Donnerstag, 21. September 2017

Höhepunkt fĂŒr die Jugend beim Ladenburger Altstadtfest

Rock at Church ist einfach geil

Print Friendly, PDF & Email

Ladenburg, 16. September 2014. (red/cb) Das Altstadtfest lockt mit seinem kleinen Festival Rock at Church tausende Menschen in den Pfarrgarten der evangelischen Stadtkirche. Viele ehrenamtliche Helfer waren dieses Jahr dabei und haben den Zuschauern am 13. und 14. September ein rockiges, poppiges und rappiges Wochenende beschert. Bands wie „Laut Kinski“, oder „Break Even“ standen auf der BĂŒhne und sorgten fĂŒr Stimmung.

Von Carolin Beez

ladenburg-Altstadtfest 2014-20140915-004-6320

Die „Party“-Band, „Push“

Das Altstadtfest ist nicht mehr das, was es einmal war. Auf dem Marktplatz, wo die große Partyband „Push“ angekĂŒndigt war, herrscht keine Party-Stimmung. Egal wie sehr sich die Band auch bemĂŒht. Bereits in der Mitte des Platzes ist vom Gesang nichts mehr zu hören und man nimmt lediglich ein Rauschen des Schlagzeugs und irgendwas vom Bass wahr.

So kann man bei den Schlagerhits von Helene Fischer und Co. lediglich erraten, an welcher Textstelle man sich gerade befindet. Das Mitsingen und Mittanzen bleibt aus. Schuld daran: Die strengen Auflagen der GerĂ€uschmessungen. Die Musik auf dem Marktplatz darf hier einen gewissen Messpegel nicht mehr ĂŒberschreiten, seit  am Marktplatz ansĂ€ssige Bewohner die Stadt Ladenburg im Jahr 2012 verklagt und gewonnen haben.

Warum nicht 200 Meter weitergehen?!

ladenburg-Altstadtfest 2014-20140915-004-6306

Der Pfarrgarten ist voll, die Leute stehen schon ab 17:00 Uhr bis zum Ausgang.

Das Ergebnis sieht so aus, dass man die Band auf der BĂŒhne zwar sieht, aber nicht hört, macht das Sinn? Eher nicht. Und Spaß macht es auch nicht, wenn man sich erst mal bis nach ganz vorne durch die Menschen zwĂ€ngen muss, um ĂŒberhaupt etwas zu verstehen. Ganz anders dagegen ist das Festival nur 200 Meter weiter: Rock at Church im Pfarrgarten. Hier sieht die Stimmung und Musik schon ganz anders aus.

Rockmusik und Kirche, das passt nicht zusammen. Könnte man jetzt denken. Aber Rock at Church bewies am vegangenen Wochenende das Gegenteil. „Wenn man so eine Veranstaltung mit der Gemeinde zu Stande bringen kann und damit auch noch andere Menschen animiert mit zu machen, dann wĂŒsste ich nicht, was da nicht zusammenpasset“, sagt Thomas Pilz,Gemeindediakon der evangelischen Stadtkirche.

Raum zum Feiern und fĂŒr gute Musik

Mit der Veranstaltung bietet die Kirchengemeinde besonders den jungen Besuchern des Altstadtfests Raum zum Feiern und fĂŒr gute Musik. Und es war ein tolles Fest, das Thomas Pilz und seine ehrenamtlichen Helfer auf die Beine gestellt haben.

ladenburg-Altstadtfest 2014-20140915-004-6328

Die Stimmung ist super! Die Leute lachen, erzÀhlen, sind gut drauf.

 

„Auch wenn wir das jetzt schon zum 23. Mal machen, es ist jedes Mal wieder ein großer Aufwand“, sagt Herr Pilz: „NatĂŒrlich haben wir mittlerweile schon ein bisschen Erfahrung und ein paar Kisten bleiben fĂŒrs nĂ€chste Mal direkt gepackt, aber ich bin froh dass wir so viele Helfer aus der Gemeinde mit dabei haben.“

Die Auswahl der Bands fÀllt schwer

Anna Spilger (18) ist seit 2010 mit im Team und begeistert. Sie ist auch dabei, wenn es um die Auswahl der Bands geht und das sei oftmals gar nicht so leicht. Gerade bei den 42 Bands, die sich dieses Jahr auf die 10 freien PlÀtze beworben hatten. Man versuche immer eine möglichst gute Mischung aus Rock/HipHop/Reggae und anderen Musikrichtungen zu erreichen. Es spielt dabei auch eine gewisse Rolle, dass viele der Bands aus der Region oder sogar aus Ladenburg direkt kommen.

ladenburg-Altstadtfest 2014-20140915-004-6327

Schmidts Kater, die Newcomer aus Hamburg waren das ertse Mal bei Rock at Church.

 

NatĂŒrlich gibt es auch Ausnahmen, wie bei „Schmidts Kater“, die Veranstalter hĂ€tten die Gruppe beim „Nachtwandel“ in Mannheim gesehen und angesprochen, sagt Anna. Die Hamburger Band, hat am Samstag Abend auf der BĂŒhne ĂŒberzeugt und sich danach direkt auf den Heimweg gemacht, da am nĂ€chsten Tag um 11:00 Uhr der nĂ€chste Gig in Hamburg auf sie wartete.

