Donnerstag, 19. Oktober 2017

Negative Bilanz ums Drachenbootrennen herum

Suff im Schatten des Drachens

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Bier, Wein, Schnaps - es wird ordentlich gekippt. Und dass schon im Alter von 14 Jahren. Den Abfall lĂ€sst man zurĂŒck.

 

Ladenburg, 16. Juli 2012. (red) BĂŒrgermeister Rainer Ziegler und Revierleiter Frank Hartmannsgruber sahen sich fast genötigt, heute in einer Pressekonferenz die Öffentlichkeit ĂŒber „unschöne Begleiterscheinungen“ des Drachenbootrennens zu informieren. Jugendlicher Suff, VermĂŒllung und ein „katastrophales Parkverhalten“ haben Stadt und Polizei mehr als verĂ€rgert. Der veranstaltende Verein wurde ausdrĂŒcklich gelobt.

Von Hardy Prothmann

BĂŒrgermeister Rainer Ziegler und Revierleiter Frank Hartmannsgruber sind alles, nur „nicht amĂŒsiert“ ĂŒber die Nacht vom Samstag. Mehrere hundert Jugendliche haben sich zum Saufen rund um das Drachenbootfestival getroffen. Sie hinterließen Abfall und Scherben und insgesamt drei im Alter von 14 und 15 Jahre auch die Sinne: Die Kinder wurde bewußtlos auf der Straße gefunden und musste von der DLRG erstversorgt werden.

Das erfĂŒllt uns mit Sorge – nicht der sportliche Verlauf und das Event an sich. Wir sind alle miteinander erschrocken ĂŒber die Entwicklung, weil viele, viele Jugendliche volltrunken angetroffen worden sind. Das hat uns bedrĂŒckt. Die letzten zwei bis drei Jahre hat sich das ungut entwickelt, jetzt haben wir hier eine Eskalation.

ZugemĂŒllte Grundschule - saufen ohne Sinn und Verstand.

BĂŒrgermeister Rainer Ziegler ist bekannt fĂŒr seine sonst diplomatische Ausdrucksweise. Seine deutlichen Worte sparen nicht mit Kritik – auch an Eltern. Veranstalter, Stadt und Polizei können die Situation allein nicht bewĂ€ltigen. Der ĂŒberwiegende Teil der Jugendlichen kam von außerhalb.

Unschöne Bilanz

Frank Hartsmannsgruber gibt einen droben Überblick: 8 „provokante“ Urinierer wurden verwarnt, also solche, die gesehen werden wollten oder denen alles egal war. Mehrfach wurden Jugendlichen Zigaretten abgenommen und vor allem Alkohol. Zwei 15-JĂ€hrige, ein 16-JĂ€hriger und ein 17-JĂ€hriger waren „hochprozentig“ unterwegs. Irgendein Dummkopf entzĂŒndete Plastikgeschirr unter ein Bank. Auf der EisenbahnbrĂŒcke wurde einem Mann zwei Mal mit der Faust so heftig ins Gesicht geschlagen, dass ein Schneidezahn abgebrochen ist – der TĂ€ter ist bislang unbekannt. LĂ€rmend-randalierende Jugendliche mussten zur Ordnung gerufen werden. Rund 100 Jugendliche hat die Polizei direkt angesprochen – ermahnt und aufgeklĂ€rt. Manche auch direkt die Spuren der Saufexzesse wegrĂ€umen lassen. Frank Hartmannsgruber bilanziert:

In der Vergangenheit habe ich immer wieder den Jugendlichen ein gutes Verhalten attestiert. Hier trifft das Gegenteil zu.

Im Innenhof der Dalberg-Grundschule traf die Polizei auf eine Gruppe von rund 50 Jugendlichen, „die sich mit harten Sachen ordentlich vorgewĂ€rmt haben“. Als die Polizei ankam, rannten viele weg, erst auf „deutliche Anordnungen“ hin, kamen ein paar zurĂŒck und haben aufgerĂ€umt. Es gibt also wenigstens noch so viel Bewusstsein, dass das Verhalten nicht „normal“ ist und Ärger droht.

Dieses Gesamtbild können wir auf Dauer so nicht ertragen.

