Freitag, 19. Januar 2018

Städtebauliche Entwicklung des Geländes der ehemaligen Martinsschule

CBG-Schüler werden während der Sanierung in der alten Martinsschule untergebracht

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Ladenburg, 19. Juli 2013. (red/sap) Einstimmig entschied sich der Ladenburger Gemeinderat für den Entwurf von Bouwfonds/Immobilienentwicklung GmbH/Immoprojekt GmbH/Re2area für das Gelände der ehemaligen Martinsschule. Ohne Gegenstimme entschied man sich auch für die Unterbringung der Schülerinnen und Schüler während der Sanierung des Carl-Benz-Gymnasiums in der alten Martinsschule.

Von Sabine Prothmann

Am 05. Juli haben die beiden im Verfahren zur städtebaulichen Entwicklung des ehemaligen Geländes der Martinsschule verbliebenen Bewerber nach einem zweitägigen Workshop ihre Entwürfe präsentiert. Nach einer darauf folgenden Beratung hat die Jury dem Gemeinderat folgende Empfehlung zum weiteren Verfahren unterbreitet:

Die Jury empfiehlt dem Gemeinderat der Stadt Ladenburg, die festgestellten städtebaulichen, freiräumlichen und baulich-funktionalen Eckwerte zur Voraussetzung der Realisierung zu machen und das Konzept Nr. 2 (Bouwfonds/Immobilienentwicklung GmbH/Immoprojekt GmbH/Re2area) der weitereb Bearbeitung zugrunde zu legen.

Gestern nun wurde im Gemeinderat über das Votum der Jury abgestimmt. Die Ladenburger Stadträte lobten durchgängig den Entwurf von Bouwfonds. Vor allem die offene Bauweise wurde positiv hervorgehoben. Dass sich die Jury einstimmig für diesen Entwurf entschieden habe, sei ein klares Zeichen, urteilte Petra Erl (SPD). Stadtrat Prof. Dr. Rainer Beedgen lobte die gute Präsentation von Bouwfonds im Vergleich zum Mitbewerber.

Bürgermeister Rainer Ziegler erklärte, weitere Gespräche mit Bouwfonds/Immobilienentwicklung GmbH/Immoprojekt GmbH/Re2area folgen.

Einstimmig entschied sich der Gemeinderat für die Beschlussempfehlung des Verwaltungsausschusses, den Entwurf von Bouwfonds/Immobilienentwicklung GmbH/Immoprojekt GmbH/Re2area für das ehemalige Gelände der Martinsschule zunächst weiter zu verfolgen und beauftragte die Verwaltung, die entsprechenden Verhandlungen zu führen sowie die erforderlichen Verfahrensschritte einzuleiten.

CBG-Schüler während der Sanierung in der alten Martinsschule

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Während der Sanierung des CBGs müssen die Schülerinnen und Schüler in ein Ausweichquartier umziehen.

Die bauliche Struktur des Carl-Benz-Gymnasiums lässt die geplante Sanierung des Hauptgebäudes nur als komplexe Maßnahme und nicht in Teilabschnitten zu. Diese Vorgehensweise macht erforderlich, den Schulbetrieb aus dem Hauptgebäude – im Anbau kann der Schulbetrieb weiterlaufen – für die Zeit der Sanierung zu verlagern. Hierfür gibt es zwei Alternativen: Zum einen die Errichtung einer ausreichenden Menge von mobilen Raumeinheiten oder die Auslagerung des Schulbetriebes in die alte Martinsschule. Die Ladenburger Stadtverwaltung hat beide Varianten sorgfältig geprüft.

Bei der ersten Variante sieht die Planung vor, auf dem maximal dafür zur Verfügung stehenden Gelände im Schulzentrum für etwa 700 Schüler Klassenräume und Fachräume in einem System von mobilen Raumeinheiten zu errichten. Der so entstehende Schulkomplex würde als zweistöckiges Bauwerk in unmittelbarer Nähe zur Sanierungsbaustelle errichtet. Für den Aufbau, die Miete, den Betrieb und die Unterhaltung des Raumeinheitenkomplexes würden sich die Gesamtkosten für eine Übergangszeit von 13 Monaten auf etwa 1.230.000 Euro und für den Zeitraum von 18 Monaten auf etwa 1.500.000 Euro belaufen.

Auch in der alten Martinsschule können 700 Schülerinnen und Schüler unterrichtet werden. Durch Umbau, Miete und Nebenkosten würden sich die Gesamtkosten für die Nutzung der alten Martinsschule in einem Zeitraum von 13 Monaten auf insgesamt etwa 725.000 Euro belaufen, bei einer Nutzung über 18 Monate summieren sich die Gesamtkosten auf ungefähr 850.000 Euro. Die Zustimmung des Rhein-Neckar-Kreises als federführendem Eigentümer der Gebäude der alten Martinsschule wurde vorbehaltlich der Zustimmung der Miteigentümer und der gegebenenfalls notwendigen Gremienbeschlüsse in Aussicht gestellt.

Neben der Kosteneinsparung sieht die Verwaltung auch weitere Vorteile in der Nutzung er alten Martinsschule, insbesondere da die baustellenbedingten Auswirkungen an diesem Standort im Gegensatz zur dirkten Nachbarschaft zum Gymnasiumsgebäude nicht zum Tragen kommen.

Für Schülerinen und Schüler über der Zahl von 700 zuzüglich den im Anbau verbleibenden Schüler müssen bei beiden Varianten noch Lösungen gefunden werden.

Bei den Ladenburger Stadträten herrschte Einstimmigkeit, dass die Nutzung der alten Martinsschule die eindeutig bessere Lösung sei. Sicher müsse jedoch auch sein, dass die Bouwfonds/Immobilienentwicklung GmbH/Immoprojekt GmbH/Re2area mit einer Verzögerung einverstanden sei. Der Bürgermeister erklärte, er habe diesbezüglich schon ein Signal bekommen.

„Dieser Vorschlag ist kompromisslos“, sagte auch Christian Vögele (CDU) und Bernd Garbaczok (SPD) ergänzte, „wir sparen eine halbe Million Euro und die Schüler werden nicht dem Baulärm ausgesetzt“.

Alexander Spangenberg (GLL) erinnerte daran, dass man auch für die übrigen Schüler, die weder im Anbau noch im Ersatzquartier untergberacht seien, eine angemessene Unterbringung finden müsse.

Es werden maximal zwei Klassenräume fehlen, erklärte der städtische Gebäudemanager Götz Speyerer. Ladenburg habe noch mobile Raumeinheiten, aber auch Wanderklassen an anderen Schulen seien vorstellbar.

Der Gemeinderat entschied sich einstimmig für die Nutzung der alten Martinsschule.

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