Sonntag, 19. November 2017

Zwei Schulen – ein Ziel – ein erstes Ergebnis: 5.000 Euro

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Guten Tag!

Ladenburg, 16. Juni 2010. Rund 5.000 Euro kamen bei der Benefiz-Veranstaltung am 12. Juni 2010 im CBG zusammen. Das Geld geht hĂ€lftig an die Eltern-Initiative, die damit „Verschönerungen“ im CBG bezahlen will und an die Karlheinz Böhm-Stiftung „Menschen fĂŒr Menschen“ zum Bau von Schulen in Äthopien.

Von Sabine Prothmann

Unter dem Motto: „Zwei Schulen – Ein Ziel“ veranstaltete am vergangenen Samstag das Carl-Benz-Gymnasium in Ladenburg eine Benefizveranstaltung.

Aufgereihte RenovierungsgegenstÀnde: Tun statt Ruh'n. Bild: ladenburgblog.de

Die eine Schule ist ein 40 Jahre altes GebĂ€ude in Ladenburg mit großem Sanierungsbedarf, die andere Schule soll in Äthiopien stehen, einfach, aber stabil.

Stinkende Toiletten, fehlende Farbe, schlechtes Licht, Papierkörper, die Raben zum WĂŒhlen einladen – die Liste der MĂ€ngel am CBG ist lang. Und die Staats- und Stadt-Kassen sind leer.

Die Organisation „Menschen fĂŒr Menschen“ hat ein Wettbewerb unter den Schulen ausgeschrieben, wo es darum geht, durch Aktionen Geld fĂŒr den Schulbau in Äthiopien zu sammeln. Zu gewinnen gibt es ein Unplugged-Konzert der „Killerpilze“ und ein professionelles Foto-Shooting mit Topmodel Sara Nuru.

Anfang des Jahres grĂŒndeten die beiden SchĂŒlerinnen Elisabeth Fuhry und Rebecca Rössling die AG „Menschen fĂŒr Menschen“ am Ladenburger Gymnasium.

Gemeinsam mit der Elterinitiative „Sanierung CBG“ beschloss man eine Benefizveranstaltung zugunsten der Schule in Ladenburg und zugunsten des Schulbaus in Afrika.

„Hier wollen wir renovieren, dort soll aufgebaut werden, deshalb haben wir den Slogan entworfen: „Zwei Schulen – ein Ziel“, erklĂ€rte Inge Bördlein-Wahl, die die Elterninitiative gegrĂŒndet hat.

Die Benefiz-Gala prĂ€sentierte ein buntes Programm aus Kinderanimation, Musik- und TheatervorfĂŒhrungen, darunter Sketche und Comedy, Auftritt der CBG SchĂŒlerband und dem Höhepunkt des Abends dem Auftritt der CBG SchĂŒler-Lehrerband.

Die Organisation sei „super gelaufen“, gut ein Dutzend Eltern haben aktiv an den Vorbereitungen fĂŒr die Benefiz-Gala mitgearbeitet und die reichlichen Spenden fĂŒr das Kuchen- und das herzhafte Buffet hĂ€tten ihre Erwartungen weit ĂŒbertroffen, sagte Bördlein-Wahl.

Das denken SchĂŒler. Bild: privat

Die Elterninitiative war zustĂ€ndig fĂŒr die Essensspenden, die „Menschen fĂŒr Menschen AG“ fĂŒr die Tombola. Beides hat sich im Laufe des Tages gut entwickelt.

Nach eineinhalb Stunden waren 700 Lose fĂŒr die Tombola verkauft und bis zum frĂŒhen Abend hatte man ĂŒber den Losverkauf 500 Euro und ĂŒber den Buffetverkauf knapp 1000 Euro eingenommen. Bis zum Ende der Veranstaltung gegen 23:00 Uhr kam noch einiges zusammen. Unterm Strich sind es rund 5.000 Euro.

Die HĂ€lfte der Einnahmen geht an die SchĂŒler-AG, die andere an die Elterninitiative.

Die Elterninitiative wisse, dass es sich bei diesen Spendengeldern nur um einen Tropfen auf einem heißen Stein handeln kann, so Bördlein-Wahl: „Doch wir wollen etwas bewegen, wir wollen den schlechten Zustand der Schule öffentlich machen und ein Zeichen setzen.“

Dass man mit Spendengeldern keine Schule sanieren kann, sei ihnen bewusst, aber man könne kleine Dinge verÀndern und verbessern: Spiegel in den Toiletten aufhÀngen, rabenfeste Papierkörbe aufstellen oder auch Klassenzimmer schön gestalten.

Demonstrieren, unterstĂŒtzen, helfen.

„Ich war beeindruckt von der SchĂŒlerdemo, die Anfang des Jahres stattfand. Das wollte ich unterstĂŒtzen und habe deswegen bei der Elterninitiative mitgemacht“, erklĂ€rte eine Mutter.

Der Elternbeiratsvorsitzende GĂŒnter Reiß bezeichnete die Elterninitiative als weiteres Standbein, um die notwendigen Sanierungsmaßnahmen anzustoßen. „Das war super Elternarbeit, ich bin wahnsinnig glĂŒcklich“, so Reiß.