Als sehr positiv bewerten BĂŒrgmeister Ziegler und Revierleiter Hartmannsgruber den Verlauf der eigentlichen Veranstaltung. Aus Neckarhausen gab es keine einzige Beschwerde, die Beachparty lief sehr fröhlich aber durch Security ĂŒberwacht auch sehr geregelt ab. FrĂŒhzeitige GesprĂ€che mit Anwohner auf beiden Seiten des Neckars haben gewirkt. BĂŒrgermeister Ziegler sagt:

Wir wollen die Vielfalt haben und wollen die Stadt lebendig haben – das ist in unserem Sinne. Das ist ein gute Ausstrahlung nach außen. Aber wir mĂŒssen auf die GesamtvertrĂ€glichkeit achten. Ich bin dankbar, dass die Absprachen mit den 03-ern eingehalten wurden. Was abgestimmt worden ist, wurde so umgesetzt.

„BegleitumstĂ€nde bereiten Sorge“

Man mĂŒsse zwischen Veranstaltung an sich und dem GelĂ€nde außerhalb des eigentlichen Veranstaltungsorts trennen. Nicht der sportliche Verlauf und das Event an sich, sondern die „BegleitumstĂ€nde“ erfĂŒllten den BĂŒrgermeister mit „Sorge“.

Ebenfalls richtig „fuchsig“ zeigt er sich mit dem Parkverhalten der Eventbesucher.

Man stellt sich in die GrĂŒnflĂ€chen, in die Feuerwehrzufahrten. Das Parkverhalten ist eine Katastrophe. Nur wenige nutzen die gut ausgeschilderten Parkmöglichkeiten.

"Unfreiwillig" aufgerÀumte Reste des jugendlichen Saufens.

Es habe einige Abschleppmaßnahmen gegeben. „Wir machen das nicht gern als Gastgeber. Wir haben aber auch einen Anspruch, dass die GĂ€ste sich ordentlich verhalten. Mit diesem Verhalten ĂŒberfordert man uns und lĂ€uft Gefahr, diese Veranstaltungen kaputt zu machen.“

Im kommenden Jahr werde konsequent jeder aufgeschrieben, der falsch parkt. „Wir wollen kein Geld einnehmen – sondern wir mĂŒssen darauf achten, dass die Ordnung außerhalb der FestivitĂ€ten erhalten bleibt.“ Wie frech manche sind, schildert Frank Hartmannsgruber: „Wenn Sie mit einem diskutieren mĂŒssen, der sich vor die Polizeiausfahrt stellt, dann zeigt das ungefĂ€hr, wie verantwortungslos viele unterwegs sind.“

Das ResĂŒmee heißt also: Tolle Veranstaltung der Drachenbootsportler – aber leider viel Ärger außenrum. Auch der Verein wird sich bei Lösungswegen mit einbringen mĂŒssen. Nicht das Event ist der Auslöser fĂŒr diese ZustĂ€nde – aber anlĂ€ĂŸlich des Events finden diese ZustĂ€nde statt. Die schwierige Aufgabe wird sein, das in den Griff zu bekommen. Der sinnlose Suff wirft sonst einen dunklen Schatten auf das Drachenbootfestival.

 

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Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist GrĂŒndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten PortrĂ€ts und Reportagen oder macht investigative StĂŒcke.

  • Bootsportler

    Hallo,

    vielen Dank fĂŒr das tolle Event – es ist richtig Ă€rgerlich, dass es mit den Jugendlichen so schief lĂ€uft.

    Hier sind aber auch die Eltern mehr in der Pflicht – das kann einfach nicht sein. Bierchen oder nen Sekt – da hat doch keiner was dagegen. Aber immer gleich voll auf die MĂŒtze. Das ist nur noch bescheuert. Drei im Alter von 14 und 15 Jahren besinnungslos gesoffen.

    Ich hoffe nur, dass sich das nicht negativ auf des Event auswirkt. WĂ€re echt schade.

    P.S. Und ich dachte, nur das Wetter war schlecht.

  • Drachenbootfan

    Man kann Herrn Ziegler nur beipflichten. Was die „Jungen Leute“ dieses Jahr angerichtet haben, war leider „unter aller Sau“. Wir sind hier in Ladenburg und nicht in Berlin-Kreuzberg…

    Ansonsten: DANKE fĂŒr die tolle Veranstaltung!

