Samstag, 18. November 2017

Hitlerbart-Debatte: Was von der Diskussion übrig bleibt

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Guten Tag!

Ladenburg, 17. November 2010. Unser Text über das Fehlverhalten einiger CBG-Schüler hat erstaunliche Reaktionen zu Tage gefördert. Wut- bis Hass-Äußerungen, Beleidigungen bis Diffamierungen, Androhung von Gewalt und Verschwörungstheorien. Das Aggressionspotenzial ist mehr als erstaunlich und macht nachdenklich.

Von Hardy Prothmann

Am Abend des 17. November sind 144 153 Kommentare zum Text „Hitlerbart und Nazi-Symbole – wie sich ein Teil der CBG-Jugend im Internet auslebt-€ veröffentlicht worden, rund ein Dutzend wurden mangels „Gedanken“ oder wegen verfassungsfeindlicher Aussagen nicht veröffentlicht. Nach der internen Statistik wurde der Text bis 23:30 Uhr genau 4.008 Mal aufgerufen.

Auf Facebook wurden gestern über 240 Kommentare bei einem Teilnehmer geschrieben – ich hatte mich dort der Diskussion mit „Freunden“ derer „gestellt“, über die im Artikel berichtet wurde. Wüste Beschimpfungen und Unterstellungen bestimmten lange Zeit die „Debatte“, zum Ende hin wurde es etwas vernünftiger, was allerdings nur einigen wenigen Kommentatoren zu verdanken war.

In den Kommentaren hier auf dem Blog wurden „Meinungen“ zu verschiedenen Themenbereichen geschrieben. Eine detaillierte Zusammenfassung ist angesichts der Fülle kaum möglich, eine Sammlung hingegen schon.

Auffällig ist, dass allen Kommentatoren, die den Artikel negativ bewertet haben, eine wenigstens noch ausreichende Medienkompetenz abgesprochen werden muss.

Wir bedanken uns für die positiven Kommentare, wenngleich wir kritisch anmerken, dass auch hier teils deutliche Übertreibungen stattgefunden haben.

Zu den „Vorwürfen“:

Der Staatsschutz wurde eingeschaltet.
Mal abgesehen davon, dass der Staatsschutz kein Lichtschalter ist, wurde der Staatsschutz nicht über Namen informiert, sondern nur grundsätzlich über den Vorfall, mit der Bitte um ein Interview über „fließende Grenzen“ vom „provokanten Spiel“ hinein in rechtsradikale Netzwerke.

Im Text steht lediglich, dass der Staatsschutz soziale Netzwerke beobachtet und sich für solche Verhaltensweisen interessiert, da die Behörde auch ohne „Anzeigen“ von sich aus tätig ist.

Der Staatsschutz ist auch nicht der Verfassungsschutz, sondern eine Polizeibehörde. Und hat beim besten Willen aber auch gar nichts mit der „Staatssicherheit“ zu tun.

Facebook-Nutzer wurden „ausspioniert“, Datenschutz, Urheberrecht, Persönlichkeitsrecht.
Mal abgesehen davon, dass „Spionnage“ ganz andere Ziele verfolgt und ganz andere, nicht-öffentliche Methoden anwendet, wurde niemand ausspioniert, sondern nur „öffentlich“ zugängliche Informationen zur Kenntnis genommen. Diese wurden dokumentiert und transparent im Zuge der Berichterstattung veröffentlicht.

Das Profil weist eindeutig eine journalistische Redaktion aus. Als solche achten wir auch die Privatspähre, selbst im öffentlichen Raum. Wie im „realen“ öffentlichen Raum berichten wir aber über besondere Vorkommnisse, die eine gesellschaftliche Relevanz haben. Im vorliegenden Fall wurde der „Hitlerbartträger“ im Vorfeld ausführlich über einen email-Briefwechsel informiert. Wir hatten eine „vertrauliche“ Berichterstattung ohne Recherche an der Schule vorgeschlagen, was abgelehnt worden ist.

Dass Personen aus dem näheren Umfeld der betroffenen Schülerinen und Schüler diese „erkennen“ ist nicht auszuschließen. Gegenüber der breiten Öffentlichkeit wurden diese ausreichend anonymisiert.

Informanten hätten wir vollends unkenntlich gemacht. Es besteht aber ein großer Unterschied zwischen einem Informanten, der Missstände aufklären hilft und Personen, die sich missständlich verhalten.

