Dienstag, 21. August 2018

Stadtbildpfleger Lackner empört

Abbruch wirtschaftlich nicht zu verhindern

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Die Scheune in der MĂŒhlgasse wird abgerissen, das Wohnhaus saniert und vergrĂ¶ĂŸert. Foto: Ladenburgblog.de.

 

Ladenburg, 14. Oktober 2012. (red/sap) In der MĂŒhlgasse ist geplant, ein Wohnhaus zu sanieren und zu erweitern. Am Haupthaus sollen zwei Schleppdachgauben Richtung Domhofgasse und eine Schleppdachgaube Richtung Nagelschmiedgasse angebaut werden. Im ersten Obergeschoss sollen ein Balkon und im Dachgeschoss eine Dachterrasse errichtet werden, jeweils zum Hof gerichtet. Die Dachwerkbestandteile, der zum Ensemble gehörenden Scheune sollen abgebrochen werden. Der bestehen bleibende Keller soll nach Abriss der Scheune durch Magerbeton geschĂŒtzt werden. Stadtbildpfleger Egon Lackner empörte sich im Technischen Ausschuss.

Das von dem Antrag betroffene Anwesen ist ein Kulturdenkmal und liegt zudem innerhalb der Gesamtanlage Altstadt Ladenburg und somit im im Grabungsschutzgebiet und im Geltungsbereich der Altstadtsatzung.

Der Erhalt oder Wiederaufbau eines Teils der Scheune ist aufgrund frĂŒherer unsachgemĂ€ĂŸer Eingriffe und aufgrund unterlassenen Bauunterhalts wirtschaftlich allerdings nicht zumutbar. Dem Abbruch wird seitens der Unteren Denkmalschutzbehörde unter der Maßgabe zugestimmt, dass die Wiedererrichtung eines bildgenauen Folgebaus durch die derzeit anstehenden Maßnahmen nicht verhindert oder beeintrĂ€chtigt wird.

Alle Baudetails, einschließlich deren Farbgebung, sind mit dem Stadtbildpfleger, der unteren Denkmalschutzbehörde und der Verwaltung abzustimmen. Der verbleibende Mauerteil an der MĂŒhlgasse ist dauerhaft zu erhalten, der Keller unter der zum Abbruch vorgesehenen Scheune ist zu schĂŒtzen. Die anzustrebende Wiedereinrichtung eines bildgenauen Folgebaus als Ersatz fĂŒr die Scheune darf durch den Abbruch und die geplanten Baumaßnahmen nicht verhindert oder beeintrĂ€chtigt werden.

Die Scheune ist marode und Stadtbildpfleger Egon Lackner ist empört:

Das ist eine VernachlÀssigung der Unterhaltspflicht,

sagte er in der Sitzung des Technischen Ausschusses. Auch mit dem geplanten Anbau ist er nicht glĂŒcklich:

Das fĂŒhrt zu einer vollkommenen VerĂ€nderung des Anwesens.

Der Abbruch sei wirtschaftlich nicht zu verhindern, erklĂ€rte BĂŒrgermeister Rainer Ziegler und bedauerte gleichermaßen den Wegfall der historischen Scheune in der Altstadt:

Es ist eine dramatische VerÀnderung, die sich nicht verhindern lÀsst.

Der geplante Anbau ist zulĂ€ssig, aber jedes Detail mĂŒsse mit der Denkmalschutzbehörde abgestimmt werden.

Es ist fĂŒr mich nicht nachzuvollziehen, dass wir die Scheune nicht erhalten können,

sagte auch die sachkundige Einwohnerin Carola Schuhmann vom Heimatbund.

„Wir mĂŒssen etwas hinnehmen, was nicht sein mĂŒsste“, betonte Egon Lackner und zeigte sich besorgt um die Erhaltung der Altstadt.  BĂŒrgermeister Ziegler versprach, kĂŒnftige EigentĂŒmer darauf hinzuweisen, dass Eigentum verpflichte.

Bei zwei Enthaltungen stimmte der Technische Ausschuss dem Bauantrag zu.

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