Sonntag, 23. September 2018

Was von der Berichterstattung der RNZ unter dem Kürzel „stu“ zu halten ist

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Guten Tag!

Ladenburg, 02. März 2011. Für die Rhein-Neckar-Zeitung berichtet aus Ladenburg Axel Sturm („stu“). Sein Bericht „SPD will den Verkehr und die Gemüter beruhigen“ ist mindestens problematisch.

Von Hardy Prothmann

„Objektive Berichterstattung“ muss man von der „Presse“ erwarten können – geht es nach der „alten Schule“.

Der Terminus „objektive Berichterstattung“ ist länst problematisch geworden – seriöse Beobachter der Medien sprechen längst von „subjektiver Berichterstattung“ und konzentrieren sich auf Faktentreue und Transparenz.

Wie objektiv schreibt das SPD-Mitglied Axel Sturm wohl über eine SPD-Hauptversammlung? Quelle: RNZ

Denn die „Presse“ ist längst nichts mehr das, was man vor langer Zeit vermutet hat und was eine „Erwartungshaltung“ definiert hat.

„Die Presse“ ist seit vielen Jahren eine breit gefächerte Medienlandschaft aus Zeitungen, Funk und Fernsehen. Seit gut 15 Jahren gehört das Internet dazu, seit einigen Jahren ist das Internet der treibende Motor für „Presseveröffentlichungen“ – das musste nicht nur Herr zu Guttenberg gerade schmerzlich feststellen.

Es mag viele Menschen geben, die das Internet immer noch ablehnen und nicht verstanden haben oder verstehen wollen. Seien es Spießer in Deutschland oder Diktatoren in der arabischen Welt – beide Gruppen haben deutliche Probleme, die Dynamik des Internets zu realisieren.

Aber auch die gedruckte Presse, also Zeitungen, haben ein enormes Problem damit, die „Umwälzungsprozesse“ zu analysieren und umzusetzen.

Nicht nur „virtuell“, sondern auch ganz real – denn immer mehr Informationen sind über das Internet zu erfahren.

Beispielsweise auch, dass die Rhein-Neckar-Zeitung ihren „Ladenburg-Korrespondenten“ Axel Sturm über eine Hauptversammlung des SPD-Ortsvereins Ladenburg schreiben lässt, obwohl der Mitglied der SPD ist und an der Abstimmung teil nimmt.

Was hat das mit objektiver Berichterstattung zu tun? Gar nichts?

Tatsächlich sind in dem Bericht von Axel Sturm „Die SPD will Verkehr und die Gemüter beruhigen“ einige Fakten zutreffend und andere geschönt und andere weggelassen. Es handelt sich also um eine subjektive, semiprofessionelle Berichterstattung.

Das allein ist noch nicht bemerkenswert – es gibt in deutschen Regionalzeitungen noch viel „bratwurstigere“ Berichte als selbst ein „Bratwurst-Journalist“ wie Sturm sie anfertigt.

Bemerkenswert ist, dass eine Zeitung wie die Rhein-Neckar-Zeitung einen freien Mitarbeiter, der Mitglied der Partei ist, über die er schreibt, dieses tun lässt. Und zwar ohne einen Hinweis, dass es eine gewisse Befangenheit geben könnte.

Das ist, mit Verlaub, Betrug am Leser und ein Skandal und wenn es das gäbe, eine schon vorsätzliche Straftat in bezug auf eine objektive Berichterstattung.

Die Rhein-Neckar-Zeitung wäre gut beraten, diese „Berichterstattungspraxis“ sofort einzustellen. Alternativ könnte sie zu jedem Bericht von Axel Sturm dazu schreiben, dass dieser aktives SPD-Mitglied und somit bei allen Berichten zur SPD vermutlich befangen ist.

Die RNZ kann darauf aber verzichten – ebenso wie auf ein transparente Berichterstattung. Ob der Zeitung solche „Methoden“ gut tun, darf bezweifelt werden.

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.