„Da steckt wirklich das ganze Herzblut mit drin“ sagt Anna Spilger: „Einige nehmen sich hier echt vier Tage Urlaub, um das alles zu organisieren. Das sind bei nur 30 Tagen im Jahr schon ne ganze Menge.“ FĂŒr die Veranstalter geht das ganze nĂ€mlich schon donnerstags, mit dem Aufbau los und hört erst dienstags wieder auf.

Ohne „Lenner“ geht’s nicht

„Ein paar Bands gibt es, die kommen immer wieder, ohne die geht’s hier nicht“, sagt Anna. So zum Bespiel bei der Ladenburger Band „Lenner“. Da wĂŒssten die Veranstalter schon vorher, dass der Hof voll wird. „Die kennt hier jeder“, sagt Anna. „Lenner“ brachten mit ihren Alternativ-, Rock- und Popsongs schon am Samstagnachmittag die gute Stimmung in den Pfarrgarten.

ladenburg-Altstadtfest 2014-20140915-004-6307

Die Band „Lenner“ gehört praktisch schon dazu.

Als neuer Besucher bei Rock at Church, ist klar, die Band und das Publikum kennen sich und können miteinander. „Klar kennen wir die, wir sind jedes Jahr hier und treffen uns mit Leuten, die wir sonst das ganze Jahr nicht sehen. Es ist einfach eine tolle AtmosphĂ€re.“ sagt einer der Zuschauer, der ursprĂŒnglich auch aus Ladenburg kommt.

Es gibt hier eine art „feste Gemeinschaft“ aus Schulfreunden, Familie und Bekannten, die hier traditionsgemĂ€ĂŸ ein Mal im Jahr aufeinander treffen und sich auf die Bands freuen, die sie kennen. Auch die schon bekannte Band „Laut Kinski“ brachte am Samstagabend die Menge zum Abgehen. Laut dem Gitarristen Oliver Kotzan, spielen sie eine „abgefahrene Mischung“ aus Soul, Funk und HipHop und begeistern mit ihrem Deutsch-Rap.

Man merkt richtig, wie die Masse mitgeht. Je Weiter man nach vorne lĂ€uft, desto mehr Bewegung herrscht bei den Menschen. Direkt bei der BĂŒhne steht kaum jemand still. Es wird getanzt, gesungen und gelacht. Die meisten der Anwesenden kennen die Newcomerband schon von anderen Auftritten.

Laut Kinski

Seit 2005 ist die Band zusammen, wechselt aber in den Jahren öfter den Namen und auch das ein oder andere Bandmitglied. Seit dem Jahr 2012 sind sie aber unter dem Namen „Laut Kinski“ zusammen gekommen und feiern ihre Erfolge, wie zum Beispiel ihr erstes Album „Casino am Ende der Welt“ 2012 oder ihrer neuen Single „Halt Fest“. „Einfach geil“ sagt einer der Zuschauer ĂŒber die Band.

ladenburg-Altstadtfest 2014-20140915-004-6393

„Laut Kinski“ war DIE Band des Abends.

 

Finanziert wird die gesamte Veranstaltung allein aus den Einnahmen durch den GetrĂ€nkeverkauf. Dabei werden zunĂ€chst die anfallenden Kosten gedeckt, wie fĂŒr die BĂŒhne und die Licht- und Tontechnik, die von der Firma Exodus und Marcel Heuser zu einem Freundschaftspreis organisiert werden.

Alles fĂŒr einen guten Zweck

Der verbleibende Erlös wird dann geteilt. Die HĂ€lfte fließt in die Jugendarbeit der Kirchengemeinde und die andere HĂ€lfte wird gespendet – dieses Jahr an „Ärzte ohne Grenzen“. Die auftretenden Bands sind allesamt unbezahlt. Und trotzdem ist der Andrang groß. „Wir haben eigentlich kurz nach dem Altstadtfest, schon wieder die Bewerbungen fĂŒrs nĂ€chste Jahr“,RocR sagt Anna Spilger.

Und was man nicht vergessen darf: Nicht jede Kirchenveranstaltung ist automatisch ein Gottesdienst. Bei Rock at Church geht es den Veranstaltern darum, junge Leute zu fördern und Newcomer Bands eine Chance zum Bekanntwerden zu bieten. Das gelang am letzten Wochenende sehr gut und gab den Besuchern Lust auf nÀchstes Jahr.

 

ladenburg-Altstadtfest 2014-20140915-004-6300

ladenburg-Altstadtfest 2014-20140915-004-6316

ladenburg-Altstadtfest 2014-20140915-004-6312

ladenburg-Altstadtfest 2014-20140915-004-6333

ladenburg-Altstadtfest 2014-20140915-004-6338

ladenburg-Altstadtfest 2014-20140915-004-6368

ladenburg-Altstadtfest 2014-20140915-004-6379

ladenburg-Altstadtfest 2014-20140915-004-6382

ladenburg-Altstadtfest 2014-20140915-004-6384

ladenburg-Altstadtfest 2014-20140915-004-6385