Freitag, 21. September 2018

Crash im Vollsuff – 25.000 Euro Schaden

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Guten Tag!

Ladenburg, 14. Juli 2011. (red/pol) Ein 29-jĂ€hriger Autofahrer aus Mannheim ist heute um 16:15 Uhr an der Kreuzung Ilvesheimer Straße, Bahnhofstraße, Benzstraße mit dem Fahrzeug eines 61 Jahren alten Ladenburgers frontal zusammengestoßen. Die Unfallursache ist „klar“: Mit 2,9 Promille war der Mannheimer sturzbesoffen unterwegs.

Auf Anfrage hat uns das PolizeiprĂ€sidium erste Informationen ĂŒber den Unfall gegeben: Ein 61 Jahre alter Ladenburger Mann war mit seinem Renault auf der Ilvesheimer Straße in Richtung Benzstraße unterwegs, als der 29-jĂ€hrige Unfallverursacher in seinem Mitsubishi vom Kreisel kommend „aus der Kurve geflogen“ und frontal mit dem anderen Fahrzeug zusammengestoßen ist.

Beide MĂ€nner erlitten Prellungen. Der Ladenburger wurde mit Verdacht auf Rippenbruch ins Krankenhaus eingeliefert.

Die Fahrzeuge sind schrottreif – der Schaden wird auf 25.000 Euro geschĂ€tzt.

Der Alkoholtest vor Ort ergab stattliche 2,9 Promille beim Unfallverursacher.

Ab 1,1 Promille spricht der Gesetzgeber von einer Trunkenheitsfahrt, die Strafe wird in § 315c StGB geregelt:

§ 315c
GefĂ€hrdung des Straßenverkehrs

(1) Wer im Straßenverkehr
1. ein Fahrzeug fĂŒhrt, obwohl er
a) infolge des Genusses alkoholischer GetrÀnke oder anderer berauschender Mittel oder
b) infolge geistiger oder körperlicher MÀngel
nicht in der Lage ist, das Fahrzeug sicher zu fĂŒhren, oder
2. grob verkehrswidrig und rĂŒcksichtslos
a) die Vorfahrt nicht beachtet,
b) falsch ĂŒberholt oder sonst bei ÜberholvorgĂ€ngen falsch fĂ€hrt,
c) an FußgĂ€ngerĂŒberwegen falsch fĂ€hrt,
d) an unĂŒbersichtlichen Stellen, an Straßenkreuzungen, StraßeneinmĂŒndungen oder BahnĂŒbergĂ€ngen zu schnell fĂ€hrt,
e) an unĂŒbersichtlichen Stellen nicht die rechte Seite der Fahrbahn einhĂ€lt,
f) auf Autobahnen oder Kraftfahrstraßen wendet, rĂŒckwĂ€rts oder entgegen der Fahrtrichtung fĂ€hrt oder dies versucht oder
g) haltende oder liegengebliebene Fahrzeuge nicht auf ausreichende Entfernung kenntlich macht, obwohl das zur Sicherung des Verkehrs erforderlich ist,

und dadurch Leib oder Leben eines anderen Menschen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefĂ€hrdet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fĂŒnf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) In den FĂ€llen des Absatzes 1 Nr. 1 ist der Versuch strafbar.

(3) Wer in den FĂ€llen des Absatzes 1
1. die Gefahr fahrlÀssig verursacht oder
2. fahrlÀssig handelt und die Gefahr fahrlÀssig verursacht,

wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Aus medizinischer Sicht werden ab 0,3 Promille AbstĂ€nde falsch eingeschĂ€tzt. Das Unfallrisiko gegenĂŒber einer nĂŒchternen Person ist 1,2-fach höher.

Ab 0,5 Promille verdoppelt sich das Unfallrisiko und die Sehleistung wird um rund 15 Prozent eingeschrÀnkt.

Ab 0,8 Promille hat sich das Unfallrisiko vervierfacht – es kommt zu einer deutlich eingeschrĂ€nkten Reaktionszeit. Das Blickfeld verengt sich.

Ab 1,1 Promille kommt es zu Konzentrations- und Koordinationsschwierigkeiten. Hier wird es strafrechtlich relevant, weil jede Verkehrstauglichkeit fehlt. FĂŒhrerscheinentzug und Geldstrafe sind „garantiert“. Das Unfallrisiko liegt zwölfach höher.

Ab 1,5 Promille gelten Personen als stark trunken, die genannten Ausfallerscheinungen verstĂ€rken sich. Ab 2,0 Promille spricht man von Vollrausch. Ab 2,5 Promille droht bereits Lebensgefahr. Ab 3,0 Promille werden die AusfĂ€lle so stark, dass es zu Bewusstlosigkeit und „Filmriss“ kommen kann.
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Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist GrĂŒndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten PortrĂ€ts und Reportagen oder macht investigative StĂŒcke.