  • Bianca

    Zuerst einmal danke fĂŒr die tolle Veranstaltung.
    Allerdings ging es bei dem Drachenbootrennen doch ums Paddeln und nicht nur um die KostĂŒme. Ja, die KostĂŒme waren alle toll und es hat Spaß gemacht so viele farbenfrohe Teams zu sehen. ABER es war ein Drachenbootrennen auf dem Wasser !!!
    Und hier sollte erwÀhnt werden: DIE ALPTRAUMPADDLER haben gewonnen !!! Und zwar unschlagbar hoch gewonnen. Mit einer Zeit von 53.50 Sekunden. Dieses Team ist der absolute Wahnsinn. In jedem Rennen wurden sie besser und besser. Als Mix-Team fuhren sie sogar bessere Zeiten wie die MÀnnerteam.
    Ich gratuliere hier allen Gewinnern. Dem MĂ€nnerteam „Falsche Dampfer“ , dem Frauenteam: „Neckarschneggen“ und dem Mixteam „Alptraumpaddler. Ihr wart alle spitze !!!

    Ps. ich bin eine Alptraumpaddlerin 😉

  • Rage

    was soll sowas? die auf den fotos gezeigten leute sind alle 16+. auf den fotos mit der polizei wurde beim aufrĂ€umen geholfen. den mĂŒll haben die 14 und 15 jĂ€hrigen hinterlassen. ich finde es unverschĂ€mt dann die Ă€lteren auf den fotos dafĂŒr verantwortlich zu machen. was diese 14 jĂ€hrigen kinder wie und wo machen ist nun wirklich nicht das problem der Ă€lteren. also erstmal richtig informieren bevor man so einen kĂ€se verbreitet.

    nuff said.

  • Anonymous

    Ich kann leider kaum in Worte fassen wie lÀcherlich dieser Artikel ist !

    P.S. Sie sollten als „Journalist“ eigentlich wissen, dass sie keine Bilder von Leuten hereinstellen dĂŒrfen ohne deren Erlaubnis !

  • Anonymous

    Unter anderem finde ich es richtig feige, dass sie nicht einmal den Mut haben Kritik an ihren Artikeln anzunehmen bzw. zu veröffentlichen ! Ihre Texte basieren sehr hĂ€ufigen auf falschen oder verdrehten Tatsachen und dienen der reinen Provokation ! Sie sollten sich an die Spielregeln halten und objektiv bleiben, denn wie sie schon sagten: „wir sind hier in ladenburg und nicht in berlin-kreuzberg“ ! Diese Aussage ist ĂŒbrigens genauso lĂ€cherlich wie sie klingt. Wenn Sie solche Kritik Ă€ußern, dann stehen sie auch dazu und lassen bitte zu das es möglich wird das auch an ihren Artikeln Kritik geĂ€ußert und veröffentlicht werden kann.

    P.S. wenn sie schon Kommentare zensieren, dann auch die Personen auf ihren Bildern, den die können sie anzeigen, nur nebenbei !

    MfG

    • Drachenbootfan

      Ich glaube einer der „Beteiligten“ ist, ohne auszunĂŒchtern, dazu ĂŒbergegangen, hier zu kommentieren….

    • ladenburger

      Der wahrscheinlich wirrste Kommentar, der je auf diesem Blog zu lesen war ….

      • Redaktion

        Guten Tag!

        Keine Sorge – es gibt noch „wirrere“. Üblicherweise verschonen wir die Leserinnen und Leser aber damit und löschen gleich.
        Ab und an lassen wir mal was durch, um zu zeigen, was an „Meinungen“ so alles angeboten wird.

        Einen schönen Tag wĂŒnscht
        Das Ladenburgblog.de

  • Profipaddler

    Ich muss sagen ich finde diesen Artikel doch reichlich subjektiv: In der Bilanz gab es nur wenigste Jugendliche die sich danebenbenommen haben, der MĂŒll wurde ordnungsgemĂ€ĂŸ weggerĂ€umt, und drei Jugendliche die versorgt werden mussten sind nichts ungewöhnliches, vor allem wenn man bedenkt dass dieser Artikel extreme Alkoholexzesse suggeriert, welche in diesem Umfang sicher nicht stattgefunden haben, da ansonsten sicher viel mehr hilfeleistungen benötigt worden wĂ€ren. Auch die Bilder finde ich nicht sehr bemerkenswert, pöbelnde Jugendliche die sich danebenbenehmen sehen anders aus. Und im Vergleich zur Festwiese, welche am nĂ€chsten morgen einem Schlachtfeld glich, ist ein ĂŒberfĂŒllter MĂŒlleimer doch nicht sehr aussagekrĂ€ftig.

