Sonntag, 19. November 2017

Altstadtfest: Eröffnung mit Flashmob – „Das tut weh.“

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Guten Tag!

Ladenburg, 11. September 2010. Bürgermeister Rainer Ziegler hat heute um 11:00 Uhr das 37. Ladenburger Altstadtfest eröffnet. Um 11:15 Uhr kam es zum ersten Ladenburger Flashmob – gut 200 „Flashmobber“ wedelten mit weiß-blauen Fähnchen, um ihren Unmut über den fehlenden Schmuck kundzutun. Bürgermeister Ziegler bestätigte die Protestaktion: „Das tut weh.“

Von Hardy Prothmann

Gewohnt souverän eröffnete Bürgermeister Rainer Ziegler im Beisein der Schriesheimer Weinkönigin Sonja III. und den Prinzessinnen Sonja und Saskia das 37. Ladenburger Altstadtfest: „Dieses schon legendäre Fest ist für viele von ihnen das Highlight im reichhalten Veranstaltungsjahr unserer Stadt.“

Flashmob zur Eröffnung: Rund 200 Besucher hatten sich zum ersten Ladenburger Flashmob verabredet und schwenkten aus Protest wegen des fehlenden Festschmucks weiß-blaue Fähnchen. Bild: ladenburgblog.de

Zum Festauftakt waren auch die Landtagsabgeordneten der verschiedenen Parteien, Gemeinderäte, Vertreter anderer Institutionen und natürlich Gäste des Altstadtfestes gekommen – darunter gut 200 Flashmobber, die für 11:15 Uhr über das Internet verabredet hatten, gemeinsam mit weiß-blauen Fähnchen zu wedeln.

Die Protestaktion galt dem fehlenden Fähnchen-Schmuck zum Fest, auf den die Stadt aus Spargründen dieses Jahr erstmalig verzichtet hatte. Nach einer Minute war die Aktion vorbei. Wir hatten bereits gestern exklusiv über die spontane Aktion berichtet, die von Ladenburgern über Facebook organisiert worden war.

Flashmobs sind kurzfristige „Kunst“-Demonstrationen, die über das Internet verabredet werden und bei der die Beteiligten sich zu einer gemeinsamen, friedlichen Aktion verabreden. Kurz nach der Aktion verließen viele der Flashmobber den Platz.

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Bürgermeister Ziegler (links) eröffnet das 37. Ladenburger Altstadtfest im Beisein der Schriesheimer Weinhoheiten und des Chefs der Schriesheimer Winzergenossenschaft, Harald Weiss.

Bürgermeister Ziegler nahms gelassen. Offensichtlich wusste er von der Aktion. Er bedauerte das Fehlen der Fähnchen: „Das tut weh.“

Er begründete dies mit den Sparzwängen und den leeren Kassen der Stadt: „Unsere Mitarbeiter vom Bauhof konnten dafür andere Tätigkeiten vornehmen, für die wir sonst Fremdfirmen hätten beauftragen müssen.“

Für das kommende Jahr wünschte er sich den Fähnchenschmuck wieder und rief die Flashmobber, Vereine und Sponsoren auf, gemeinsam mit der Stadt eine Lösung zu finden. Die Gäste lud er ein, das Fest und die kulinarischen Angebote zu genießen. Sein Dank galt den Mitarbeitern der Stadt, Polizei und Rettungsdiensten sowie allen, die sich am Altstadtfest beteiligen.

Interessant ist, wie das „Fähnchen-Thema“ die Diskussionen bestimmt: Im Gespräch mit vielen Festbesuchern bezweifeln diese die Kosten von 20.000 Euro, die angeblich eingespart würden. Unabhängig davon hört man immer wieder: „Und wenn? Was sind den 20.000 Euro im Vergleich zur Atmosphäre? Hier wird an der falschen Stelle gespart.“

Das kann man auch umgekehrt sehen: Sicherlich sind 20.000 Euro angesichts eines Haushalts von weit über 30 Millionen Euro nicht viel. Geld fehlt aber überall und die fehlenden Fähnchen sind sicher Ausdruck der Stadtpolitik: „Seht her, so schlecht steht es, dass wir nicht mal schmücken können.“ Bei den Ladenburgern und den Gästen kommt das aber gar nicht gut an. Mal sehen – vielleicht gründet sich ja eine „Weiß-Blaue Fähnchen-Wählervereinigung“. Zur Zeit hätte diese gute Chancen auf Stimmen. 😉

Insgesamt gibt es 450 Flohmarktstände, aber weit mehr Flohmarktanbieter, da manche nur den Samstag gebucht haben und am Sonntag dann andere Anbieter ihre Waren feil bieten. Anwohner und Ladenburger sind bevorzugt und zahlen vier Euro für den Quadratmeter – Auswärtige sieben Euro. Die Mischung zwischen kommerziellen und privaten Anbietern ist ausgewogen. Neben Krimskrams gibt es Schmuck und Kleider, Kunsthandwerk oder antike Dinge zu kaufen.

Info für BesucherInnen:
Suchen Sie die ausgewiesenen Parkplätze auf – um die Altstadtherum wird es schwierig sein, einen Parkplatz zu finden. Wer kann, sollte zu Fuß oder mit dem Fahrrad kommen.
Das Programm finden Sie hier.

Weitere Bilder in unserer Fotostrecke.

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.

  • Ladenburger

    Sehr geehrter Herr Prothmann,

    ich habe 2 Minuten über Ihren ersten Satz gegrübelt. Bitte tun Sie das auch mal ;).

    MfG,
    Ladenburger.

    • Dasladenburgblog

      Guten Tag.

      Danke für den Hinweis. Das Wort „eröffnet“ hat gefehlt. Fehler passieren. Ist korrigiert.

      Einen schönen Tag wünscht
      Das ladenburgblog