Donnerstag, 21. Juni 2018

Wie die Ladenburger dem Wetter trotzten

Viel Regen und ein Meer aus Schirmen

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Ladenburg, 16. September 2013. (red/ms) Schlechtes Wetter kann ein Fest ruinieren. Beim Altstadtfest war das Wetter manchmal richtig miserabel – und trotzdem tat es der guten Stimmung keinen Abbruch. Nur Wenige flĂŒchteten vor dem Regen, ein Großteil holte die Schirme heraus und feierte ungetrĂŒbt weiter.

Auch im Regen sind noch eine Menge Menschen auf dem Marktplatz anzufinden.

Trotz Regen waren noch eine Menge Menschen auf dem Marktplatz anzufinden.

Von Minh Schredle

Samstag, 16:00 Uhr: Die verwinkelten Gassen sind von Menschen geflutet. Überall gut gelaunte Gesichter, nicht nur aus Ladenburg, sondern scheinbar aus der ganzen Welt sind Leute zum vierzigsten Altstadtfest gekommen. Neben mir höre ich ein paar Leute englisch sprechen. Sie kommen aus London und besuchen Verwandschaft. Man sei auch schon letztes Jahr hier gewesen und habe bei der Urlaubsplanung extra darauf geachtet, sich das richtige Wochenende auszusuchen, um noch mal herkommen zu können.

Egal ob Flötenspiel aus Afrika oder ein heimateigenes Orchester, das mit dem „Badener Lied“ die Leute zum Mitsingen bringt: Hier kommen verschiedene Kulturen zusammen, um gemeinsam zu feiern. Das machte sich auch beim Essensangebot bemerkbar. Neben den Stadtfest-Klassikern wie Steakbrötchen, Bratwurst und Pommes gab es auch etwas ausgefallenere Speisen: Gegrillte Champignons mit KrĂ€uterbutter, mexikanische Tacos oder auch Calamari und Seelachs vom Angelsportverein. Vieles davon fĂŒr die Besucher zu erfreulich gĂŒnstigen Preisen.

 Regen hauptsĂ€chlich fĂŒr den Flohmarkt tragisch

Die ecuadorianische Band Imbaya beeindruckte mit einer tollen Live-Performance: Immer wieder wechselten sie ihre Instrumente, ohne dass ihre Musik dabei unterbrochen wirkte. Zum Einsatz kamen haufenweise verschiedene Flöten und ein Regenmacher.

Die ecuadorianische Band Imbaya beeindruckte mit einer tollen Live-Performance: Immer wieder wechselten sie ihre Instrumente, ohne dass ihre Musik dabei unterbrochen wirkte. Zum Einsatz kamen haufenweise verschiedene Flöten und ein Regenmacher.

 

Dann kam der Regen. Es begann alles mit einem leichten Nieseln, aber schon bald mĂŒndete es in einen fĂŒrchterlichen Wolkenbruch. Bei einigen Festen wĂ€re die Stimmung sicherlich komplett gekippt. Vielen ist es auch hier zu viel: Vor allem sind die Betreiber der FlohmarktstĂ€nde betroffen. Von ihnen packen die meisten schnell ihre Sachen ein und bauen ihre StĂ€nde ab. Der Großteil der Altstadtfest-Besucher hĂ€lt es aber erst einmal aus.

Es braucht schon etwas mehr als sintflutartigen Regen, um mir mein Altstadtfest zu vermiesen,

sagte ein Ladenburger lachend, der im strömenden Regen auf dem Marktplatz ausharrt. Und das warten lohnt sich. Nach einer Viertelstunde ist das Schlimmste schon wieder vorbei. Es tröpfelt zwar immer noch ein bisschen, aber kaum jemand wirkt so als sei er davon wirklich gestört. Stattdessen trotzen hunderte von bunten Farben dem tristen Grau des Himmels und ein Meer aus Schirmen entsteht in der Altstadt.

 Treffpunkt: Marktplatz

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Die Besucher waren gut vorbereitet: Nicht nur, dass fast alle einen Schirm dabei hatten, bei vielen passt auch noch die Farbe zu den dekorativen Wimpeln.

 

Ein bisschen leerer ist es in den Straßen dann aber doch geworden. Vor allem die großen Zelte erfuhren jetzt einen großen Zulauf. Ein anderer Punkt, auf den sich die Masse konzentrierte, war der Marktplatz. Besonders beeindruckend war dabei die AuffĂŒhrung der Capoeira-Gruppe „AbadĂĄ“ aus Heidelberg, die auch Training in Ladenburg haben. Bei Capoeira handelt es sich um eine Kampfkunst aus Brasilien, die von Sklaven entwickelt worden ist. Tritte und SchlĂ€ge entwickeln sich aus einer tĂ€nzerischen Bewegung heraus.

 

WĂ€hrend sich immer zwei bis drei KampfkĂŒnstler im Vordergrund miteinander bewegten, benutzten diejenigen im Hintergrund Instrumente, um einen Rhythmus vorzugeben.

WĂ€hrend sich immer zwei bis drei KampfkĂŒnstler im Vordergrund miteinander bewegten, benutzten diejenigen im Hintergrund Instrumente, um einen Rhythmus vorzugeben.

 

Es war schön mitanzusehen, wie nicht einmal dermaßen widrige Bedingungen die Stimmung kippen lassen konnten – dafĂŒr brauch es nicht nur ein besonderes Fest, sondern auch besondere Besucher.

Über Minh Schredle

Minh Schredle (22) hat 2013 als Praktikant bei uns angefangen und war seitdem freier Mitarbeiter. Von Dezember 2014 bis August 2016 hat er volontiert. Ab September 2016 ist er freier Mitarbeiter bei uns.