Dienstag, 24. November 2020

Baustelle muss mit BDS abgestimmt werden

Neue Pflastersteine für die Altstadt

Print Friendly, PDF & Email

Ladenburg, 03. März 2011. (red/sap) Sieben Bauanträge, die Vergabe der Natursteinpflasterlieferung und die Einrichtung von Kurzzeitparkplätzen zwischen Benzhaus und Wasserturm standen am vergangenen Mittwoch, 29. Februar 2012, auf der Tagesordnung des Technischen Ausschusses in Ladenburg.

Beim ersten Bauantrag ging es um den Neubau einer Terrasse und Neuordnung im Hinterhof in der Metzgergasse.

Die Antragsteller planen im Hinterhof des Grundstücks eine Terrasse zu errichten. Diese soll die gesamte Fläche des hinteren Grundstücks einnehmen und den vorhandenen Wasch- und Trockenraum sowie den Abstellraum überdecken. Das Schleppdach soll über der Scheune erneuert werden.

Stadtbaumeister André Rehmsmeier erläuterte, dass durch die Baumaßnahmen, der historische Keller des denkmalgeschützten Gebäudes besser entlüftet werden könne.

Der Technische Ausschuss stimmte dem Bauvorhaben einstimmig zu.

Wohncontainer für Saisonarbeiter auf dem Hegehof

Der Bauantrag zur Errichtung von zwei Wohncontainern für Saisonarbeitskräfte, die während der Erdbeerernte auf dem Hegehof in Neuzeilsheim tätig sein werden, sorgte für Diskussion.

Bürgermeister Rainer Ziegler erklärte, maximal 36 Damen und 48 Herren sollen hier untergebracht werden.

Die beiden Wohncontainer sollen jeweils rund 12 Meter breit und 49 beziehungsweise 40 Meter lang sein.

In den Zimmern sind vier bis sechs Personen untergebracht, zudem befinden sich in den Containern Sanitär- und Aufenthaltsräume und Küchen.

Die Errichtung von Wohncontainern wird notwendig, da die Unterbringungsmöglichkeiten in einem Altgebäude durch den Umbau für andere Zwecke entfallen. Dafür soll mit der Baumaßnahme Ersatz geschaffen werden.

Menschenunwürdige Unterbringung von Saisonkräften?

Eine positive Stellungsnahme des Amts für Landwirtschaft und Naturschutz liege vor, so der Bürgermeister.

Rehmsmeier erklärte auf Rückfrage von Stadtrat Günter Bläß (CDU), es gäbe keine Vorgaben für den Bau dieser Container.

Petra Erl (SPD) bezweifelte, ob es sich dabei um eine menschenwürdige Unterbringung handle. „Dies haben wir hier nicht zu entscheiden“, sagte Ziegler „, und verwies auf die Zuständigkeit des Landratsamtes für derartige Fragen.

Stadtbildpfleger Egon Lackner wies darauf hin, dass man auf eine Rückbauverpflichtung bestehen sollte, falls die Container ihren Zweck erfüllt hätten, da es sich hierbei um einen starken Eingriff ins Landschaftsbild handle. Der Bürgermeister versprach dies zu berücksichtigen.

Der Technische Ausschuss beschied auch diesen Antrag einstimmig.

Penthouse wird abgebrochen – Walmdach entsteht

In der Bahnhofstraße soll auf einem Wohn- und Geschäftshaus das mit einem Flachdach bedeckte Penthouse abgebrochen werden und stattdessen soll ein Ober- und Dachgeschoss mit Walmdach errichtet werden. Hinzu kommen ein Aufzug und ein Balkon an der Nordseite des Gebäudes. Auch dieses Bauvorhaben bekam die Zustimmung des Technischen Ausschusses.

Stadtbildpfleger Egon Lackner kritisierte heftig die Errichtung einer Fluchttreppe aus dem ersten Obergeschoss der Erich-Kästner-Schule.

„Schade, dass wieder ein neues Bauteil hinzukommt“, so Lackner.

„Wir sollten darauf achten, dass wir das Gebäude nicht sukzessive zum Negativen verändern“.

Diese Maßnahme werde aus Brandschutzmaßnahmen notwendig und auf Lackners Hinweis, damit verschandle man die schönste Seite des „Bauernschlösschens“, erklärte Gebäudemanager Götz Speyerer, dies sei die einzig mögliche Stelle gewesen.

Das schönste am Gebäude sei nach dem Abbruch des maroden Balkons jetzt der Erker aus Sandstein, und der sollte auf jeden Fall erhalten werden, sagte Egon Lackner. Ziegler versprach darauf hinzuwirken.

Der Technische Ausschuss stimmte dem Bauantrag einstimmig zu.

Garage wurde als zu massiv empfunden

In einem weiteren Bauantrag wurde über die Errichtung einer Garage sowie den Umbau und die Erweiterung eines bestehenden Wohnhauses entschieden.