Die verwendeten Materialien dienen der journalistischen Dokumentation – eine Urheberrechtsverletzung hat nicht stattgefunden.

„Hinreichend bekannte Aversionen“ gegen Schüler und das CBG.
Es gibt keine „Aversion“ gegen Schüler oder das CBG. Schon gar keine „hinreichend bekannten“.
Hier finden Sie alle Artikel unter dem Stichwort „Gymnasium„, die bislang auf dem Ladenburgblog erschienen sind.

Hass gegen den Mannheimer Morgen.
Es gibt weder Hassgefühle gegen Zeitungen, Gegenstände noch Personen. Kritik hingegen schon.

„Alle“ Schüler, „das“ CBG „sind so“.
Im Artikel steht kein Wort davon. Es ist von zehn namentlich bekannten Schülerinnen und Schülern die Rede. Nicht mehr und nicht weniger.

„Neonazistische Unterwanderung“ oder „brauner Sumpf“.
Im Artikel steht kein Wort davon – weder über die betroffenen Schülerinnen und Schüler, noch über sonstige Schüler.

Privatspähre kontra Kontrolle.
Mit 14 Jahren beginnt laut Gesetz die Strafmündigkeit. Eltern kann und muss eine Aufsichtspflicht über ihre Kinder, die unter ihrem Dach leben, sicherlich nach wie vor erlaubt sein. Verantwortliche Eltern kommen dieser sicherlich überwiegend nach.

„Kleiner Journalist, drittklassiker Journalist, lächerlich, unfähig, Gier nach Aufmerksamkeit usw.“
Ich bin 1,74 Meter groß. Nicht größer und nicht kleiner.
Wer sich dafür interessiert, wie echte Experten und andere Medien unsere Arbeit beurteilen, infomiert sich hier: Berichte über unsere Blogs.

Das mit der Aufmerksamkeit hat geklappt 😉

„Arsch, Schreiberling, Boykott“ usw.
Im Artikel steht: „Bleiben die Fragen: Wie werden andere Jugendliche der Schule den Text in emails, Chats, SMS und Foren kommentieren?“
“Hast Du den Artikel von dem “Schreiberling-€ gelesen? Der hat doch eh keine Ahnung, was abgeht? Egal 😀 . Wo ist die Party? Geiles Foto. Höhö. Ich knall mich weg. Scheiße, hab ich Kopfschmerzen. Wo geht was? Scheiß Wichser. Päderast. Harzer. Wir wissen, was kommt. Boykottiert den Arsch. xx ist in einer Beziehung. Ich habs gern auf dem Schreibtisch. Glücksnuss. Farmville. Das gefällt mir.-€

Diese Reaktionen sind dann mehr oder weniger eingetroffen. Wörtlich als Kommentare und ganz konkret, was den „Boykott“ angeht. Etwa 70 90 (auch ehemalige) Schülerinnen und Schüler sind dem Aufruf gefolgt und haben uns auf Facebook „die Freundschaft gekündigt“. Rund ein Dutzend neue „Freunde“ sind hinzugekommen, 150-200 aus dieser Gruppe haben die „Freundschaft gehalten“.

Geldeinnahmen oder anderer Nutzen für das Blog durch hohe Klickzahlen.
Die Inhalte des ladenburgblogs sind für alle kostenfrei. Der Aufruf des Blogs oder eines Artikels ergibt nicht einen Cent, sondern nur einen statistischen Zähler bei den Besuchern und den Seitenaufrufen.

Geld verdienen wir unter anderem mit Klicks auf Werbeanzeigen und deren Verkauf. Die Zahl der Klicks auf Werbeanzeigen ist nicht signifikant gestiegen, gemessen an der Zahl der Klicks auf den Artikel. Wir und unsere Werbekunden freuen uns über jeden Klick auf die Anzeigen. 🙂

Ganz im Gegenteil haben wir bewusst einkalkuliert, dass dem Artikel zunächst zwar eine hohe Aufmerksamkeit zukommt, unter Umständen aber auch viele Menschen zunächst negativ reagieren – ein typischer Reflex auf Kritik. Vor allem die, denen unsere kritische Berichterstattung nicht gefällt – zum Teil, weil wir über diese selbst schon, Freunde oder Verwandte kritisch geschrieben haben (siehe Hinweise auf heddesheimblog). Die betreffenden Personen wissen, wer gemeint ist…

Einen vorübergehenden Verlust an Aufmerksamkeit haben wir ebenso einkalkuliert, was unsere kritische Berichterstattung aber nicht behindern wird. Andere Medien verhalten sich da anders und vermeiden jede kritische Berichterstattung aus Angst, noch mehr Auflage zu verlieren. Alle Leserinnen entscheiden selbst, welches Medium sie nutzen möchten.

