Samstag, 22. September 2018

Kinderbetreuung wird deutlich teurer

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Ladenburg, 03. April 2010. (red) Der Gemeinderat hat Beitragserh├Âhungen f├╝r die Kinderbetreuung beschlossen. Die meisten Beitr├Ąge steigen im Durchschnitt um ├╝ber zehn Prozent, einige sogar um 20 Prozent.

Kommentar: Hardy Prothmann

Kinder- und familienfreundlich sind Preissteigerungen von bis zu 20 Prozent nicht. Die Preise steigen sowohl in der st├Ądtischen Kindertagesst├Ątte als auch bei den kirchlichen Tr├Ągern.

Vor allem Alleinerziehende, die meisten davon Frauen, sind auf eine Kinderbetreuung angewiesen und werden mit zehn Prozent mehr in der Blockzeitbetreuung belastet. Das erste Kind kostet ab September 2010 nun 88 statt 80 Euro. 37 Prozent der betreuten Kinder sind Einzelkinder.

F├╝r das zweite Kind werden am dem 01. April 2010 erst zehn Prozent mehr f├Ąllig, also 44 statt 40 Euro und ab September sind es dann mit 48 Euro genau 20 Prozent mehr, gemessen am M├Ąrz 2010.

In der Ganztagesbetreuung steigen die Geb├╝hren auch – meist um zehn Prozent und mehr.

Die Betreuung von Kindern unter drei Jahren wird ab April 2010 um 19 Prozent teurer – f├╝r jedes Kind, dass neu betreut wird. Die Geb├╝hrenerh├Âhung f├╝r Kinder, die schon in einer Betreuung sind, gilt die Erh├Âhung erst ab September 2010.

F├╝r viele Eltern, die „rechnen“ m├╝ssen, wird diese Geb├╝hrenerh├Âhung weiter das kleine Portemonnaie belasten.

Diese Geb├╝hren wurden beschlossen. Quelle: Stadt Ladenburg

Andererseits: Die Kommunen tragen um die 10.000 Euro pro Jahr und Kind an Kosten, weil sie von Bund und Land finanziell im Stich gelassen werden.

Und: Es h├Ątte vor allem f├╝r Geringverdiener noch viel schlimmer kommen k├Ânnen. Der Gemeinderat hat sich entschlossen, dass so genannte „W├╝rttemberger Modells“ noch nicht einzuf├╝hren.

Danach w├╝rde die Blockzeitbetreuung bei einem Kind von 80 auf 113,75 Euro steigen. Eine einkommensschwache Familie m├╝sste eine Steigerung von 66 Prozent oder von 100 auf 166,25 Euro verkraften, w├Ąhrend Gutverdiener nicht mehr 260 Euro, sondern ebenfalls 166,25 Euro zahlen w├╝rden.

Das das W├╝rttembergische Modell kommt, ist keine Frage. Die Frage ist, wie Eltern mit geringem Einkommen das verkraften sollen.

Kinder sind in Deutschland ein Armutsrisiko – daran ├Ąndert diese desolate Familienpolitik nicht, sie zementiert diese Misere.

├ťber Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gr├╝ndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Portr├Ąts und Reportagen oder macht investigative St├╝cke.