Die Elterninitiative habe Signalkraft. Sie mache aufmerksam und erzeuge Druck bei den politisch Handelnden. „Wenn du politisch nicht handelst, erreichst du selten was“ ist die Überzeugung von GĂŒnter Reiß. Es sei immer auch eine Frage der Taktik, wie man die Politik mit einbindet fĂŒr das Sanierungskonzept. Es sind kleine Schritte, aber immerhin habe die Stadt jetzt fĂŒr hellere Leuchten gesorgt.

„Je breiter man sich aufstellt, um so besser“, erklĂ€rte BĂŒrgermeister Reiner Ziegler. Alle KrĂ€fte arbeiteten hier zusammen. Die Stadt, die Schule, die Eltern. Es sei wichtig, auf sich aufmerksam zu machen und in die Schule zu investieren.

Neben den Kleinigkeiten, die durch die Benefizaktionen realisiert werden können, betonte auch Udo Wagner vom Elternbeiratsteam die Signalwirkung der Elterninitiative.

Inge Bördlein-Wahl (2.vl.) mit Rebecca Rössling, Elisabeth Fuhry und Rektor Keller. Bild: privat

Rektor GĂŒnter Keller konnte nur am Anfang der Veranstaltung dabei sein. „Wir hatten die Benefiz-Gala erst zu einem frĂŒheren Zeitpunkt geplant und heute hatte Herr Keller leider noch einen anderen wichtigen Termin“, sagte eine der Veranstalterinnen.

Als „Zweiklang“ bezeichnete Radio-Moderator Christian Scharff die beiden Projekte. Über dringenden Bedarf an Schulen in Äthiopien berichtete Axel Haasis, GeschĂ€ftsfĂŒhrer von „Menschen fĂŒr Menschen“ der Karlheinz Böhm-Stiftung. Ziel sei es, stabile einfache Schulen zu bauen, die man fĂŒr 50 Jahre nutzen könne, so Haasis. Beeindruckt war er von der gebĂŒrtigen Äthiopierin und Topmodel Sara Nuru. Schon zu Beginn der Staffel sei man mit ihr in Kontakt getreten. Ein Tag nach dem Finale und ihrem Sieg habe sie bei ihm angerufen und gesagt: „Jetzt habe ich gewonnen, jetzt kann ich mich engagieren.“

„Menschen fĂŒr Menschen“

Engagiert haben sich auch rund 15 SchĂŒler und SchĂŒlerinnen des CBGs in der AG „Menschen fĂŒr Menschen“, die Anfang des Jahres von Elisabeth Fuhry und Rebecca Rössling gegrĂŒndet wurde. Ziel ist es natĂŒrlich den ausgeschrieben Wettbewerb zu gewinnen, Ziel ist es aber durch Aktionen genĂŒgend Geld fĂŒr Schulen in Äthiopien zusammen zu bekommen.

Die Benefiz-Gala ist nicht die erste Aktion der AG. Eine Schlafanzug-Aktion brachte die Lehrer im Nachtgewand in die Schule und der Spendenkasse Euros ein. Erfolgreich war auch eine Winter-Schneebar. Bis zum 31. Juli 2010 haben die Ladenburger SchĂŒler noch Zeit um weitere Aktionen durchzufĂŒhren. Eine schulinterne WM und SchĂŒler-Lehrer-Wetten stehen als nĂ€chstes auf dem Plan, erzĂ€hlen Johannes Seitz und Verena Schöchlin.

Die SchĂŒler-AG war bei der Benefizveranstaltung zustĂ€ndig fĂŒr die Tombola. Bei den attraktiven Preisen, gestiftet durch Ladenburger und Heddesheimer GeschĂ€ften, war es kein Wunder, dass die Lose so schnell verkauft wurden. Darunter gab es beispielsweise Mappen von Prada und Dior, ein Bild einer Ladenburger KĂŒnstlerin und als Hauptpreis einen antiken Kaugummiautomat, den ein Lehrer gespendet hat. „Den hĂ€tte ich auch gerne gehabt“, meinte Selma Sadikovic.

Ihrem Motto „Zwei Schulen – ein Ziel“ ist das CBG mit seiner Benefiz-Veranstaltung somit ein StĂŒckchen nĂ€her gekommen.

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Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist GrĂŒndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten PortrĂ€ts und Reportagen oder macht investigative StĂŒcke.

  • eine-mutter

    Vielen Dank fĂŒr diesen informativen Artikel.

  • MeineMeinung

    Guten Tag.

    Ich freue mich fĂŒr die Eltern, die SchĂŒler und das CBG ĂŒber diese erfolgreiche Veranstltung. Leider stinken die Klos danach immer noch.
    Herr Ziegler prÀsentiert sich gerne. Als was?
    Das GrĂŒnprojekt hat jede Menge Geld verschlungen – wo ist jede menge Geld fĂŒr die Schule unserer Kinder?
    Das passt nicht. Herr BĂŒrgermeister Ziegler inszeniert sich – tut er aber auch was?
    Ich mag ihn, wie viele BĂŒrger – aber ich traue ihm schon lange nicht mehr, obwohl ich das gerne will-

    MeineMeinung