Verursacher-Prinzip und „Stalking“, Denunziation.
Wir können nicht jede falsche Verwendung von Begriffen korrigieren. Informationen zu Stalking finden Sie hier. Die betreffenden Jugendlichen wurden nicht durch das ladenburgblog angeregt, eine Hitlerpose einzunehmen und diese zu kommentieren, sondern haben das aus freien Stücken selbst entschieden. Wir haben darüber berichtet.

Zitiert wurde auch August Heinrich Hoffmann von Fallersleben „Der größte Lump im ganzen Land ist und bleibt der Denunziant.“ Mal angesehen davon, dass das kein Argument ist, sondern nur ein Zitat und der Mann neben Kinderliedern die Deutsche Nationalhymne gedichtet hat, war er ein ausgemachter Antisemit und ist als zitierte Person in diesem Zusammenhang sicher kein gutes Beispiel.

„Jugendlicher Leichtsinn, dumme-Jungs-Streich“.
Im Artikel steht ausdrücklich, dass aus Sicht der Redaktion kein strafrechtlich relevantes Verhalten vorliegt. Nichtsdestotrotz haben Bild und Äußerungen Grenzen verletzt, die angesichts des Alters der betroffenen Schülerinnen und Schüler und des gewählten „Themas“ ganz sicher nicht unter „jugendlichen Leichtsinn“ fallen. Deutlich wurde das auch in der verhementen Verteidigung des Verhaltens und den Versuchen, eine Begründung zu liefern. „Leichtsinn“ kommt ohne Begründung aus.

Ausgeliehene Zitate oder andere Werke als „Beleg“ sowie „Parodie, Satire“.
Weder das Foto noch die Kommentare lassen irgendeine parodistische oder satirische Absicht erkennen. Der immerwiederkehrende relativierende Vergleich zu Chaplins „Der große Diktator“ zeigt, dass viele den Chaplin-Film wohl nicht kennen, ebensowenig wie andere Filme aus dieser Zeit.

Ebensowenig wird dabei zur Kenntnis genommen, dass Chaplin sich später geäußert hat, den Film nicht oder anders gemacht zu haben, hätte er die „Realität“ des Dritten Reiches geahnt. Auch Helge Schneider hat sich von seinem Film distanziert und naja, wer „Switch reloaded“ lustig findet, darf das.

Tatsächlich gibt es aber einen enormen Unterschied zwischen einem Hitlernachahmerbild und eindeutigen Kommentaren und dem Versuch einer dramaturgischen Bearbeitung. Es gibt auch einen großen Unterschied zwischen „Pausenunsinn“, der im Moment vor einer kleinen Gruppe von Menschen passiert und einer Veröffentlichung im Internet.

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.

  • Günther Hübsch

    @ladenburgblog,
    Ihr Posting Nr. 2398 möchte ich nicht so im Raum stehenlassen und mich dazu äußern:

    Zitat: „Sie echauffieren sich hier auf bedenkliche Art, äußern Beleidigungen am laufenden Band, relativieren bedenkliches Verhalten“

    Und wie bezeichnen Sie Ihre Ausführungen? Als seriösen Journalismus? Seriöser Journalismus sieht beileibe anders aus! Was Sie da treiben, ist wirklich bedenklich.

    Was Ihren Vorwurf bezüglich „Beleidigungen am laufenden Band“ anbelangt, prüfte ich alle meine Ausführungen nochmals diesbezüglich, konnte aber beim besten Willen keinerlei Beleidigungen erkennen. Im Gegenteil, ich sah mich durch einige wenige anonyme Poster Beleidigungen ausgesetzt. Aber das kann ich gut verschmerzen.

    Ich stelle Ihnen anheim, alle meine Äußerungen, die Sie als beleidigend empfinden, zu editieren oder zu löschen.

