Samstag, 22. September 2018

Drachbootrennen: Fun, Fun, Fun klingt chinesisch, ist englisch und heißt auf ladenburgerisch einen Riesen-Spaß

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Riesenjubel bei den Havanna-Boys 2010 - das Drachenbootrennen Ladenburg 2011 verspricht Fun, Fun, Fun.

Ladenburg, 07. Juli 2011. (red) Wenn am Wochenende 53 Teams mit rund 1.000 Padlern den Neckar in einen Drachenfluss verwandeln, ist eins sicher: Es wird eine Riesen-Gaudi. Und es ist ein Hochleistungssportevent. Und damit das alles irgendwie alles gut zusammen passt, wurde im Vorfeld hart geschuftet. Wer Spaß haben will, muss auch arbeiten. Wer arbeitet, soll auch Spaß haben.

Von Hardy Prothmann

Markus Walz, Ecki Mayer und Susanne Streib sind eigentlich ganz entspannt. Wir sitzen vorm Bootshaus, Mittwochabend, 20 Uhr.

„Also, irgendwie muss man das man in den Kopf kriegen“, sagt Ecki. 210 Stunden haben neun Steuermänner und eine Steuerfrau (Renate Henseler-Sohn) in den vergangenen drei Monaten nebenbei abgerissen. Um viele der Mannschaften zu trainieren, die am Wochenende beim Drachenbootrennen starten werden. Mal ganz abgesehen von den vielen Stunden für den „Büro-Kram“, die Genehmigungen, die Sicherheit, und, und, und.

Die „Drachenbootler“ der O3-er-Abteilung stellen die Steuer“männer“ für die 53 Teams, die am Samstag und Sonntag starten werden.

„Für Zuschauer sieht das von aussen recht easy aus. Das steht einer und feuert schreiend die Mannschaft an“, sagt Markus. „Dabei ist nicht vielen klar, dass wir hier tonnenschwere Boote steuern und ein Fehler ein Fehler sein kann.“ Die Boote beschleunigen bis auf 15 Stundenkilometer, trotzdem ist im Wasser alles träger, das Gewicht schiebt: „Das muss man früh wissen, was Sekunden später passieren kann.“

"Spocky" Markus Walz - Spaß soll es machen, trotz aller Anstrengung.

Ein reines Männerboot bringt gut zwei Tonnen ins Wasser. Das Boot selbst wiegt rund 250 Kilo, dazu kommt das Körpergewicht. „Das ist harte Arbeit am Ruder, die Boote sind flach, im Rennen gibt es Wellen, wenn man die nicht richtig nimmt, ist das Boot voll mit Wasser“, sagt Markus.

Jeder Steuermann hat einen „Führerschein“: „Dafür muss man eine Prüfung machen und nur wer besteht, kriegt Papiere und Stempel“, sagt Ecki. Susanne nickt – sie steuert zwar nicht, aber sie koordiniert, was auch eine Steuerung ist. Für das Mega-Event Drachenbootrennen.

Dieses Jahr wurde „umgeplant“: „Wir wollen das Drachenbootrennen im Juli viel stärker als Fun-Sport positionieren“, sagt Markus, der Abteilungsleiter der Drachenbootabteilung ist.

Deswegen gibt es dieses Jahr die Klassen Damen, Mixed (mindestens sechs Damen) und Open (bis zu fünf Damen): „Klar ist, dass Frauen nicht gegen die Kraft der Männer gegenhalten können. Aber sie haben Ehrgeiz und Technik und wenn die Boote gut besetzt sind, ist das reizvoll“, sagt Markus. Und klar ist auch: Kein Boot der Mixedklasse geht ohne Frauen-Power ins
Rennen.

Ecki ergänzt: „Am 24. September haben wir unser Langstreckenrennen – da können dann die ehrgeizigen Sportler zeigen, was sie drauf haben. Acht Kilometer schafft man als Fun-Mannschaft nicht, da werden die Arme ganz schön lang.“

Die Römer-Dragons professionalisieren sich also. Nachdem das Drachenbootrennen 2005 im Rahmen des „Grünprojekts“ entstanden ist und genug Erfahrungen vorhanden sind, gehen die drei in der Führungsgruppe das Projekt Drachenboot immer besser vorbereitet an: „Wir haben so viel geschafft, in den vergangenen Jahren“, sagt Markus. Susanne und Ecki nicken. Und auch ein paar andere Drachenbootler, die ab und an vor dem Bootshaus stehenbleiben, wo wir sitzen und dem Interview zuhören.

