Donnerstag, 21. September 2017

Aus für die "Güld'ne Rose"

„Ein Gebäude für Historiker“

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Ladenburg, 18. März 2014. (red/ld) Das Haus in der Hauptstraße 41 liegt in einem Dornröschenschlaf, aus dem es bald erwachen soll. Seit Jahren ist die Bausubstanz des Gebäudekomplexes verkommen. Ab Ende Mai will ein Immobilienmakler aus Schriesheim dort barrierefrei sanieren. Dafür muss das Traditionsgasthaus „Zur güld’nen Rose“ weichen.

Von Lydia Dartsch

Die zugemauerten großflächigen Bereiche, in denen einmal Fenster gewesen waren, kündigen schon an, dass in der Hauptstraße 41 bald etwas passieren wird: Die Taronova Ladenburg Projekt GmbH will das Haus im Lauf der kommenden zwei Jahre von Grund auf sanieren lassen: Sieben Eigentumswohnungen sollen in dem Haus entstehen. Im Hof sollen ein Einfamilienhaus und ein Doppelhaus auf Vordermann gebracht werden. Im Erdgeschoss wird das Gasthaus „Zur Güld’nen Rose“ für ein neues gastronomisches Konzept weichen.

 

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„Wir planen umfangreiche Veränderungen“, sagt Matthias G. Weigel, Geschäftsführer der Taronova GmbH, der das Gebäude am Marktplatz gekauft hat. Barrierefrei soll es umgebaut werden. Ein Aufzug soll alle Stockwerke bis in den Keller miteinander verbinden. Zudem sei an dem Bau seit Jahren nichts mehr saniert worden. Der Bau müsse komplett ertüchtigt werden, was in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutzamt zu tun sei, sagt Herr Weigel.

„Etwas für Historiker

Vor welchen Herausforderungen er damit steht, wisse er noch nicht, sagt er: „Das stellt sich alles erst heraus, wenn wir die Fußböden und die Deckenverkleidungen öffnen.“ Es könnten Deckenbalken verfault sein und unentdeckte Wasserschäden zu Tage treten, sagt er. Die Wäscherei werde im Moment nur von Stützpfeilern getragen, so baufällig ist das Gebäude.

Dennoch war es für den Immobilienmakler attraktiv genug, es zu kaufen. Über 20 barocke Türen seien in dem Gebäudekomplex erhalten. Die Ursprünge reichten zurück bis vor das Jahr 1.000 nach Christus. Auf dieses Jahr werde eine der Mauern datiert. Eine romanische Säule habe man gefunden. Das Stadthaus stamme aus dem 12. Jahrhundert. Das Wohn- und Geschäftshaus aus dem 15. Jahrhundert, andere Teile aus dem 17. Jahrhundert. Das sei etwas für Historiker. Zudem verfüge der Komplex über das einzige geschlossene Hofsystem in Baden-Württemberg, sagt Herr Weigel:

In Gebäuden wie diesem kann man die Epochen ablesen. Es wurde immer wieder etwas dazugebaut, oder saniert.

Ab Ende Mai soll erneut saniert werden. Dann sollen die veränderte Baugenehmigung erteilt und die Wohnungen verkauft sein. Vorher können die Bauarbeiten nicht losgehen. Für das Gasthaus „Zur güld’nen Rose“ bedeutet das das vorläufige Ende. Inhaber Ionannis Sidiropoulos muss dann mit seinem Restaurant ausziehen. Ob er nach der zweijährigen Bauzeit wieder dort eröffnen werde, wisse er noch nicht, sagt er. Er und seine Frau wollten sich stattdessen mehr auf deren zweites Standbein konzentrieren: Den Imbiss „Kreta’s“.

Ins Erdgeschoss soll auf jeden Fall wieder ein gastronomisches Angebot einziehen, sagt Matthias G. Weigel. Ob es die Rose sein werde, komme auf deren Konzept an: „In der Form, wie das Gasthaus jetzt aussieht, wird es nach dem Umbau nicht mehr möglich sein“, sagt er. Denn nach dem Umbau sollen auch die Gewölbekeller gastronomisch nutzbar sein, beispielsweise für Veranstaltungen. Er sei mit anderen Interessenten im Gespräch.

Über Lydia Dartsch

Lydia Dartsch (31) hat erfolgreich ihr Volontariat beim Rheinneckarblog.de absolviert und arbeitet nun als Redakteurin. Die studierte Politikwissenschaftlerin und Anglistin liebt Kino, spielt Gitarre und sportelt gerne.

  • Verkehrsteilnehmer

    Erstens: Es heißt „Kreters“ und nicht „Kreta’s“. Der Name stammt noch von der vormals dort befindlichen Bäckerei Kreter – die hatten mal das beste Brot und die besten Brötchen von ganz Ladenburg!

    Zweitens: „“In der Form, wie das Gasthaus jetzt aussieht, wird es nach dem Umbau nicht mehr möglich sein”

    Ohje, man kann wohl schlimmes befürchten,,,,,

    • hardyprothmann

      Danke für den Hinweis. Da redet man mit einem Griechen, der erzählt was von Kreter und man versteht nur Kreta.