    Zitat: „Gleichzeitig betonen Sie, zum Förderverein des CBG zu gehören. Der sollte sich unserer Ansicht nach sehr genau überlegen, ob Ihre Mitgliedschaft durch Ihr Verhalten für den Verein noch tragbar ist.“

    Lieber Herr Prothmann, das geht Sie einen feuchten Kehricht an. Fragen Sie sich doch mal unter den Mitgliedern des Fördervereins durch, was hier von ihrer „Berichterstattung“ gehalten wird.

    Ich frage ja auch nicht Bürgermeister Kessler, wie sehr Ihr Verhalten für den Heddesheimer Gemeinderat noch tragbar ist.

    Jedoch möchte ich meine Exkursion in die Ladenburger Blogwelt hiermit beenden. Ich werde mich auf die über Ladenburg fair und umfassend berichtenden Zeitungen konzentrieren, die bislang keine Silbe über Ihren künstlich hochgespielten „CBG-Skandal“ veröffentlichten.

    Und das ist auch gut so! 😉

    • Dasladenburgblog

      Guten Tag!

      Danke für Ihren Beitrag.

      Wir lassen Ihre Äußerungen wie alle anderen veröffentlichen Kommentare stehen. Die Leserinnen können sich selbst ein Bild über Ihre Meinungsbeiträge machen (Tipp: STRG+F ruft die Suche auf, Namen eingeben, Enter).

      Was den BM Kessler angeht – der wäre mich lieber gestern als heute los. Wie war nochmal Ihr Gegenargument? 😉

      Kehren Sie gerne von Ihrem Ausflug zurück. Ich hoffe, Sie haben sich nicht zu sehr erschreckt.

      „Faire und umfassende Berichterstattung beim MM“? Lustiges Argument. Wäre dem so, hätte der MM doch sicherlich fair und umfassend den Ruf der „Jungs“, die nur ein bisschen mit Hitler spielen wollten, gerettet. Aber egal.

      Wie fair, ausgewogen und toll der MM „Ihre“ Welt abbildet, können Sie, da Sie ja auch eine Verbindung zu Heddesheim hergestellt haben, hier nachlesen:

      Ist der Mannheimer Morgen ein Sanierungsfall?

      und hier

      http://heddesheimblog.de/2010/10/23/was-eisbahn-und-eiszeit-miteinander-zu-tun-haben/

      oder hier:

      Das Dilemma des Journalismus sind die so genannten Journalisten und vor allem “zg”

      Zeitungskrise: Mehr, mehr, mehr…. was eigentlich?

      Einen schönen Tag wünscht
      Das ladenburgblog

      • brautmoden standesamt

        Beleidigungen bis Diffamierungen, Androhung von Gewalt und Verschwörungstheorien. Das Aggressionspotenzial ist mehr als erstaunlich und macht nachdenklich.
        awesome!

  • heddy

    „Ich werde mich auf die über Ladenburg fair und umfassend berichtenden Zeitungen konzentrieren, die bislang keine Silbe über Ihren künstlich hochgespielten “CBG-Skandal” veröffentlichten.“

    Na, da wünschen wir weiterhin spannende Lektüre mit dem MM! Topthema heute in Ladenburg: „Kreis-Geflügelschau zum 100. Jubiläum der Kleintierzüchter“

  • Daniel

    „Gegenüber der breiten Öffentlichkeit wurden diese ausreichend anonymisiert.“

    Achja? Und deshalb schwärzt man die Namen mit ca 50% Deckkraft? Ich habe die ursprünglichen Fotos, die Sie veröffentlicht haben gespeichert. Da können Sie sich unmöglich herausreden. Zwei Mal mussten Sie die Bilder nachbearbeiten bis sie endlich ausreichend zensiert waren. Über das „in Bezug stellen“ mit einem bekannten Redakteur wurde ja schon genug geschrieben.
    Also, höre ich ein „Entschuldigung“ für die nicht ausreichende Schwärzung oder reden Sie sich da doch wieder irgendwie raus?
    Eigentlich weiß ich die Antwort bereits…

    Und heddy kann ja gerne mal die Schlagzeilen der zB Süddeutschen und der Bild vergleichen.. Aber wer die Bild mag, ist hier ja auch ganz richtig.

    • Dasladenburgblog

      Guten Tag!

