Samstag, 18. November 2017

Polizei informiert über Einbruch-Prävention

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Guten Tag!

Ladenburg, 08. Dezember 2010. In diesen Tagen führt die Polizei Ladenburg eine Einbruchs-Präventionswoche durch. Die Bevölkerung soll aufgeklärt werden, wie sie sich besser vor Einbrechern schützen kann. Eine gute Nachbarschaft ist der Schlüssel.

Von Christian Mühlbauer

„Das Fenster da mach ich in einer Minute auf“, erklärt Frank Hartmannsgruber, als er vor einem gekippten Fenster steht. Er „versetzt sich in einen Einbrecher“ und sucht nach Gelegenheiten. Ebenso seine Kollegen Bernd Schmidt und Martin Jost, die seit einigen Stunden zu Fuß unterwegs waren, um Informations-Flyer zu veteilen, Bürger anzusprechen und „die Lage“ zu erkunden.

Denn die Zahl der Einbrüche ist im Jahr 2010 gegenüber dem Vorjahr (6) gestiegen: Bislang habe man für ganz Ladenburg insgesamt 11 Einbruchdiebstähle gezählt. Da es ab Herbst draußen früher dunkel wird, nehme auch die Zahl der Einbrüche erfahrungsgemäß zu. Mit der Präventionswoche wolle man dem entgegenhalten.

Polizei Prävention

(von rechts) Martin Jost und Bernd Schmidt informieren Bürger über Einbruchsschutz.

Insbesondere im Gebiet Weihergärten sieht man hier Handlungsbedarf. Bei der Auswertung der Daten hat man festgestellt, dass es hier vermehrt zu Einbruchdiebstählen gekommen ist. „Von einem Schwerpunkt kann man aber nicht reden“, sagte Polizeirat Hartmannsgruber. Zwar habe sich die Zahl der Einbrüche gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelt, „aber das sind im Vergleich zur Großstadt Mannheim oder Orten an der B3 sehr wenige insgesamt, wenngleich jeder einer zuviel ist“, sagt Bernd Schmidt vom Bezirksdienst.

Denn oftmals sei der materielle Schaden dabei gar nicht so sehr von Bedeutung. Für die Menschen ist es eine psychische Belastung. Es entsteht Angst, dass man im eigenen Haus nicht mehr sicher ist. Oder es werden Gegenstände entwendet, die einen hohen emotionalen Wert haben.

„Tatgelegenheitsstrukturen“ verringern.

Für Polizeihauptkommissar Bernd Schmidt geht es bei der Prävention vor allem um zwei Dinge: „Einerseits wollen wir eine Flächenwirkung erzielen, also möglichst viele Menschen im Gebiet auf die Problematik aufmerksam machen. Zweitens wollen wir erreichen, Tatgelegenheitsstrukturen zu verringern.“

Gemeint ist damit die Beseitigung von Mängeln, die Einbrecher geradezu anlocken. Wie beispielsweise eine Leiter im Garten oder ein Schlüssel unter der Türmatte.

Prävention durch Abschreckung und Technik.

Die Polizei versucht auch die „Attraktivität“ des Gebiets zu schmälern. Dies geschieht durch Polizeipräsenz, aktuell in Form eines Streife fahrenden Dienstwagens sowie Polizeibeamten, die zu Fuß unterwegs sind. Auch in Ilvesheim plane man eine derartige Präventionswoche. Für die Hausbesitzer gäbe es drei wichtige Tipps, die sie beachten sollten, so Polizeihauptkommissar Bernd Schmidt:

  1. Verriegelungen an der Terrassentür sowie an den Fenstern im Erdgeschoss anbringen.
  2. Querriegel und ein Kastenschloss an der Haustür.
  3. Kellerschächte absichern.

Inzwischen habe man bereits 250 Flyer mit den wesentlichen Informationen an die Haushalte verteilt.

„Ich kam bis ins Schlafzimmer.“

Während die Polizei ihre Flyer verteilte, prüfte man auch die gegenwärtige Lage. Dabei stieß man auf einige bemerkenswerte „Gelegenheiten“. Einmal gelang es Polizeihauptkommissar Schmidt über eine offene Terrassentür ins Haus zu gelangen. Polizeikommissar Martin Jost fand einen Schlüssel am Gartenzaun. Über diesen ließ sich die Gartentür öffnen, so dass man problemlos bis an die Terrassentür gelangen konnte.

Einbrecher suchen die schwächste Stelle.

Neben den Tipps von Polizeihauptkommissar Bernd Schmidt sollte man es Einbrechern so schwer wie möglich machen, indem man ihnen keine leicht zugänglichen Stellen bietet: „Die suchen immer die schwächste Stelle am Haus.“ Schlecht einsehbare Bereiche, eine Leiter im Garten oder Schlüssel unter der Türmatte seien problematisch.

Aber auch halb oder ganz geschlossene Rollladen oder ein überlaufender Postkasten können Einbrecher anlocken. Das seien Indizien dafür, dass niemand zu Hause ist. „Hier ist Nachbarschaftshilfe angesagt, um den Briefkasten zu leeren oder den Schnee zu räumen, wenn man selbst nicht da ist“, sagt Herr Schmidt.

Bernd Schmidt gibt nicht nur theoretische und praktische Tipps, er hat sich übrigens auch selbst beraten lassen: „Die Kollegen haben sich mein Haus angeschaut und danach habe ich zusätzliche Sicherungen anbringen lassen.“

Polizeipräsidium Mannheim bietet individuelle Beratung

Wer sein Haus zukünftig besser absichern möchte, kann auf die fachkundige Beratung der Polizei zählen. Das Polizeipräsidium Mannheim bietet Interessierten kostenfrei eine individuelle Beratung inklusive Hausbegehung an. Die Beamten machen vor Ort auf etwaige Sicherheitslücken aufmerksam und geben Tipps, wie diese behoben werden können.


Anmerkung der Redaktion: Christian Mühlbauer absolviert ein redaktionelles Praktikum bei uns in der Zeit vom 22. November – 10. Dezember 2010. Herr Mühlbauer studiert an der Fachhochschule Ansbach „Ressortjournalismus“