Die Umbaumaßnahmen wurden von den Mitgliedern des Technischen Ausschusses als positiv und als Verbesserung des Gebäudes betrachtet, der Garagenneubau dagegen wurde kritisch gesehen, da die Garagenwand mit einer Länge von sechs Metern direkt an der Grundstückgrenze als zu massiv empfunden wurde.

Der Architekt, der an den Ratstisch gebeten wurde, versprach durch eine Untergliederung der Mauer oder durch einen eventuellen Bewuchs, eine optisch gute Lösung zu finden.

Auch diesem Vorhaben wurde einstimmig zugestimmt.

Ziegler: „Wir haben da ein bisschen Bauchweh“

Der Bauantrag zur Nutzungsänderung und Umbau der ehemaligen AWO-Geschäftsstelle in der Wormser Straße wurde nach längerer Diskussion vertagt.

In dieses Gebäude soll die Kleinkinderbetreuung des Vereins „Kinder-Laden-Burg“ einziehen.

„Wir haben da ein bisschen Bauchweh“, erklärte Bürgermeister Ziegler zu den geplanten Umbaumaßnahmen.

Im Obergeschoss soll die Balkontür vergrößert werden und der vorhandene Balkon soll bis über das Nebenhaus erweitert werden.

Ein Teil des Daches des Nebengebäudes soll daher rückgebaut werden und die Außenmauer soll im Bereich der Dachterrasse bis auf Geländerhöhe erhöht werden.

Im Dachgeschoss sollen zwei Schleppgauben auf der Straßenseite und auf der Hofseite durch Dachflächenfenster beziehungsweise eine Loggia ersetzt werden.

Diese Maßnahmen dienten dem Brandschutz.

Das Vorhaben als solches sei unumstritten, erklärte Ziegel, am Umbau des obersten Geschosses und des Daches habe man jedoch Zweifel.

„Es wäre schade, wenn das Haus kaputtsaniert würde“, sagte Egon Lackner.

Rechtliche Bedenken hatte Stadtrat Dr. Rudolf Lutz und verwies auf Beschwerden der Nachbarn bezüglich der Terrassenerweiterung.

Damit die Kinderbetreuung plangemäß starten kann, will die Stadt, anders als vom Baurechtsamt empfohlen, das Verfahren – Nutzungsänderung und Umbau – teilen. Der Bürgermeister hofft durch Gespräche eine für alle Seiten gute Lösung zu finden.

Indische Pflastersteine für die Hauptstraße

Im Haushalt 2012 ist vorgesehen das Pflaster im Bereich der Hauptstraße 4 bis zur Brauergasse auszutauschen. Dieser Bereich stelle eine Verkehrsgefährdung und das schlimmste Stück Straße der Altstadt dar. Es ist vorgesehen, den gleichen Pflasterbelag wie in dem Bereich der Hauptstraße zwischen Neugasse und Metzgergasse auszuführen. Es handle sich dabei um gemischtfarbiges Kleinpflaster aus indischem Sandstein, das in Segmentbögen verlegt werden soll.

Aufgrund der langen Lieferzeit wurde bereits mit Zustimmung des Technischen Ausschusses vom 18. Januar 2012 die Natursteinpflasterlieferung beschränkt ausgeschrieben. Mit rund 32.000 Euro kam das günstigste Angebot von der Firma Seib GmbH aus Karlsruhe.

Frühestens im Sommer könne das Pflaster verlegt werden und dies solle, so Bürgermeister Ziegler, in Abstimmung mit dem Ladenburger Einzelhandel geschehen.

Es handle sich hierbei um eine „sehr sensible Baustelle“. Der Stadteingang Neckartor muss sehr wahrscheinlich eine Zeit lang ganz gesperrt werden. „Wir werden Gespräche mit dem BDS führen, um eine gemeinsame Lösungen zu finden“, sagte der Bürgermeister.

Der Auftragsvergabe wurde einstimmig zugestimmt.

Kein Schilderwald vorm Benzhaus

Als letzter Punkt auf der Tagesordnung wurde die Einrichtung von Kurzzeitparkplätzen zwischen Benzhaus und Wasserturm beraten.

Diese Parktasche werde vermehrt von Dauerparkern genutzt, erklärte der Bürgermeister. Diese Parkplätze seien der Altstadt am nächsten und sollten daher auch vermehrt den Besuchern der Stadt und den Einkäufern zur Verfügung gestellt werden. Deshalb unterbreite die Verwaltung den Vorschlag, diese Parkplätze als Kurzzeitparkplätze, mit einer Parkdauer von zwei Stunden, auszuweisen.

Man solle auch die drei Parkplätze vor dem Benzhaus mit einbeziehen, forderte Stadtrat Uwe Wagenfeld (CDU). Die Verwaltung wies daraufhin, dass jeder einzelne Parkplatz mit einem Schild versehen werden müsse und damit auch vorm Benzhaus „ein Schilderwald“ entstünde. Das war nicht im Sinne der Ausschussmitglieder.

Dem Vorschlag, die sechs Parkplätze zwischen Wasserturm und Benzhaus in Kurzzeitparkplätze umzuwandeln, wurde einstimmig zugestimmt.

Über sabine