Samstag, 18. November 2017

Die gute Nachricht: Flocke heißt der Nachwuchs von Leo und Locke

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Guten Tag

Ladenburg, 17. Oktober 2010. Ende September berichteten wir über die erfolgreiche Zusammenführung von Leo und Locke – der Highland-Bulle Leo war ausgebüxt gewesen. Vor zehn Tagen haben die beiden Rindviecher Nachwuchs bekommen – ein weißes Kälbchen mit Namen „Flocke“.

Von Hardy Prothmann

Markus Michl ist sichtbar stolz auf das erste Kälbchen Flocke: „Die Geburt verlief reibungslos und beide sind wohlauf.“

Ende September gab es Aufregung um Leo – denn der Highland-Bulle war aus dem Seckenheimer Freilaufgelände ausgebüxt und erkundete die Gegend. Polizeibeamte vom Ladenburger Revier konnten den kapitalen Burschen zurück zu seiner Kuh Locke geleiten.

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Flocke ist zum Zeitpunkt der Aufnahme genau acht Tage alt.

Leo und Locke sind knapp drei Jahre alt. Leo wiegt rund 400 Kilo, Locke ein bisschen weniger. „Wir halten das Vieh aus Spaß an der Freud“, erzählt Michl, der Agrarwirtschaft studiert und irgendwann den Hof übernehmen wird: „Mein Großvater hatte noch Vieh. Das lohnt sich heute nur noch als Massentierhaltung. Für uns ist das uninteressant, aber die beiden hier habe ich sehr ins Herz geschlossen, natürlich jetzt auf Flocke.“

Während er erzählt, kämmt er die Highland-Rinder, die sich das gerne gefallen lassen: „Das ist ein alte, robuste Rasse, die das ganze Jahr draußen steht. Wenns schneit, haben die viel Spaß, im Sommer lassen wir sie unter ein Dach – in der direkten Sonne ist es ihnen viel zu warm.“

Die Rinder haben sich an Michl und seine Familie gewöhnt: „Normalerweise würde ich niemandem raten, auf das Gelände zu gehen – wenn ich dabei bin, ists in Ordnung“, sagt Landwirt Michl und weiter: „Vergangene Woche ist ein Hund von Spaziergängern aufs Gelände gelaufen – so schnell konnten man fast nicht gucken, wie Leo den Hund mit Anlauf auf die Hörner genommen hat.“ Gut zehn Meter hätte er den Hund geschleudert – der kam mit dem Schrecken davon und „ein paar Tage kamen die Leute wieder vorbei. Der Hund hat einen Riesenbogen um die Rinder gemacht“, grinst Michl.

Er erzählt das mit Absicht: „Diese Rinder haben sehr natürliche Instinkte und verteidigen sich, wenn ihnen jemand zu nah kommt. Unsere sind Menschen gewohnt und bleiben normalerweise friedlich – wenn jemand aber dem Kalb zu nahe kommt, werden die echt ungemütlich.“ Gucken ist also erlaubt, alles andere keine gute Idee. „Hier kommen so viele Leute vorbei und freuen sich an dem Nachwuchs“, sagt Michl.

Vor ein paar Tagen wollte Michl das Kalb von den Eltern trennen, um es vom Tierarzt im Ohr beringen zu lassen: „Die haben einen riesigen Aufstand gemacht – wir haben die Aktion aufgegeben.“ Dann zeigt er ein massives Eisenrohr, dass die Rinder einfach so abgebrochen haben, als sie das Gatter weggedrückt haben: „Da werden unglaubliche Kräfte frei.“ Michl wird das Kalb nun selbst beringen.

Er lacht: „Schauen Sie sich das an, die Kleine ärgert gerne ihren Vater und der jagt sie dann übers Gelände.“ Tatsächlich ist Leo hinter der frechen Flocke her – spielerisch, versteht sich.

Rund zehn Monate wird Flocke bei ihrer Mutter Milch saugen – und kurze Zeit später heißt es Abschied nehmen: „Leo würde irgendwann auf Flocke aufspringen, das gäbe Inzucht und das wollen wir natürlich nicht.“

Die Highland-Rinder gibt es in braun, blond, schwarz und ganz selten auch in weiß, wie Flocke.

Viel Freude mit den Bildern:

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Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.

  • MeineMeinung

    Guten Tag.

    Vielen Dank für die schönen Bilder und den informativen Text.

    Die kleine „Flocke“ ist wirklich total süß!!!

    🙂

    MeineMeinung