Dienstag, 13. Februar 2018

Diskussion im Stadtrat wegen hoher Kosten

Wessen Aufgabe ist der Weihnachtsmarkt?

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Ladenburg, 13. MĂ€rz 2014. (red/ld) FĂŒr große Diskussion sorgte gestern Abend die Bilanz des Weihnachtsmarkts 2013. Nach dem Ausstieg des Bundes der SelbstĂ€ndigen aus der Organisation, wurde der Weihnachtsmarkt im vergangenen Jahr erstmals von der Stadt selbst organisiert, durchgefĂŒhrt und finanziert. Ein VerlustgeschĂ€ft: Den Einnahmen in Höhe von etwa 12.500 Euro stehen Ausgaben von gut 104.000 Euro gegenĂŒber.

Weihnachtsmarkt11-4480

Von Lydia Dartsch

Es habe sich dennoch gelohnt, sagte BĂŒrgermeister Ziegler in der Gemeinderatssitzung. In diesem Jahr mĂŒsse weitaus weniger investiert werden, um einen Weihnachtsmarkt ermöglichen zu können. Die Inventarbeschaffung verursachte Kosten in Höhe von 31.400 Euro – allein dadurch wurde der Kostenansatz im Haushalt von 30.000 Euro bereits ĂŒberschritten. Allerdings kamen noch gut 12.000 Euro fĂŒr Betriebsausgaben und knapp 60.000 Euro an Ausgaben fĂŒr die Arbeiten und Leistungen des Bauhofs dazu. Insgesamt belaufen sich die Kosten auf ĂŒber 100.000 Euro – wĂ€hrend nicht einmal 12.500 Euro eingenommen wurden.

Allerdings ist diese negative Bilanz den UmstĂ€nden geschuldet: Um einen Weihnachtsmarkt ĂŒberhaupt zu ermöglichen, mussten einige Sanierungsarbeiten umgesetzt und Investitionen getĂ€tigt werden. So mussten einige HĂŒtten von Grund auf erneuert werden oder gar neu gebaut werden.

Gemischte Stimmung bei StadtrÀten

BĂŒrgermeister Rainer Ziegler sieht das als Investition in die Zukunft: „Diese Höhe der Kosten hat uns ĂŒberrascht.“ CDU-Stadtrat Karl-Martin Hoffmann lobte den Einsatz des Bauhofs bei der DurchfĂŒhrung des Weihnachtsmarkts. Man habe jetzt einmal sehen können, was der Weihnachtsmarkt kostet, sagte er. Er freue sich bereits auf den nĂ€chsten, fĂŒr den die Planung in den kommenden Wochen beginnt. Auch Fritz LĂŒns (Freie WĂ€hler) sprach sich fĂŒr den Weihnachtsmarkt aus: „Ein Ladenburg ohne Weihnachtsmarkt, das kann und darf es nicht geben.“

Skeptisch zeigten sich dagegen die Fraktionen der SPD, der GLL und der FDP. Steffen Salinger (SPD) forderte von der Verwaltung eine genaue AufschlĂŒsselung der beiden grĂ¶ĂŸten Posten bei den Kosten: „Inventarbeschaffung mit 31.427,76 Euro und „Bauhof- und Fuhrparkleistungen“ mit 58.987,75 Euro. Eine genaue AufschlĂŒsselung hatte die Verwaltung gestern abend aber nicht vorliegen. Sie versprach, diese heute abend – zur Fortsetzung der Haushaltsdebatte – vorzulegen.

Alexander Spangenberg (GLL) und Wolfgang Luppe (FDP) sprachen sich dafĂŒr aus, einen privaten Investor fĂŒr die Ausrichtung des Weihnachtsmarktes zu finden. Dies sei nicht Aufgabe der Stadtverwaltung. BĂŒrgermeister Ziegler sagte, es sei nicht einfach jemanden zu finden, bei dem die Organisation weniger kosten wĂŒrde, da Privatinvestoren nur daran interessiert seien, wenn sie mit der Veranstaltung Gewinn erzielen könnten. Ein Weihnachtsmarkt sei aber immer ein VerlustgeschĂ€ft, sagte er. Mit drei Gegenstimmen wurden die außerplanmĂ€ĂŸigen Ausgaben beschlossen.

Über Lydia Dartsch

Lydia Dartsch (31) hat erfolgreich ihr Volontariat beim Rheinneckarblog.de absolviert und arbeitet nun als Redakteurin. Die studierte Politikwissenschaftlerin und Anglistin liebt Kino, spielt Gitarre und sportelt gerne.