Montag, 23. Oktober 2017

Viernheimer Spedition arbeitet mit Kraftverkehr Nagel zusammen

„Pfenning“ fährt auch durch Ladenburg

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Das Pfenning-Logistikzentrum ist kurz vor der Fertigstellung. Das Unternehmen hat angekündigt mit Kraftverkehr Nagel zu kooperieren.

 

Ladenburg/Heddesheim/Viernheim, 13. September 2012. (red) Gestern wurde in Mannheim eine Klage vor dem Verwaltungsgerichtshof gegen den Heddesheimer Bebauungsplan „Pfenning“ verhandelt. Dabei stellte der Geschäftsführer der Spedition dem Gericht den „typischen Ablauf“ des Verladegeschäfts dar und erklärte, dass kleinere Lieferungen in Kooperation mit Nagel bearbeitet würden.

Von Hardy Prothmann

Seit drei Jahren beschäftigt das Projekt „Pfenning“ die Heddesheimer Öffentlichkeit. Die Hälfte des Ortes stimmte bei einer Bürgerbefragung gegen das Projekt. Der Bürgermeister und die Gemeinderatsmehrheit drückten das Projekt durch. Aktuell befindet sich das riesige Logistikzentrum vor der Fertigstellung.

Gegen den Bebauungsplan hatte der Anwohner B. geklagt. Gestern wurde die Klage vor dem Verwaltungsgerichtshof in Mannheim verhandelt. Eine Entscheidung wird am Dienstag erwartet.

Das Gericht forderte den „Pfenning“-Geschäftsführer Uwe Nitzinger auf, die Geschäftsabläufe zu schildern. Dabei beschrieb Nitzinger, dass Lieferungen, die nicht mehr während der Geschäftszeit bearbeitet werden könnten, an Partner gehen, beispielsweise Kraftverkehr Nagel. Dort könnten die Lkws warten oder die Ware vor- oder umkonfektioniert werden. Insbesondere kleinere Lieferungen bis fünf Paletten würden in Zukunft häufiger bei Nagel abgewickelt.

Für Ladenburg bedeutet das mehr Lkw-Verkehr und eine höhere Belastung der Verbindungsstraße L597 sowie des Kreisels an der Wallstadter Straße sowie der Wallstadter Straße selbst. Sofern die Lieferungen aus der anderen Richtung kommen oder dorthin gehen, wird natürlich auch die Benzstraße stärker belastet.

Für Heddesheim hat „Pfenning“ eine freiwillige Verpflichtung abgegeben, Lkw über 18 Tonnen nicht durch den Ort fahren zu lassen. Die Gemeinde Hirschberg wollte auch eine solche Vereinbarung haben, weil der Ort befürchtet, durch den „Pfenning“-Lkw-Verkehr über die B3 stark belastet zu werden. „Pfenning“ hat Hirschberg eine solche Selbstverpflichtung verweigert – auch Ladenburg dürfte keine Chance haben, eine solche zu erhalten.

Das „Pfenning“-Gelände ist 20 Hektar groß. Nach Aussage des Geschäftsführers gibt es an normalen Tagen insgesamt rund 500 An- und Abfahrten – in Spitzenzeiten 800.

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.