Sonntag, 19. November 2017

ABB: Forschungsprojekt „Papyrus“ gestartet

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Ladenburg, 08. Dezember 2010. Das ABB-Forschungszentrum in Ladenburg koordiniert ein zweieinhalbjĂ€hriges Forschungsprojekt, das den Betrieb von Anlagen wirtschaftlich verbessern helfen soll. ABB hat unter 90 Bewerbern den Zuschlag fĂŒr das Projekt erhalten, dass mit 1,8 Millionen Euro von der EU gefördert wird.

Information ABB Deutschland:

„Gemeinsam mit fĂŒnf weiteren Partnern aus Wissenschaft und Industrie hat ABB jetzt das zweieinhalbjĂ€hrige Forschungsprojekt Papyrus fĂŒr eine neue Anwendung in der Automationstechnik gestartet. Ziel ist die Entwicklung eines ganzheitlichen Asset Managements fĂŒr Industrieanlagen. Dabei geht es darum, den Zustand einer Anlage unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu verbessern.

Koordiniert wird das Projekt vom ABB Forschungszentrum in Ladenburg, ABB in Finnland ist als Partner beteiligt.
Die EuropĂ€ische Union fördert das Forschungsprojekt Papyrus mit knapp 1,8 Millionen Euro. „Dass ABB unter 90 Bewerbern den Zuschlag erhalten hat zeigt, dass wir in der EuropĂ€ischen Forschungsliga im Bereich der Automatisierungstechnik ganz oben mitspielen“, unterstreicht Christoph Winterhalter, Leiter des ABB Forschungszentrums in Ladenburg.

Der Zustand einer Industrieanlage wird mit dem Gesundheitsstatus verglichen. Papyrus soll dazu beitragen, dass Anlagen bei gleichem Kostenaufwand wie heute „gesĂŒnder“ werden oder bei gleichem Gesundheitszustand kostengĂŒnstiger betrieben werden. FĂŒr dieses neuartige Gesundheitssystem sollen Methoden, Algorithmen und Rechnerwerkzeuge entwickelt werden, stets unter Betrachtung der Wirtschaftlichkeit der gesamten Anlage.

Die Projektteilnehmer untersuchen beispielsweise die Auswirkungen von Komponentenverschleiß fĂŒr eine komplette Industrieanlage, etwa von Pumpen oder Motoren. Üblicherweise muss der Anlagenmechaniker diese Folgen auf die Gesamtanlage selbststĂ€ndig beurteilen und ohne technische UnterstĂŒtzung eine Lösung finden, zum Beispiel den Austausch eines GerĂ€ts.

Er kann dabei eine „Krankheit“ diagnostizieren und therapieren – wenn etwa der Motor stark vibriert und ein Teil ausgetauscht werden muss. Aber er kann keine weiterreichenden Auswirkungen, zum Beispiel auf die QualitĂ€t des hergestellten Produktes, mit einbeziehen.

Durch die zu entwickelnden Software-Anwendungen sollen Diagnose- und Therapiephase zukĂŒnftig als „Plant-wide Asset Management“ durchgefĂŒhrt werden, also in Form einer anlagenweiten, vorausschauenden Steuerung.

Der Anlagenmanager kann dann mit definierten Kennzahlen den Gesundheitszustand der Anlage beurteilen und auf deren Basis mit Hilfe von EntscheidungsunterstĂŒtzungssystemen das jeweilige Problem beheben. Die Maßnahmen reichen von WartungsauftrĂ€gen bis zur VerĂ€nderung der Anlagensteuerung. Dadurch verbessert oder stabilisiert sich der Zustand einer Anlage bei gleichem oder geringerem Aufwand.

Dieses neue Gesundheitssystem fĂŒr Industrieanlagen wird an einer großen Kartonmaschine in einer finnischen Papierfabrik von Stora Enso erprobt. Die Anlage soll so effizienter betrieben und Wartungskosten verringert werden.

Teilnehmer des Forschungsprojekts Papyrus:

* ABB AG (Deutschland),
* ABB Oy (Finnland),
* UniversitÀt Duisburg-Essen (Deutschland),
* UniversitÀt Henri Poincaré Nancy (Frankreich),
* UniversitÀt Aalto (Finnland),
* Predict SAS (Frankreich),
* Stora Enso Oy (Finnland).“

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Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist GrĂŒndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten PortrĂ€ts und Reportagen oder macht investigative StĂŒcke.