Dienstag, 21. August 2018

Ruhiger Festverlauf für Gäste und Einsatzkräfte

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Einsatzkräfte ziehen eine positive Bilanz – sicher auch die Gäste, die ein schönes Altstadtfest mit Wimpeln feiern konnten.

Ladenburg, 12. September 2011. (red) Der Leiter des Ladenburger Polizeireviers zog eine positive Bilanz aus Sicht der Einsatzkräfte – gemeinsam für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste spricht Frank Hartmannsgruber von einem „deutlich ruhigen Verlauf“.

Von Hardy Prothmann

Trotzdem gab es natürlich etwas zu tun. Den ersten „Kunden“ hatte die Polizei bereits um 09:00 Uhr morgens. Ein Mann zog betrunken und pöbelnd vom Bahnhof Richtung Altstadt. Die Beamten konnten im deutlich machen, dass ein Platzverweis seinem Zustand entspricht und der Mann durfte mit der Bahn wieder nach Hause fahren.

Abends kam es zu einem Angriff auf Polizeibeamte. Die wollten gegen 19:30 Uhr den Streit eines alkoholisierten Paares schlichten, als der Mann die Beamten angriff. Frank Hartmannsgruber kommentierte trocken: „Es blieb bei dem Versuch.“ Der Mann durfte dann trotzdem im Polizeirevier den Rest des Abends und der Nacht in Gewahrsam verbringen. Später musste noch ein Beziehungsstreit eines alkoholisierten Pärchens beendet werden. Der Mann erhielt einen Platzverweis, hielt sich nicht daran und durfte dem anderen Gesellschaft leisten.

Ingesamt elf Platzverweise wurden ausgesprochen. Auch im Vorfeld wurden mehrere Aufenthaltsverbote gegen Männer erteilt – die durften gar nicht erst kommen: „Ich gehe davon aus, dass die sich dran gehalten haben.“

24 Beamte waren zusätzlich zur Schicht eingesetzt. Meist in zweier Gruppen durchstreiften die Polizisten das Fest, Seitengassen und natürlich neuralgische Punkte wie die Festwiese. Hier musste die Polizei ebenfalls einschreiten: Jugendliche kamen auf die Idee, Gläser und Flaschen auf die Straße zu werfen: „Wir habe dann Beistand geleistet“, kommentiert Revierchef Hartmannsgruber. Sprich: Die Polizei sicherte die Straße und ließ die Jugendlichen die Folgen ihres Übermuts aufräumen.

Ein Mann bekam auf der Hauptstraße in Höhe Domhof „ein Bierglas über den Kopf gezogen“ – die Ermittlungen dauern an.

Sachbeschädigungen, beispielsweise an Autos, waren bis Sonntagnachmittag nicht bekannt. Ein verlorenes Handy fand schnell seinen Besitzer wieder.

„Unser Sektorenkonzept ist aufgegangen“, zieht Frank Hartmannsgruber Bilanz. Die Rettungskräfte haben die Innenstadt während des Festes in Sektoren aufgeteilt, die je nach Lage bestreift werden – das garantiert eine schnelle Präsenz der Beamten im „Bedarfsfall“.

Die Johanniter, stationiert in der Dalberg-Schule mussten rund 30 Hilfeleistungen, mobil und stationär, verrichten. Das entspricht ungefähr dem Vorjahresniveau. Insektenstiche, leichte Verbrühungen durch heißen Kaffee, Kreislaufprobleme – die Bandbreite ist hoch. Glücklicherweise nicht in bezug auf Alkohol: Nur eine „Alkoholleiche“, nur ein jugendliches Mädchen musste per Krankenwagen ins Krankenhaus transportiert werden.

„Auch unsere Jugendsachbearbeiter waren mit den Jugendlichen überwiegend zufrieden“, sagt Hartmannsgruber. Nur in zwei Fällen wurden alkoholische Getränke und ein Mal Zigaretten abgenommen.

Polizei, Feuerwehr und Johanniter bestreiften am Samstagabend gemeinsam das Fest, um mögliche Schwachstellen zu beseitigen, die im Falle eines Einsatzes Behinderungen oder Gefährdungen darstellen könnten: „Wir haben natürlich die Erfahrung aus dem Vorjahr und schon das meiste unterbunden. Ein paar Kleinigkeiten blieben noch zu regeln“, fasst Hartmannsgruber zusammen. (Lesen Sie hier unsere Reportage aus dem vergangenen Jahr: Auf Streife)

Samstags war tagsüber fast nichts zu melden: „Ein Elternpaar hatte ihre Tochter verloren – die konnten schnell wieder zusammengebracht werden“, sagt Hartmannsgruber. Durch den Platzregen am Sonntagabend wurde die Stadt sehr schnell leer. Als das Gewitter vorbei war füllte die Stadt sich nur noch mäßig – für die deutlich reduzierten Einsatzkräfte eine „angenehme“ Atmosphäre.

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In Sachen Ruhestörung gab es genau einen Beschwerdeanruf: „Und der kam nicht vom Marktplatz“, wie Frank Hartmannsgruber betont. Allerdings war man auch darauf bedacht, um 23:00 Uhr die Musik abzudrehen.

Anmerkung der Redaktion: Frank Hartmannsgruber betont die gute Zusammenarbeit der Einsatzkräfte und das stimmige Konzept aus Vorsorge, Präsenz und schnellem Durchgreifen im Bedarfsfall. Das Lob können die Altstadtfestbesucher an Polizei, Feuerwehr und Johanniter zurückgeben. Im Bedarfsfall wird schnell medizinisch und organisatorisch geholfen. Die Gäste können sich sicher fühlen und müssen sich nicht von Pöblern oder streitsüchtigen Personen die Laune verderben lassen. Die Polizeibeamten sind zurückhaltend präsent. Überall hat man sie im Schwätzchen mit den Gästen beobachten können – das schafft Vertrauen und Nähe, statt. Das sind gute Voraussetzungen für ein gelungenes Altstadtfest.

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.