Es lebe die Kurpfalz!“

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"Was für eine wunderschöne Stadt", sagte Bilkay Öney, die erste türkischstämmige Landesministerin für Integration.

„Was fĂĽr eine wunderschöne Stadt“, sagte Bilkay Ă–ney (SPD), die erste tĂĽrkischstämmige Landesministerin fĂĽr Integration.

 

Ladenburg, 19. Juni 2013. (red/ld) Sie wäre schon früher in die Stadt gekommen, wenn sie gewusst hätte, wie schön Ladenburg ist, sagte Bilkay Öney am Samstag beim Sommerfest des islamisch-türkischen Kulturvereins auf der Festwiese. Bürgermeister Rainer Ziegler freute sich über den Besuch der türkischstämmigen Politikerin.

Von Lydia Dartsch

Bilkay Öney war einer Einladung des SPD-Landtagsabgeordneten Gerhard Kleinböck nach Ladenburg gefolgt. Nach einem Rundgang durch die Ladenburger Innenstadt und über die Stände des Sommerfests trug sich die Ministerin ins goldene Buch ein:

Eine wunderschöne Stadt und ebenso wundervolle BĂĽrger – es lebe die Kurpfalz!

schrieb sie gleich neben den Eintrag von Xavier Naidoo.

Kein positives Bild möglich

Zu den Ereignissen in der TĂĽrkei wollte sie nicht so richtig Stellung beziehen.

Das ist ein Lackmustest fĂĽr die Zivilisation und die Demokratie: Wie es um sie steht, kann man daran erkennen, wie eine Regierung mit Minderheiten umgeht,

sagte sie im Gespräch mit uns. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan in Ankara scheint durch diesen gerade durchzufallen.

Den Vorwurf, die deutschen Medien seien zu kritisch mit seinem Führungsstil, bestätigte Frau Öney nicht:

Wer diese Bilder im Fernsehen und im Internet sieht, kann keine Sympathie empfinden,

sagte sie. Um das zu beheben seien die Führungskräfte gefragt. Reaktionen aus der Bevölkerung habe sie noch nicht gehört. Vor allem lese sie über die Proteste im Istanbuler Gezi-Park in deutschen und türkischen Medien.

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„Vielen Dank, dass ich diese wunderschöne Stadt kennen lernen durfte“, sagte Bilkay Ă–ney. Die SPD-Politikerin begann ihre politische Karriere bei BĂĽndnis ’90/Die GrĂĽnen.

 

Begegnungen schaffen und Vorurteile abbauen

Das harte Durchgreifen der tĂĽrkischen Regierung gegen die Demonstranten war sonst kein Thema auf dem Sommerfest. Die tĂĽrkische Gemeinde nutzte das Fest nicht fĂĽr Kundgaben. Transparente oder kritische Ă„uĂźerungen waren Fehlanzeige. In den vergangenen Wochen waren in vielen Städten der Bundesrepublik – unter anderem in Mannheim – Menschen auf die StraĂźe gegangen, um gegen die Ereignisse in Istanbul zu demonstrieren.

Ich wĂĽnsche Euch allen Wohltaten von Gott,

sagte Sergen Uzun, der Vorsitzende des islamisch-türkischen Kulturvereins. Er freue sich über den Besuch der türkischstämmigen Ministerin.

Eine politische Rede wollte sie nicht halten. Viel lieber lobte sie die Stadt:

Ich wäre ja schon früher nach Ladenburg gekommen, wenn ich gewusst hätte, wie schön es hier ist.

Ein Kulturfest wie dieses sei ein Ort, um Begegnungen zwischen den verschiedenen Kulturen zu schaffen, miteinander ins Gespräch zu kommen und Vorurteile gegeneinander abzubauen.

Integrieren mĂĽssen wir uns schlieĂźlich alle,

sagte sie bei ihrer Rede und sprach dabei alle Besucher an, ungeachtet deren kulturellen Hintergrunds.

BĂĽrgermeister Rainer Ziegler freute sich ĂĽber das Sommerfest in Ladenburg: "Mein Motto ist: Miteinander", sagte er. Das klappe in Ladenburg ganz gut.

BĂĽrgermeister Rainer Ziegler freute sich ĂĽber das Sommerfest in Ladenburg: „Mein Motto ist: Miteinander“, sagte er. Das klappe in Ladenburg ganz gut.

 

BĂĽrgermeister Rainer Ziegler (SPD) freute sich ĂĽber den hohen Besuch aus Stuttgart und ĂĽber das „tolle“ Fest. An Konflikte wegen kultureller Unterschiede könne er sich nicht erinnern. Rund zehn Prozent der Ladenburger habe keine deutsche StaatsbĂĽrgerschaft, sagte er. Und das Zusammenleben funktioniere gut.

Mein Lebensmotto ist „Miteinander“,

sagte er. Den einzigen Konflikt, den es in der Stadt gäbe, seien die kleinen Räumlichkeiten des Kulturvereins. Er sei aber zuversichtlich, dass man bald eine Lösung finden werde, sagte Bürgermeister Rainer Ziegler in Richtung des Vorsitzenden des islamisch-türkischen Kulturvereins Sergen Uzun.

Den gemeinsamen Nenner zwischen der christlich geprägten und der muslimischen Kultur hatte der Imam der Moschee Edingen, Nurettin Midilli gefunden:

Wir atmen dieselbe Luft und glauben an den selben Gott,

sagte er. Dieses Fest sei ein Fest der Freundschaft und der Liebe. Auch der Landesbeauftragte für interreligiöse und interkulturelle Zusammenarbeit der Muslime in Baden begrüßte die Besucher.

Die Mädchen der Tanzgruppen „Schmetterlinge“ und „Rosen“ von der Edinger Moschee tanzten in bunten KostĂĽmen tanzten ĂĽber die BĂĽhne vor dem Wasserturm. Zwei Tage lang wurde das Sommerfest gefeiert. Am Sonntag war es Bestandteil des Aktionstags „Lebendiger Neckar“.

Die Tanzgruppen "Schmetterling" und "Rosen" der Edinger Mochee ernteten mit ihren Auftritten viel Beifall.

Die Tanzgruppen „Schmetterling“ und „Rosen“ der Edinger Mochee ernteten mit ihren Auftritten viel Beifall.

Ăśber Lydia Dartsch

Lydia Dartsch (31) hat erfolgreich ihr Volontariat beim Rheinneckarblog.de absolviert und arbeitet nun als Redakteurin. Die studierte Politikwissenschaftlerin und Anglistin liebt Kino, spielt Gitarre und sportelt gerne.