Mittwoch, 17. Januar 2018

Wie die Ladenburger dem Wetter trotzten

Viel Regen und ein Meer aus Schirmen

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Ladenburg, 16. September 2013. (red/ms) Schlechtes Wetter kann ein Fest ruinieren. Beim Altstadtfest war das Wetter manchmal richtig miserabel – und trotzdem tat es der guten Stimmung keinen Abbruch. Nur Wenige fl├╝chteten vor dem Regen, ein Gro├čteil holte die Schirme heraus und feierte ungetr├╝bt weiter.

Auch im Regen sind noch eine Menge Menschen auf dem Marktplatz anzufinden.

Trotz Regen waren noch eine Menge Menschen auf dem Marktplatz anzufinden.

Von Minh Schredle

Samstag, 16:00 Uhr: Die verwinkelten Gassen sind von Menschen geflutet. ├ťberall gut gelaunte Gesichter, nicht nur aus Ladenburg, sondern scheinbar aus der ganzen Welt sind Leute zum vierzigsten Altstadtfest gekommen. Neben mir h├Âre ich ein paar Leute englisch sprechen. Sie kommen aus London und besuchen Verwandschaft. Man sei auch schon letztes Jahr hier gewesen und habe bei der Urlaubsplanung extra darauf geachtet, sich das richtige Wochenende auszusuchen, um noch mal herkommen zu k├Ânnen.

Egal ob Fl├Âtenspiel aus Afrika oder ein heimateigenes Orchester, das mit dem „Badener Lied“ die Leute zum Mitsingen bringt: Hier kommen verschiedene Kulturen zusammen, um gemeinsam zu feiern. Das machte sich auch beim Essensangebot bemerkbar.┬áNeben den Stadtfest-Klassikern wie Steakbr├Âtchen, Bratwurst und Pommes gab es auch etwas ausgefallenere Speisen: Gegrillte Champignons mit Kr├Ąuterbutter, mexikanische Tacos oder auch Calamari und Seelachs vom Angelsportverein. Vieles davon f├╝r die Besucher zu erfreulich g├╝nstigen Preisen.

┬áRegen haupts├Ąchlich f├╝r den Flohmarkt tragisch

Die ecuadorianische Band Imbaya beeindruckte mit einer tollen Live-Performance: Immer wieder wechselten sie ihre Instrumente, ohne dass ihre Musik dabei unterbrochen wirkte. Zum Einsatz kamen haufenweise verschiedene Fl├Âten und ein Regenmacher.

Die ecuadorianische Band Imbaya beeindruckte mit einer tollen Live-Performance: Immer wieder wechselten sie ihre Instrumente, ohne dass ihre Musik dabei unterbrochen wirkte. Zum Einsatz kamen haufenweise verschiedene Fl├Âten und ein Regenmacher.

 

Dann kam der Regen. Es begann alles mit einem leichten Nieseln, aber schon bald m├╝ndete es in einen f├╝rchterlichen Wolkenbruch. Bei einigen Festen w├Ąre die Stimmung sicherlich komplett gekippt. Vielen ist es auch hier zu viel: Vor allem sind die Betreiber der Flohmarktst├Ąnde betroffen. Von ihnen packen die meisten schnell ihre Sachen ein und bauen ihre St├Ąnde ab. Der Gro├čteil der Altstadtfest-Besucher h├Ąlt es aber erst einmal aus.

Es braucht schon etwas mehr als sintflutartigen Regen, um mir mein Altstadtfest zu vermiesen,

sagte ein Ladenburger lachend, der im str├Âmenden Regen auf dem Marktplatz ausharrt. Und das warten lohnt sich. Nach einer Viertelstunde ist das Schlimmste schon wieder vorbei. Es tr├Âpfelt zwar immer noch ein bisschen, aber kaum jemand wirkt so als sei er davon wirklich gest├Ârt. Stattdessen trotzen hunderte von bunten Farben dem tristen Grau des Himmels und ein Meer aus Schirmen entsteht in der Altstadt.

 Treffpunkt: Marktplatz

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Die Besucher waren gut vorbereitet: Nicht nur, dass fast alle einen Schirm dabei hatten, bei vielen passt auch noch die Farbe zu den dekorativen Wimpeln.

 

Ein bisschen leerer ist es in den Stra├čen dann aber doch geworden. Vor allem die gro├čen Zelte erfuhren jetzt einen gro├čen Zulauf. Ein anderer Punkt, auf den sich die Masse konzentrierte, war der Marktplatz. Besonders beeindruckend war dabei die Auff├╝hrung der Capoeira-Gruppe „Abad├í“ aus Heidelberg, die auch Training in Ladenburg haben. Bei Capoeira handelt es sich um eine Kampfkunst aus Brasilien, die von Sklaven entwickelt worden ist. Tritte und Schl├Ąge entwickeln sich aus einer t├Ąnzerischen Bewegung heraus.

 

W├Ąhrend sich immer zwei bis drei Kampfk├╝nstler im Vordergrund miteinander bewegten, benutzten diejenigen im Hintergrund Instrumente, um einen Rhythmus vorzugeben.

W├Ąhrend sich immer zwei bis drei Kampfk├╝nstler im Vordergrund miteinander bewegten, benutzten diejenigen im Hintergrund Instrumente, um einen Rhythmus vorzugeben.

 

Es war sch├Ân mitanzusehen, wie nicht einmal derma├čen widrige Bedingungen die Stimmung kippen lassen konnten – daf├╝r brauch es nicht nur ein besonderes Fest, sondern auch besondere Besucher.

├ťber Minh Schredle

Minh Schredle (22) hat 2013 als Praktikant bei uns angefangen und war seitdem freier Mitarbeiter. Von Dezember 2014 bis August 2016 hat er volontiert. Ab September 2016 ist er freier Mitarbeiter bei uns.