Die Bootshalle, für die der Verein einen Kredit aufnehmen musste, steht und ist mit viel Eigenleistung entstanden. „Die ersten Jahre waren furchtbar viel Arbeit“ – alle nicken. Jetzt geht es wie bei den Drachenboot-Events ums „Feintuning“, noch zwei, drei Jahre, dann soll alles so sein, wie sich die Drachenbootler das vorstellen.

Das Drachenbootrennen ist ein Sportevent...

„Wir haben hier eine Infrastruktur aufgebaut, mit der wir uns einen Namen gemacht haben“, sagt Markus. „Die Römer-Dragons sind mittlerweile bundesweit sehr gut bekannt.“ Nicht zuletzt, weil allein zwölf Mitglieder des Vereins im Team der Nationalmannschaft mitfahren. Bei 95 Mitgliedern eine stolze Anzahl: „Im vergangenen Jahr haben wir 15 Neuzugänge gehabt, jetzt sind wir 95 Mitglieder“, sagt Abteilungsleiter Markus.

...aber auch eine Zeit am Fluss mit Spaß und guter Laune.

Unvorhergesehene Probleme gab es mit der Rennstrecke: „Da hat sich eine Sandbank gebildet. Das Schifffahrtsamt hat sich gemüht, aber da war nix zu machen“, sagt Markus. Ecki nickt. Susanne nickt. Allen dreien sieht man die Enttäuschung an: „Wir haben die Strecke ausgelotet, damit alle Teams unter fairen Bedingungen mit ziemlich genau 2,80 Meter Wassertiefe gegeneinander antreten können“, sagt Markus. „In der Konsequenz bedeutet das aber, dass die Boote weiter vom Ufer fahren, als bisher und der Zieleinlauf in Richtung Edingen liegen wird. Das ist optimal für die Sportmannschaften, aber weniger für die Zuschauer.“

Ecki sagt: „Das ist ein Fluss, der verändert sich und dieses Jahr ist das nicht optimal aus unserer Sicht. Aber so ist halt die Natur – unberechenbar.“

Vergangenes Jahr kamen an beiden Tagen zusammen rund 7.000 Zuschauer – die werden auch dieses Jahr ihren Spaß haben. Im direkten Kontakt mit den Mannschaften auf der Festwiese und entlang des Rennens. Das Spektakel ist grandios, egal, ob es nun ein paar Meter weiter entfernt ist.

Vor allem auch der Kostümwettbewerb. Grandioser Spaß ist wieder zu erwarten und wird auch mit einem Sonderpreis prämiert: „Das ist ganz klar eine Sportveranstaltung. Aber auch eine, die den Spaß und den Teamgeist in den Vordergrund stellt. Wir freuen uns auf die Ideen der Teams und wie sie sich präsentieren“, sagt Ecki und grinst.

Erstmals gibt es einen Wanderpokal für das heißeste Outfit.

Daniela Schweizer hat dafür einen „Wanderpokal“ kreiert, der erstmals dieses Jahr für die beste Kostümierung verliehen wird. „Das ist auch ein Zeichen für den Spaß-Aspekt“, sagt Ecki.

Ein Spaß-Garant war auch DJ Henninger, der die Beach-Party beschallt hat: „Leider hat Peter ein Engagement im Ausland, aber DJ Ralle und Thorsten Kirsch werden eine gute Party machen“, sagt Markus.

Am Samstag geht die Musik bis um Mitternacht, Ausschank ist bis 01:00 Uhr: „Danach müssen wir die Wiese räumen. Auflagen der Stadt“, sagt Ecki.

Auch das ist eine gute Nachricht: „Wir haben nun drei Toiletten, zwei Wagen und das Rundklo. Da gab es vergangenes Jahr Engpässe, das machen wir dieses Jahr besser“, sagt Ecki, der für die Pressearbeit zuständig ist.

Am Freitag treffen sich die Teamschefs am Abend und werden von der Rennleitung eingewiesen. Danach wird ein wenig „Warm-uped“. Am Samstag gibt es Fun, Fun, Fun und abends die Beachparty. Der Sonntag wird gegen Ende bis zu den Finalkämpfen Spannung pur bringen.

Ganz ehrlich, seid ihr froh, wenns vorüber ist?

Susanne, Ecki und Markus lachen: „Wir sind heiß drauf, dass es los geht. Der Spaß soll endlich beginnen. Fun, Fun, Fun.“

Anmerkung der Redaktion:
Den Programmablauf finden Sie in unserem Terminkalender.

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.