Donnerstag, 21. Juni 2018

Ladenburger Liederkranz und MGV Paternion feiern gemeinsam

Ein Jubiläum unter Freunden

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Alleine gut, gemeinsam noch besser: Der Ladenburger Liederkranz und der MGV Paternion bieten fast 400 Zuschauern eine tolle Show.

 

Ladenburg, 13. November 2013. (red/ms) Der Liederkranz hat dieses Jahr gleich zwei größere Jubiläen zu feiern: Einmal das 170-jährige Bestehen. Und zum anderen die 50-jährige Freundschaft mit dem MGV Paternion. Aus diesem Grund fand vergangenen Samstag ein großes, gemeinsames Konzert der beiden Gesangsvereine in der Ladenburger Lobdengauhalle statt. Vor fast 400 Besuchern sangen die Chöre erst für sich allein und begeisterten schließlich als großes Kollektiv.

Von Minh Schredle

Die Lobdengauhalle ist gut gefüllt. Und den zahlreichen Besuchern merkt man ihre Vorfreude deutlich an: Überall finden angeregte Unterhaltungen statt,  die Leute lachen ausgelassen.

Dabei hatte es zunächst kleinere Bedenken gegeben:  Eine Sängerin des „FrauenTerz“ erzälte kurz vor dem Beginn des Konzerts, dass dies die erste Veranstaltung des Liederkranz‘ mit Vorverkauf gewesen sei – der eher schleppend voranging. Doch scheinbar entschieden sich die meisten Ladenburger spontan, denn an der Abendkasse waren die Eintrittskarten um so begeherter: Etwa 400 Besucher sind gekommen.

Zwei große Jubiläen

Welchen Stellenwert der Liederkranz in Ladenburg inzwischen innehat, wird unter anderem dadurch ersichtlich, dass im Publikum nicht nur einige Stadträte anwesend sind, sondern auch Bürgermeister Rainer Ziegler – selbst begeisterter Sänger. Aber immerhin werden ja auch zwei bedeutende Jubiläen gefeiert: Zum einen das 170-jährige Bestehen des Liederkranz‘. Zum anderen wurde die Freundschaft zu dem MGV Paternion 50 Jahre alt. Und man freute sich, die Freunde begrüßen zu können. Zuletzt war dies 2010 der Fall, als in Paternion ein gemeinsames Konzert stattfand, um die 25-jährige Städtepartnerschaft mit Ladenburg zu feiern.

 

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Mit etwa 400 Besuchern war die Lobdengauhalle ordentlich gefüllt.

 

Den Auftakt machte der Ladenburger Männerchor mit „Vieles bleibt“. Ein sehr passender Titel, denn in ihm spiegelt sich viel von der Philosophie des Chores wieder: Eine Verbindung zwischen Tradition und Moderne zu schaffen, dabei Gutes zu bewahren und mit Neuem zu ergänzen. Das Konzept geht auf. Begleitet von Klavier, Bass und Schlagzeug ergibt sich ein stimmiger Klang. Eine gelungene Interpretation mit persönlicher Note.

 

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Da passen nicht nur die Fliegen zueinander: Der Männerchor ist toll aufeinander abgestimmt.

 

Neben dem Männerchor gibt es beim Liederkranz derzeit noch einen Kinder- und einen Jugendchor und seit 2008 auch FrauenTerz – das weibliche Gegenstück zum Männerchor. Zunächst sangen alle Chöre für sich allein und lieferten beachtliche Leistungen. Später kamen sie dann alle gemeinsam auf die Bühne – mit Ausnahme des Kinderchors.

Kinder, die begeistern konnten

Hier singen Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren. Viele Veranstaltungen, bei denen Kinder musizieren, sind zwar süß anzusehen. Aber eher mit Qualen anzuhören. Hier war das glücklicherweise anders. Man konnte die drei Lieder, die der Kinderchor aufführte, sogar wirklich genießen. So sangen sie nur selten schräg und waren bemerkenswert gut im Takt. An dieser Stelle auch ein großes Lob an Sabine Dietenberger, die als Dirigentin ganze Arbeit geleistet hat.

 

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Nicht nur süß, sondern auch musikalisch überzeugend: Der Kinderchor des Liederkranz‘.

 

Ein persönliches Highlight war bluesige „Schmuddelwetter“, in dem die Kinder beklagten, wie ihnen schlechtes Winterwetter die Laune vermiest. Zwischen den Stücken traten immer zwei Kinder aus der Reihe hervor und führten einen kurzen Dialog, der als Überleitung zum nächsten Stück diente. Diese lustigen Anmoderationen kamen beim Publikum besonders gut an und die Kleinen wurden schließlich mit lautem Jubel für ihren Auftritt belohnt.

Ein weiblicher Jugendchor

Im Jugendchor wären eigentlich alle zwischen 13 und 18 Jahren willkommen – allerdings besteht der Chor momentan ausschließlich aus Frauen. Diese sangen zwar schon sehr gut und routiniert. Allerdings ist etwas schade, dass kein einziger männlicher Sänger mit dabei ist. Ein paar tiefere Stimmen würden sicher sehr gut mit den hohen harmonisieren und das Klangbild positiv ergänzen.

 

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Momentan ganz feminin: Der Jugendchor.

 

An der Gesangsleistung an sich gab dagegen rein gar nichts zu kritisieren.  So sangen die jungen Frauen bemerkenswert emotional in „Jar of Hearts“ und „Through the Eyes of a Child“. Auch sonst musste man wirklich angestrengt suchen, um Bemängelswertes zu finden. Denn auch der Auftritt von FrauenTerz war rundum gelungen. Vor dem Konzert hatte mir eine Sängerin anvertraut, dass es für viele Mitglieder, vor allem denen über 50, eine große Herausforderung gewesen sei, bei den englischsprachigen Stücken die Aussprache richtig hinzubekommen – die Aussprache war perfekt.

Alleine gut, gemeinsam noch besser

Während die Leistungen der Ladenburger allesamt gut bis sehr gut waren, ragten die des MGV Paternion heraus. Sie sangen im Gegensatz zu allen anderen a capella und sorgten für eine beeindruckende Klangkulisse. Jede Stimme klingt glasklar, die Einsätze sind perfekt getimt: Man fühlt sich an gregorianische Choräle erinnert – auch wenn die Texte auf Deutsch waren und höchstens am Rande mal etwas mit der Kirche zu tun hatten.

 

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Nicht nur musikalisch eine gute Show: Der MGV Paternion baute immer wieder kleine choreographische Elemente ein.

 

Während alle Einzelleistungen beachtlich waren, gefielen die gemeinsamen Auftritte am besten: Zusammen spielte man „Über’n See“ und „Rythm of Life“. Sehr bewegend und sehr beeindruckend. Man merkte den Singenden deutlich ihre Freude an und es sorgte für jede Menge gute Laune, ihnen zuzuhören. Entlohnt wurde das mit euphorischen Applaus.

Insgesamt war es ein Abend, mit dem wohl so ziemlich jeder zufrieden sein dürfte. Den Künstlern ist ihr Auftritt sehr gut geglückt, die Veranstaltung hat nicht nur eine angemessene sonder bemerkenswerte Beachtung gefunden und so konnten alle unbeschwert das Konzert genießen. Ein guter Abend für die Freundschaft.

Über Minh Schredle

Minh Schredle (22) hat 2013 als Praktikant bei uns angefangen und war seitdem freier Mitarbeiter. Von Dezember 2014 bis August 2016 hat er volontiert. Ab September 2016 ist er freier Mitarbeiter bei uns.