Mittwoch, 19. September 2018

Atelier 47: Silke Hauck bezaubert

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Guten Tag!

Ladenburg, 10. Dezember 2010. Musiker ganz nah zu erleben – das gibt es bei „Hauskonzerten“ in Hamburg oder Berlin – und seit ein paar Monaten auch in Ladenburg. Im Atelier 47 treten Musiker vor kleinem Publikum auf. Gestern Abend war es die Mannheimer KĂŒnstlerin Silke Hauck, begleitet vom Pianisten Michael Quast.

Von Sabine Prothmann

Das Atelier 47 ist nicht viel grĂ¶ĂŸer als ein mittleres Wohnzimmer. Auf der einen Wand hĂ€ngen die Bilder des KĂŒnstlers Sigmund Eibel, auf der anderen die von Phil Leicht. Ein schwerer roter Samtvorhang wirkt als BĂŒhnenhintergrund fĂŒr die Musiker. Im Raum stehen mit schwarzen Hussen ĂŒberzogene BierbĂ€nke. Darauf sind immer kleine „PrĂ€sente“ verteilt. Heute NikolĂ€use und Schokolade, es darf ruhig ein bisschen „weihnachten“. Die AtmosphĂ€re ist entspannt, so, als wĂŒrde man sich bei Freunden treffen.

Exklusiver kann man einen Abend mit KĂŒnstlern nicht verbringen.

Dann steht Silke Hauck im Raum.

Silke Hauck - zierliche Frau mit großer Stimme

Silke Hauck ist klein und zierlich und weiblich. Sie begrĂŒĂŸt und beginnt zu singen: Ihre Stimme ist rauchig und jazzig und soulig.

Die SĂ€ngerin gewinnt sofort mit ihrer Ausstrahlung und ihrer Stimme die knapp 20 Zuschauer im Atelier 47.

Sie singt weihnachtliche Jazz-Standards, aber auch „Route 66“, „Valerie“ von Amy Winehouse und so wundervolle StĂŒcke wie „Halleluja“ von Leonard Cohen (besser bekannt in einer Version von Jeff Buckley oder auch als „Shrek Song„).

Es geht unter die Haut, als sie als Hommage an John Lennons 30. Todestag „Imagine“ sehr gefĂŒhlvoll interpretiert und man ihr anmerkt, dass sie nicht einfach nur singt, sondern eine enge Beziehung hat.

Hautnah

Das kleine Atelier ermöglicht den Zuschauern die KĂŒnstlerin ganz nah zu erleben und umgekehrt. Wenn sie sagt: „Hey, eigentlich brauchen wir ein Schlagzeug fĂŒr das nĂ€chste StĂŒck, das haben wir aber nicht dabei, also mĂŒsst ihr uns unterstĂŒtzen“, macht das Publikum gerne mit. Wenn sie die Zuschauer animiert Tonfolgen zu singen, mĂŒssen sich auch die Zuschauer trauen, mitzumachen. Silke Hauck animiert so sympathisch, das einige auch bei anderen Liedern mitsingen. Einfach so.

WĂ€hrend des Konzerts zeichnet der KĂŒnstler Siegmund Eibel Portrait-Skizzen der GĂ€ste. Denn man ist ja in einem Atelier und da wird Kunst gemacht, die musikalische und die bildnerische.

Mit dem Konzert von Silke Hauck hat das Atelier 47 einen neuen Standard gesetzt, man darf auf die nĂ€chsten „Hauskonzerte“ gespannt sein.

Auch „Up and Down“ stand auf dem Programm.

Internet:
Homepage von Silke Hauck

Viel Freude mit den Fotos!

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Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist GrĂŒndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten PortrĂ€ts und Reportagen oder macht investigative StĂŒcke.