Mittwoch, 22. November 2017

Für Kamelien wird dieses Jahr ein gutes Jahr

„Ein Blütenmeer wie im Urlaub“

Print Friendly, PDF & Email

Ladenburg, 05. März 2014. (red/ld) Im 19. Jahrhundert zierten Kamelien die Gärten des Adels und der reichen Leute. Seit rund zehn Jahren erleben Kamelien einen wahren Boom in den heimischen Gärten.

So kompliziert wie ihr Ruf, sind sie aber nicht. Es kommt aber auf die Sorte und den Standort an. Hildegard Kuhn von der Baumschule Huben ist schwer begeistert – vor allem über das breite Spektrum der herrlichen Blüher.

Eine Camellia japonica Robert Lasson Foto: Baumschule Huben

Eine Camellia japonica Robert Lasson Foto: Baumschule Huben

 

Von Lydia Dartsch

„Das müssen Sie unbedingt sehen“, sagt Hildegard Kuhn von der Baumschule Huben. Seit knapp zwei Wochen ist dort die alljährliche Kamelienschau geöffnet. Der Kamlienexpertin merkt man die Begeisterung für diese Pflanzen deutlich an. Aber auch ihre Ehrfurcht: „Seit 35 Jahren darf ich mich um die Kamelien bei uns kümmern“, sagt sie. „Darf“! Keine andere Pflanze habe solch ein breites Spektrum an Blütenformen und -farben.

In diesem Jahr seien vor allem rot-weiße Blüten gefragt, sagt sie. Ganz gleich ob gestreift, getupft oder gesprenkelt. Noch sind nicht viele der Blüten offen, aber das werde sich bald ändern: „In diesem Jahr kommt die Blüte etwas später.“ Der Januar sei dunkel gewesen. Kamelien bräuchten aber Licht, damit die Knospen sich öffnen und die Blüten sich entfalten. Und manchmal bräuchten sie auch einfach Zeit, sagt Frau Kuhn:

Man kann Kamelien nicht einfach anknipsen.

Wirklich kompliziert sei es aber nicht, Kamelien über mehrere Jahre hinweg zu halten. Am besten pflanze man sie in den Garten: An einem windgeschützten, schattigen Platz, sagt sie. Im Winter sollte man aber drauf achten, dass die Pflanzen nicht überfrieren. Ideal seien Temperaturen zwischen 3 und 5 Grad.

Eine Camellia japonica Margaret-Davis. Foto: Baumschule Huben

Eine Camellia japonica Margaret-Davis. Foto: Baumschule Huben

Zwar ist das in manchen Wintern nicht ganz so einfach. Einen Frostschaden könne der Blütenbaum aber ohne weiteres verschmerzen: Wenn die braunen Blätter und Knospen abgefallen sind, genüge es, die abgefrorenen Stellen zurückzuschneiden. „Der Baum hat dann genug Kraft, wieder auszutreiben“, sagt die Kamelienexpertin. Nur dauere das seine Zeit – meist bis zum Sommer.

Beim Kauf von Kamelien sei vor allem die Beratung wichtig, sagt Frau Kuhn. Denn nicht jede Sorte eigne sich für jeden Standort. „Da ist es wichtig, sich gut beraten zu lassen“, sagt sie. Dann habe man über Jahre seine Freude an den Blüten.

Zierbäume des Adels und der reichen Leute

Eine Hochphase wie vor drei oder vier Jahren hätten die Kamelien zwar nicht mehr, sagt Hildegard Kuhn. Von einem „Boom“ spricht sie aber immer noch. Der habe vor gut zehn Jahren begonnen: Einst die Blumen in den Gewächshäusern des Adels, hätten Reisende die Zierbäume für die heimischen Gärten entdeckt: „Die Leute haben sie in Cornwall und am Lago Maggiore gesehen“, sagt Frau Kuhn.

Zwischen 30.000 und 40.000 Sorten seien mittlerweile gezüchtet worden und die Vielfalt nehme kein Ende. In der Kamelienausstellung seien „nur“ 300 verschiedene Züchtungen zu sehen. Geöffnet ist sie bis zum 22. März an Wertagen zwischen 09:00 und 18:00 Uhr, Samstags zwischen 09:00 und 16:00 Uhr. Sonntags ist die Ausstellung zwischen 10:00 und 16:00 Uhr geöffnet – allerdings nur zum anschauen.

Die Kamelienausstellung läuft noch bis zum 22. März. Foto: Baumschule Huben

Die Kamelienausstellung läuft noch bis zum 22. März. Foto: Baumschule Huben

Über Lydia Dartsch

Lydia Dartsch (31) hat erfolgreich ihr Volontariat beim Rheinneckarblog.de absolviert und arbeitet nun als Redakteurin. Die studierte Politikwissenschaftlerin und Anglistin liebt Kino, spielt Gitarre und sportelt gerne.