Sonntag, 19. November 2017

Tschetschenische Familie ausgewiesen

Erste Abschiebungen von Asylbewerbern

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Ladenburg, 12. Dezember 2013. (red/ld) Nach unseren Informationen kam es vor etwa zwei Wochen zur ersten Abschiebung von Asylbewerbern, die in der Martinsschule untergebracht waren. Bei den Abgeschobenen handelt es sich um eine mehrköpfige Familie aus Tschetschenien.

Die Polizei kam nachts um 02:00 Uhr, um die Familie auf jeden Fall anzutreffen. Die Personen wurden verhaftet und auf das Revier gebracht. Von dort ĂŒbernahmen Polizeibeamte der Abschiebegruppe die Familie und haben diese vermutlich in Frankfurt in ein Flugzeug gesetzt.

Das Asylverfahren sieht zunĂ€chst einen Antrag beim Bundesamt fĂŒr Migration und FlĂŒchtlinge (BAMF) vor. Dies bewilligt die AntrĂ€ge oder lehnt sie ab. Mit der Durchsetzung des Beschlusses wird dann das zustĂ€ndige RegierungsprĂ€sidium beauftragt – fĂŒr Ladenburg ist das RegierungsprĂ€sidium Karlsruhe zustĂ€ndig. Das RegierungsprĂ€sidium beauftragt dann die Polizei, die Abschiebung durchzufĂŒhren. Die betroffenen Asylbewerber können gegen die Ablehnung aber auch Einspruch einlegen. Dann muss ein Gericht entscheiden, ob es das Verfahren annimmt oder ablehnt. Nach einer Ablehnung bleibt eine Frist von zwei bis vier Wochen, um selbst das Land zu verlassen.

Meist werden Abschiebungen ĂŒber den Luftweg mit dem Flugzeug vorgenommen, um sicherzustellen, dass die Abgeschobenen auch ihr Bestimmungsland erreichen. Das ist entweder das Land, aus dem sie kommen oder das EU-Land, in dem sie zuerst einen Asylantrag gestellt haben. Die Kosten fĂŒr die Abschiebung werden den Abgeschobenen in Rechnung gestellt. Bevor sie ein neues Visum beantragen können, mĂŒssen sie diese zuerst bezahlen. Werden sie nach ihrer Abschiebung erneut in Deutschland von den Behörden angetroffen, mĂŒssen sie die Rechnung ebenfalls begleichen.

Stand Ende November sind 12.500 neue Asylbewerber nach Baden-WĂŒrttemberg gekommen, bis Ende des Jahres werden rund 900 bereits abgeschoben sein.

In Ladenburg sind derzeit noch zwischen 80 und 100 Asylbewerber untergebracht, sagte Silke Hartmann, Pressesprecherin des Rhein-Neckar-Kreises. Viele der anfangs 160 Personen seien bereits nach Schwetzingen umgezogen. Ab 01. Februar wird die alte Martinsschule Übergangsquartier der SchĂŒler/innen des Carl-Benz-Gymnasiums, das in den kommenden Jahren saniert wird.

Über Lydia Dartsch

Lydia Dartsch (31) hat erfolgreich ihr Volontariat beim Rheinneckarblog.de absolviert und arbeitet nun als Redakteurin. Die studierte Politikwissenschaftlerin und Anglistin liebt Kino, spielt Gitarre und sportelt gerne.

  • Sascha Schupp

    Man kann Menschen doch nicht mitten in der Nacht aus ihren Betten holen und in ein Flugzeug setzen. das erinnert ja an unrĂŒhmliche Zeiten der Deutschen Geschichte. Diese Menschen landen irgendwo und wissen nicht wohin sie gehen sollen, wo sie schlafen, was sie essen sollen. Wie unmenschlich ist das denn. Und Kriminelle werden geduldet und selbst dann macht man sowas nicht.