Mittwoch, 14. Februar 2018

Interview mit Bürgermeister Rainer Ziegler

„Der Weihnachtsmarkt war eine große Herausforderung“

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Ladenburg, 13. März 2013. (red) Bürgermeister Rainer Ziegler ist zufrieden mit dem Ergebnis des Weihnachtsmarkts. Es sei viel Zeit und Arbeit investiert worden. Angesichts der Tatsache, dass man erst spät mit der Planung begonnen habe, sei das Ergebnis aber sehr gut gewesen, sagt er uns vergangene Woche beim Interviewtermin.

Ziegler

Bürgermeister Rainer Ziegler.

Interview: Hardy Prothmann

Herr Bürgermeister Ziegler, Ladenburg hat im vergangenen Winter das erste Mal selbst den Weihnachtsmarkt organisiert und durchgeführt. Wie ist es gelaufen?

Rainer Ziegler: Gut. Natürlich war es eine große Herausforderung, den Weihnachtsmarkt zu organisieren und umzusetzen. Aber wir haben uns angestrengt und kreative, zufriedenstellende Lösungen gefunden.

Wer war alles beteiligt?

Ziegler: Wir hatten ein gutes Team. Viele ehrenamtliche Helfer waren dabei, ohne die wäre es schwer geworden. Aber wir haben uns auch professionelle Hilfe dazugekauft: Herrn Christian Vögele, der schon seit Jahrzehnten beim Aufbau des Weihnachtsmarkt mithilft und mit der Situation bestens vertraut ist. Außerdem haben wir die Agentur Dreiwerk mit dem Veranstaltungsmanagement beauftragt. Unbedingt muss auch der Bauhof erwähnt werden, da hat eigentlich die ganze Mannschaft bei allem möglichen mitgeholfen, mit Harald Kramer an der Spitze.

„Nur durch großes Engagement zu schaffen“

Was musste denn alles getan werden?

Ziegler: 2012 haben wir festgestellt, dass manche Hütten nicht einmal mehr durch Reparaturen zu retten waren. Wir mussten vier neue bauen. Die Hütten, bei denen es möglich war, haben wir wieder in Ordnung gebracht. Zum Beispiel, indem sie ein neues Dach bekommen haben oder wir die Innenseiten ausgekleidet haben. Neu gestrichen wurde auch, was nur durch großes Engagement möglich war. Wir haben im vergangenen Jahr Einiges investieren müssen, um dieses Erscheinungsbild zu erreichen. Das hat eine Menge gekostet, aber wir sind zufrieden – denn es kann sich sehen lassen.

Welche Neuerungen gab es denn im Vergleich zu den Vorjahren?

Ziegler: Wir haben die Hauptstraße integriert. Dadurch war der Martk etwas größer: Es gab etwas mehr Stände, mehr Raum und somit bessere Luft. Außerdem hatten wir einen zentralen Ort für Begegnungen neben dem Marktplatz.

Was will man dieses Jahr noch besser machen?

Ziegler: Im Kulturbereich wollen wir das Angebot noch etwas erweitern. Wir können auf jeden Fall noch am Licht und der Beleuchtung arbeiten. Ansonsten sind wir für Anregungen aller Art offen. Größer wird der Weihnachtsmarkt im nächsten Jahr aber vermutlich nicht. Wir haben 2013 viel investiert, jetzt wollen wir erstmal nicht weiter wachsen, sondern das, was wir haben, verbessern. Eine Möglichkeit gibt es allerdings: Auf dem Kirchplatz steht ja noch ein Gerüst. Wenn das weg ist, könnte man dort noch ein paar Stände hinstellen. Aber damit gibt es ein Problem.

Und zwar?

Ziegler: Das Kirchengelände und der Marktplatz sind nicht lückenlos miteinander verbunden. Somit gilt für den Kirchplatz das Sonntagsverkaufsverbot. Demnach wäre dort nur Gastronomie möglich.

Kann man da keine Ausnahmeregelung beantragen?

Ziegler: Nein, mir ist zumindest nicht bekannt, dass so etwas schon mal genehmigt wurde. Ausnahmen sind nur auf dem Festplatz möglich und eine Verbindung vom Festplatz gibt es derzeit nicht. Vielleicht kann man eine Genehmigung bekommen, wenn man die Teile zusammenbringt. Aber dazu gibt es bislang keine Initiative.

Zögerlicher Anfang, gut besuchtes Ende

Gab es unerwünschte Probleme wie Diebstähle oder Einbrüche?

Ziegler: Glücklicherweise war fast alles in Ordnung. Leider ist ein Musikinstrument abhanden gekommen. Allerdings wurde das auch unbeaufsichtigt stehen gelassen.

Den Ladenburgern und Besuchern aus anderen Orten scheint der Weihnachtsmarkt ja gut gefallen zu haben. Wie sah das mit den Verkäufern aus? Waren die zufrieden mit den Besucherzahlen?

Ziegler: Es fing etwas zögerlich an. Das erste Wochenende war eher bescheiden, was aber auch mit Unsicherheit zusammenhing: Es war ja lange Zeit unklar, ob es einen Weihnachtsmarkt geben würde und bis ich diese Frage mit Sicherheit beantworten konnte, war das Jahr schon weit fortgeschritten. Wir sind erst spät mit allem fertig geworden und hatten dementsprechend nur wenig Zeit, Werbung zu machen. In den folgenden Wochen wurde es dann immer besser. Die Hütten waren immer gut besucht. Wir hatten natürlich auch großes Glück mit dem Wetter: Kaum Regen. Wobei manch einer vermisst haben wird, dass es nicht wenigstens einmal Schnee gegeben hat. Aber das haben wir nun wirklich nicht in der Hand.

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.