      Die Grafiken wurden ausreichend anonymisiert. Es besteht keine Interesse, sich „herauszureden“. Das ladenburgblog steht für transparente Informationen.

      Zu beachten ist, dass diese bis kurz vor unserer Berichterstattung mehr oder weniger öffentlich in Facebook über eine lange Zeit einsehbar waren. Die Verfasser selbst haben diese zur öffentlichen Wahrnehmung verfasst und nicht als private Äußerungen im geschützten Raum einer Privatspähre.

      Nach einem Hinweis, dass sich durch eine Bearbeitung mit entsprechenden Programmen doch einzelne Namen entziffern lassen sollten, haben wir die Grafiken selbstverständlich nachbearbeitet. Und zwar ausschließlich auf der Grundlage einer Behauptung – ein Beleg wurde der Redaktion nicht vorgelegt. Vielleicht schicken Sie uns die von Ihnen bearbeitete Grafik, um Ihre Behauptung zu belegen. Wir sind daran interessiert. Bis zum Beleg des Gegenteils gehen wir davon aus, dass es sich nur um eine Behauptung handelt.

      Unabhängig davon werden wir bei künftigen Schwärzungen höhere Maßstäbe ansetzen.

      Einen schönen Tag wünscht
      Das ladenburgblog

    • Dasladenburgblog

      Guten Tag!

      Danke für den Hinweis zur Süddeutschen Zeitung und zur Bild. Für die Süddeutsche Zeitung hat Hardy Prothmann selbst schon gearbeitet, für die Bild noch niemals. Die Bild ist, nebenei bemerkt, die größte und erfolgreichste Tageszeitung Europas. Selbst Frau Kanzlerin Angela Merkel liest mit ziemlicher Sicherheit morgens als erstens die Bild-Zeitung.

      Hans Leyendecker, einer der profiliertesten Journalisten Deutschlands und Redakteur der Süddeutschen Zeitung, kennt unsere Blogs und Hardy Prothmann persönlich. Herr Prothmann war einer von 40 Journalisten, die das http://netzwerk-recherche.de gegründet haben, wo Herr Leyendecker bis heute Vorstand und Herr Prothmann Mitglied ist.

      Und Herr Leyendecker hat eine dezidierte Meinung zu Herrn Prothmann und seiner Arbeit und diese im Artikel „Aufruhr im Netz“ aufgeschrieben:

      „Hardy Prothmann, der das lesenswerte heddesheimblog gegründet hat, riet sofort: „Weitertragen, bekannt machen und möglichst oft die Meinung zu Sauerlands Verhalten sagen, schreiben, senden“. Andere Blogs veröffentlichten prompt die Anlagen. Sogar die Brandenburger Abteilung des Deutschen Jounalisten Verbandes stellte die Papiere ins Netz. Der Blogger „Süßmeer“ verspricht, die Dokumente seien „in Kürze auch auf Wikileaks.org“ zu lesen. Die ganze Welt sollte erfahren, wie überfordert das offenbar kopflose Duisburger Stadtoberhaupt ist.“

      Lesenswert ist auch das Interview mit Hardy Prothmann, dass Sie auf sueddeutsche.de nachlesen können: „Die meisten machen nur Hofberichterstattung.“

      Beim MainzerMedienDisput im ZDF am 24./25. November nimmt Hardy Prothmann als Podiumsteilnehmer an der Debatte über Blogs und ihre Wirkung teil.
      15.20 Uhr
      Panel 4: David ärgert Goliath – die digitale Steinschleuder
      Alfons Pieper, wir-in-nrw-blog.de, ehem. CR der WAZ
      Peter Schink, freier Medienberater
      Stefan Aigner, regensburg-digital.de, freier Journalist
      Hardy Prothmann, Heddesheimblog.de
      Dr. Christian Stöcker, Spiegel online
      Moderation:
      Thomas Mrazek, Journalist

      Wir lassen uns also gerne vergleichen 😉

      Einen schönen Tag wünscht
      Das ladenburgblog

  • Aus der Ferne

    Was für mich (nach dem Studium der zu diesem Thema im Internet vorhandenen Beiträge) übrig bleibt ist…

    …dass der Umgang mit Internet Netzwerken wie Facebook sich scheinbar noch zu wenig in Lehrplänen von Schulen wiederfindet. Facebook ist eine Plattform, auf der Veröffentlichungen ein hohes Verantwortungsbewusstsein der Verfasser erfordern. Dieses ist aus meiner Sicht beim Urheber der von anderen als „Parodie“ heruntergespielten Darstellung mit „Hitlerbart“ nicht vorhanden.
    Plattformen wie Facebook sind kein privater Blog und kein rechtsfreier Raum.