  • Profipaddler

    Test

  • Drachenbootgenießer

    Mir hat sowohl das drachenbootrennen, als auch die anschließende beachparty sehr gefallen, doch möchte ich die berichterstattung zu diesem event doch etwas kritisieren. Der ĂŒbermĂ€ĂŸige alkoholkonsum scheint mir, laut diesem artikel, von jedem einzelnen praktiziert worden. Es stimmen, so finde ich, auch die altersangaben nicht. NatĂŒrlich kann es schon sein, dass eins zwei minderjĂ€hrige an alkohol kamen und nicht wussten, wo ihre grenze war, doch ist der rest viel zu pauschalisiert.
    Ich fand das drachenbootrennen und alles drum herum sehr gelungen und kann ihre einwÀnde nur teilweise nachvollziehen.

    Zudem stellt sich bei mir die frage, ob alle fotografierten dem verfasser des artikels eine einverstÀndniserklÀrung zur verffentlichung ihrer bilder eingebracht haben

  • Redaktion

    Guten Tag!

    Die meisten der bislang veröffentlichten Kommentare finden in dieser Form normalerweise nicht den Weg in die Öffentlichkeit.

    Sie können gerne auch unsere Artikel kritisieren. Die Aussage: „Dieser Artikel ist lĂ€cherlich“, ist aber keine Kritik, sondern nur Gepöbel.

    Die in diesem Text genannten Zahlen und EinschĂ€tzungen zur Situation stammen vom BĂŒrgermeister und dem Polizeirevierleiter – wir gehen davon aus, dass dies zuverlĂ€ssige Quellen sind.

    14- und 15-jĂ€hrige Schnapsleichen mögen fĂŒr den ein oder anderen „normal“ sein. FĂŒr uns nicht und nach dem Gesetz auch nicht.

    Danke fĂŒr die rechtlichen Hinweise – wir sind sicher, dass wir uns damit besser auskennen als die durchweg anonymen Verfasser der leider inhaltlich eher sinnfreien Kommentare. Tipp: Saufen ist nicht gut fĂŒrs Denken. 😉

    Einen schönen Tag wĂŒnscht
    Das Ladenburgblog.de

  • Nachdem am Samstag an der Neckarstraße und den angrenzenden Gebieten mehrere Beleidigungen und Drohungen an Anwohner durch Besucher stattgefunden haben, SachbeschĂ€digung an zwei Fahrzeugen durch Falschparker mit Fahrerflucht zu beklagen sind, RettungseinsĂ€tze durch Krankenwagen und Feuerwehr im Notfall nicht möglich gewesen wĂ€ren, so frage ich mich wo die Stadt Ladenburg und der Veranstalter in der Vorplanung hier gute Arbeit geleistet hĂ€tten ??? Bereits im vorigen Jahr war die Verkehrssituation komplett aus dem Ruder gelaufen, trotz Hinweise an die Stadt Ladenburg wurde mit einem Jahr Vorplanung nichts verbessert.
    Aus Erfahrung der letzen Jahre kann ich nur dem Organisationsteam des Triatlon eine gute Arbeit in Sachen VerkehrsfĂŒhrung bescheinigen, besonders wenn man die GrĂ¶ĂŸe dieser Veranstaltung vergleicht.

  • Walter Kohl

    Ich finde es zu k..zen was auf einem Familienfest anscheinend mittlerweile
    fast normaler Zustand ist:

    „Jugendlicher Suff, VermĂŒllung und ein “katastrophales Parkverhalten”

    Wo bleibt hier der „Aufschrei “ der örtlichen Parteien, VerbĂ€nde, Vereine usw. ?

    Statt dessen werden diesen unertrĂ€glichen ZustĂ€nde dahingehend „diskutiert“
    ob die jugendlichen auf den Bildern unter oder ĂŒber 14 Jahre sind ?!?

    EIn Polizist muß mit einem Autofahrer „diskutieren“ weil er vor der Polizeieinfahrt parkt ?!?

    Was kommt nÀchstes Jahr ???
    Security mit Taschenkontrolle und AbsperrzÀune ??

    Gute Nacht Familienfest

    Und immer schön weiter diskutieren….

    Regeln und Gesetze einhalten und konsequent umsetzen.
    Abschleppen, Strafzettel, Platzverbote… anscheinend geht es ja nicht anders