Sonntag, 19. November 2017

Bens WM-Kolumne: Und das Orakel hatte doch Recht!

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Guten Tag!

Ladenburg, 08. Juli 2010. Wie gerne hÀtten wir daran geglaubt, dass sich das Krakenorakel bei seiner Vorhersage getÀuscht hat. Aber die Krake hatte Recht. Spanien hat gewonnen! Und das verdient. Sie waren einfach die Besseren!

Wm-Kolumnist Benedikt Siegfanz ist enttÀuscht vom Spiel gegen Spanien. Bild: local4u

Von Benedikt Siegfanz

Von Anfang an lief unsere Elf den Spaniern hinterher, unsere Jungs reagierten nur, sie agierten nicht.

Die auffallend verunsicherte und zögerliche deutsche Hintermannschaft ließ den Spaniern hĂ€ufig Vortritt und Freiraum. Vor allem Phillip Lahm und Bastian Schweinsteiger waren zu Ă€ngstlich und ließen ihr Können der vorhergehenden Spiele deutlich vermissen.

Überhaupt fehlte der gesamten Mannschaft Ideenreichtum, Spritzigkeit, Leichtigkeit und das nötige GlĂŒck, um in einem WM-Halbfinale zu bestehen. Ob es nun daran lag, dass MĂŒller gesperrt war und Trochowski auf diese Mannschaft noch nicht so eingeschworen war, oder an anderen Faktoren, bleibt offen.

Schade fĂŒr den deutschen Fußball, denn bisher haben in diesem Turnier unsere Jungs wirklich ĂŒberzeugt und nun geht es wieder nur in das kleine Finale. Die Spanier dominierten von Anfang an, kombinierten einfach besser und waren immer einen Schritt voraus. So kam es schließlich zu dem einzigen Tor dieser Partie.

Die Erlösung fĂŒr die zuvor immer mehr aufbrausenden SĂŒdlĂ€nder kam in der 73. Minute. Nach einer Ecke, perfekt hereingezogen durch Xavi, landete der Ball direkt auf dem Kopf von Abwehroldie Carles Puyol, Neuer war ohne Chance.

Auch Marcell Jansen und Toni Kroos brachten am vergangenen Abend keine Freudenminuten. Wir waren nicht kompakt genug, sind nicht, wie zuvor so oft gelobt, als Einheit aufgetreten.

Auch lag unser Fehler darin, dass wir von Anfang an zu viel Respekt vor unserem Gegner hatten, obwohl dieser selbst auch einige Schwierigkeiten hatte an alte Leistungen von 2008 anzuknĂŒpfen. Spanien spielte besser als Deutschland, aber nicht auf dem Niveau eines Weltmeisterfinalisten.

Damit wĂ€re der Traum vom 4. Stern nun geplatzt, aber man soll nicht nur meckern, viele große, andere Mannschaften mussten lĂ€ngst nach Hause gehen und wir haben das kleine Finale ja noch vor uns.

Es ist jedoch kein Leichtes zu verstehen, wie eine junge, euphorische Mannschaft innerhalb weniger Tagen so unterschiedlich auftreten kann und sich das große Ziel damit verbaut.

Lobenswert war das Auftreten des ruhigen Schiedsrichters aus Ungarn, der mit viel Ruhe und Gelassenheit, ohne nennenswerten Fehler die Partie voll im Griff hatte.

Schade Jungs, wir haben so mit euch gefiebert!

Auf geht’s – der dritte Platz fĂŒhrt auch aufs Treppchen.

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist GrĂŒndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten PortrĂ€ts und Reportagen oder macht investigative StĂŒcke.

  • kompakter

    hallo,

    bei mir gabsheute calamares 😉

    gruß