    …dass das „Parodieren“ im Fernsehen und im Internet oft genug über das Ziel hinausschießt und oft genug den Respekt vor den beteiligten Menschen vermissen lässt. Daher ist es durchaus berechtigt, „Parodien“ zu hinterfragen. Einige Kommentare in den Diskussionen klingen sehr nach „das machen doch alle“ „das sieht man doch jetzt oft im Fernsehen“ etc. Darf jetzt jeder alles „parodieren“, weil man das jetzt oft sieht ?

    …dass auch alle späteren Generationen in Deutschland eine besondere Verantwortung aufgrund unserer Geschichte haben. Auch wenn dies dem ein oder anderen Kommentator nicht passt oder er es nicht mehr hören kann. Ich war damals auch nicht dabei und verspüre trotzdem die Verantwortung dafür zu sorgen, dass so etwas nie wieder passiert. Den Charlie Chaplin Vergleich finde ich gelinde gesagt unterirdisch.

    Zum Abschluss nun zum wichtigsten Punkt…ich kenne ALLE beteiligten Personen überhaupt nicht, mich interessieren auch die persönlichen Animositäten untereinander nicht, ich kenne auch das CBG nicht, ich bin nur über Facebook und das Internet auf dieses Thema gestoßen…dies allein zeigt doch, dass sich jeder bewusst sein sollte, dass Veröffentlichungen im Internet auch Leuten zugänglich sind, die diese Person nicht kennen. Ich kann gar nicht einschätzen, ob die Person mit Hitlerbart nun rechtes Gedankengut pflegt oder nicht.

    Viele Grüße
    Aus der Ferne

  • Jeremy

    Lieber Herr Prothmann,

    für mich steht nun die Frage im Raum weshalb ein so transparenter Journalist, als der sie sich mehrfach bezeichnen, der an den Sachverhalt rein objektiv und im Stil eines seriösen Schreibers herangegangen ist, sich mit einem ich vermute 2 – 3 DinA4-Seiten langen Bericht für seinen Artikel rechtfertigen muss. Sind all diejenigen, die einen negativen Kommentar „gepostet“ haben ignorant? Oder haben sie bei ihrem Artikel wirklich Dinge verallgemeinert und den Ruf des CBG mehr als nötig geschädigt. Wenn sie doch alles richtig gemacht haben und profesionell gearbeitet haben, wieso müssen sie dann solch eine Rechenschafft ablegen? Vielleicht denken sie ja einmal darüber nach …

    • Dasladenburgblog

      Guten Tag!

      Danke für Ihren Beitrag.

      Trotzdem sollten Sie den Text nochmals lesen.

      Wir arbeiten mit ojektiven, professionellen Methoden, stellen diese oft transparent dar, berichten aber häufig nicht objektiv, weil wir den Anspruch „objektive Berichterstattung“ für falsch halten. Wir bekennen uns zur subjektiven Berichterstattung, die durch eine hohe Transparenz für mehr Objektivität sorgt, als die Behauptung, man sei „objektiv“. Dabei orientieren wir uns an der anglo-amerkanischen Presse, die eine sehr guten subjektiven Journalismus pflegt – spannend, hintergründig, frech und auch unterhaltend. Und sehr oft mutiger, aggressiver und experimentierfreudiger als deutsche Medien, die Journalismus nur verwalten.

      Sie können auch diese Antwort aus Ihrer Sicht als „Rechenschaft“ verstehen, wir nennen es einen transparenten Dialog. Wir lassen weit mehr Meinung zu als andere Medien und treten auch weit mehr als mit den Leserinnen in Kontakt, vermitteln Hintergründe zu unseren Methoden und zu unserer Arbeit.

      Sie meinen, dasss wir „Rechenschaf“ ablegen „mussten“. Interessant. Wer hat uns dazu gezwungen? Niemand. Wir haben in einem Text versucht, verschiedene Aussagen in den Kommentaren aus unserer Sicht darzustellen.

