Sonntag, 19. November 2017

Kinderbetreuung wird deutlich teurer

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Guten Tag!

Ladenburg, 03. April 2010. (red) Der Gemeinderat hat Beitragserh├Âhungen f├╝r die Kinderbetreuung beschlossen. Die meisten Beitr├Ąge steigen im Durchschnitt um ├╝ber zehn Prozent, einige sogar um 20 Prozent.

Kommentar: Hardy Prothmann

Kinder- und familienfreundlich sind Preissteigerungen von bis zu 20 Prozent nicht. Die Preise steigen sowohl in der st├Ądtischen Kindertagesst├Ątte als auch bei den kirchlichen Tr├Ągern.

Vor allem Alleinerziehende, die meisten davon Frauen, sind auf eine Kinderbetreuung angewiesen und werden mit zehn Prozent mehr in der Blockzeitbetreuung belastet. Das erste Kind kostet ab September 2010 nun 88 statt 80 Euro. 37 Prozent der betreuten Kinder sind Einzelkinder.

F├╝r das zweite Kind werden am dem 01. April 2010 erst zehn Prozent mehr f├Ąllig, also 44 statt 40 Euro und ab September sind es dann mit 48 Euro genau 20 Prozent mehr, gemessen am M├Ąrz 2010.

In der Ganztagesbetreuung steigen die Geb├╝hren auch – meist um zehn Prozent und mehr.

Die Betreuung von Kindern unter drei Jahren wird ab April 2010 um 19 Prozent teurer – f├╝r jedes Kind, dass neu betreut wird. Die Geb├╝hrenerh├Âhung f├╝r Kinder, die schon in einer Betreuung sind, gilt die Erh├Âhung erst ab September 2010.

F├╝r viele Eltern, die „rechnen“ m├╝ssen, wird diese Geb├╝hrenerh├Âhung weiter das kleine Portemonnaie belasten.

Diese Geb├╝hren wurden beschlossen. Quelle: Stadt Ladenburg

Andererseits: Die Kommunen tragen um die 10.000 Euro pro Jahr und Kind an Kosten, weil sie von Bund und Land finanziell im Stich gelassen werden.

Und: Es h├Ątte vor allem f├╝r Geringverdiener noch viel schlimmer kommen k├Ânnen. Der Gemeinderat hat sich entschlossen, dass so genannte „W├╝rttemberger Modells“ noch nicht einzuf├╝hren.

Danach w├╝rde die Blockzeitbetreuung bei einem Kind von 80 auf 113,75 Euro steigen. Eine einkommensschwache Familie m├╝sste eine Steigerung von 66 Prozent oder von 100 auf 166,25 Euro verkraften, w├Ąhrend Gutverdiener nicht mehr 260 Euro, sondern ebenfalls 166,25 Euro zahlen w├╝rden.

Das das W├╝rttembergische Modell kommt, ist keine Frage. Die Frage ist, wie Eltern mit geringem Einkommen das verkraften sollen.

Kinder sind in Deutschland ein Armutsrisiko – daran ├Ąndert diese desolate Familienpolitik nicht, sie zementiert diese Misere.

├ťber Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gr├╝ndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Portr├Ąts und Reportagen oder macht investigative St├╝cke.

  • MeineMeinung

    Guten Tag,

    Vorschlag: Wie w├Ąre es, wenn man die ├ľffnungszeit von 16:30 Uhr auf 17:30 oder 18:00 Uhr verl├Ąngern w├╝rde? Das w├╝rde einer Menge Frauen das Leben enorm erleichtern…

    MeineMeinung

  • MeineMeinung2

    Guten Tag!
    Das ist wirklich keine tolle Nachricht, dass die Betreuungskosten im R├Âmernest wieder teurer geworden ist.
    Auf der anderen Seite sind 8 Euro Mehrkosten nun wirklich kein Beinbruch. Da muss man halt auf ein paar Zigaretten, teure Fast-Food (lieber Selbstkochen – ist g├╝nstiger!), das Zweithandy, die Autofahrt zum 800m-entlegenen Kindergarten, usw. … verzichten und dann hat man das schnell wieder drin. Und das f├╝r einen extrem guten Zweck: Die gute und hochwertige Betreuung unserer Kinder!!

    Wegen Vorschlag der ├ľffnungszeiten-Verl├Ąngerung von MeineMeinung:
    Gute Idee. Ich m├Âchte noch das Thema „flexible ├ľffnungszeiten“ erg├Ąnzen, so dass man je nach Bedarf ausserhalb der Kernzeiten Stunden „zubuchen“ kann – nat├╝rlich mit einer gewissen „Weitsicht“. So kenne ich das aus anderen Kinderg├Ąrten ausserhalb von Ladenburg. Und es funktioniert dort prima.

    Sch├Âne und sonnige Gr├╝├če,
    MeineMeinung 2