      Es gab einige Kommentare, die unsere Arbeit kritisch betrachtet haben, über die wir sehr genau nachdenken, weil Argumente geäußert wurden, die wir ernst nehmen. Wir haben nie behauptet, dass alle kritischen Kommentare von Ignoranten geschrieben wurden. Wir haben sehr wohl behauptet, dass offensichtlich viele keine Ahnung von Journalismus haben und über eine geringe Medienkompetenz verfügen.

      Wir halten den Rufe des CBG für überhaupt nicht beschädigt. Der Schulleiter hat offen, besonnen und verantwortlich reagiert. Das kommt im Artikel deutlich zum Ausdruck. Über die Schule an sich haben wir uns mit keinem Wort im Artikel geäußert. Es gibt keinerlei Schuldzuweisungen in dieser Richtung. Die Rede ist ausschließlich von zehn betroffenen Schülerinnen und Schülern.

      Einschätzungen wie „brauner Sumpf“ teilen wir überhaupt nicht und haben uns davon distanziert.

      Einen schönen Tag wünscht
      Das ladenburgblog

  • Ladenburger

    Guten Morgen Herr Prothmann,

    finden Sie es eigentlich in Ordnung, dass Sie allen, die mit Ihrer Berichterstattung in Sachen CBG nicht konform gehen, rechtsradikale Tendenzen unterstellen?

    Einen schönen, ereignisreichen Tag wünscht
    der Ladenburger

    • Dasladenburgblog

      Guten Tag!

      Sie sind leider nicht in der Lage, einen Text inhaltlich zu erfassen.

      Es gibt keine Unterstellung gegenüber (nicht konformen) Leserinnen und Lesern, dass „alle“ rechtsradikale Tendenzen haben.

      Es wurde „ein“ Text analysiert, der einem typischen Schema folgt und die mittlerweile „intelligente“ Kommunikationsstrategie aufzeigt.

      Einen schönen Tag wünscht
      Das ladenburgblog

      • Ladenburger

        Lieber Herr Prothmann,

        wenn Sie das Posting von Anna kommentieren mit

        „Dieser Kommentar ist ein Paradebeispiel für eine neue Form rechtsradikaler Argumentationslinien, denen mit “Argumenten” kaum beizukommen ist“

        und

        „Fest steht, dass es sich um eine mustergültige rechtsradikale Argumentationslinie handelt“

        gibt es eigentlich nicht viel mißzuverstehen.

        Hätten Sie beide Sätze um „in meinen Augen“ oder „meiner Meinung nach“ ergänzt, könnte ich den von Ihnen erhobenen Vorwurf noch druchgehen lassen.

        Die Art und Weise, wie Sie das bringen, scheint jedoch auf bewußte Konfrontation ausgelegt zu sein.

        Für weniger spitzfindige Zeitgenossen ist das eine klare Aussage.

        Ein schönes Wochenende wünscht
        der Ladenburger

  • Als nicht Ladenburger, der seit Bestehen des ladenburgblogs diesen aber verfolgt und sich hier das erste Mal äußerst, möchte ich folgendes feststellen:
    1. Wenn sich Jugendliche mit Hitlerbart fotografieren lassen, ist das kein Witz und auch nicht witzig.
    2. Wenn solche Fotos von Freunden noch mit Parolen wie „Who ist the Führer“ kommentiert werden, dann haben sie offensichtlich im Geschichtsunterricht nicht besonders gut aufgepasst. Sich anschließend mit Satire zu rechtfertigen ist gelinde gesagt etwas zu einfach. Bei mindestens 50 Millionen Toten des Zweiten Weltkriegs fehlt mir da der satirische Zugang.
    3. Wenn ein Journalist darüber berichtet und dies kritisch unter die Lupe nimmt, ist das völlig legitim und sogar seine Aufgabe.
    4. Über den Schreibstil kann man streiten, die Tatsache als solches rechtfertigt unter journalistischen Gesichtspunkten aber auf jeden Fall eine Berichterstattung.

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  • Pingback: “Gegen das Vergessen” heißt auch hinschauen | rheinneckarblog()

  • redaktion

    Guten Tag!

    Die Rechts-Debatte ist ja gerade aktuell.

    Sehr gutes Hintergrundstück über den Umgang mit Rechtsradikalismus vor Ort.

    Ernüchternd.

    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/1612290/

    Einen schönen Tag wünscht
    Das Ladenburgblog.de

  • Frank