Mittwoch, 22. November 2017

Ladenburg treibt Breitband-Ausbau voran

6 Million Euro für schnelleres Internet

Print Friendly, PDF & Email

Ladenburg, 02. Oktober 2014. (red/ms) Bis 2030 soll die Stadt flächendeckend mit Hochgeschwindigkeits-Internet versorgt sein. Doch das hat seinen Preis: Nach ersten Schätzungen kommen für die Umrüstung auf Glasfaserkabel Kosten in Höhe von knapp 6 Millionen Euro auf Ladenburg zu. Das ist eine große Belastung für die Stadtkasse. Der Gemeinderat sieht das Aufrüsten auf den neuesten Stand der Technik allerdings als „alternativlos“ an.

 Von Minh Schredle

netzkabel-280x210Die Datenvolumen sind seit der Geburtsstunde des Internets kontinuierlich angestiegen und werden damit – Prognosen zufolge – auch in den kommenden Jahren nicht aufhören zu wachsen. Derzeitig sind in Ladenburg Kupferdrahtverbindungen vorhanden, die bis zu 90 Jahre alt sind und laut den Sachverständigen des Rhein-Neckar-Kreises den „Aufgaben der Zukunft nicht gewachsen“ sind.

Für Gesamtkosten von etwa einer viertel Milliarde Euro plant der Rhein-Neckar-Kreis gerade ein Großprojekt: Den flächendeckenden Ausbau von Breitbandverbindungen in der Metropolregion. Die 54 Gemeinden und Kommunen des Kreises können dem Zweckverband High-Speed-Netz Rhein-Neckar beitreten, der bis 2030 allen Anschlüssen im Rhein-Neckar-Kreis Zugang zu Glasfaserkabeln ermöglichen will.

Der Eintritt in den Zweckverband kostet pro Einwohner einen Euro. Für Ladenburg sind das ungefähr 11.500 Euro. Doch das ist nur ein Bruchteil der Gesamtkosten: Zwar wird das Projekt kräftig bezuschusst, trotzdem muss damit gerechnet werden, dass die Stadt etwa ein Drittel der Gesamtkosten als Eigenkapital aufbringen muss – und das entspricht nach den aktuellen Schätzungen ungefähr 5,7 Million Euro.

Teure Leitungen

Was das Projekt so teuer macht sind nicht die Glasfaserkabel an sich, sondern die nötigen Tiefbauarbeiten, um diese zu verlegen: Die Kabel verlaufen unter der Erde, daher müssen die Straßen aufgerissen werden. Da in Ladenburg ohnehin einige Straßensanierungen anstehen, lassen sich Arbeiten kombinieren und dadurch Kosten einsparen. So ist im Haushalt beispielsweise vorgesehen, die Ilvesheimer Sraße und die Nagelschmiedgasse aufzubessern. Hier werden die benötigten Rohre gleich mitverlegt.

Laut Verwaltung könne man damit in Einzelfällen sogar bis zu 80 Prozent der Kosten für die Aufrüstung sparen. Es sei also davon auszugehen, dass das Projekt insgesamt wesentlich günstiger werden wird als momentan geschätzt, da derartige Sparmöglichkeiten in der Kostenkalkulation noch nicht berücksichtigt worden sind.

Wenn das Breitbandnetz fertiggestellt ist, muss in einer europaweiten Ausschreibung ein Betreiber ermittelt werden. Der Rhein-Neckar-Kreis und der Landkreis Karlsruhe haben in einer Kooperationsvereinbarung festgelegt, nach einem gemeinsamen Betreiber zu suchen. So versucht man das Netz auch für größere Investoren reizvoll zu machen. Außerdem gilt als Faustregel: Je größer das Netz, desto günstiger die Kosten für den einzelnen Abnehmer.

Umstieg alternativlos?

Langfristig ist die Investition laut Rhein-Neckar-Kreis auch aus finanzieller Hinsicht lohnenswert: Da das Netz an Betreiber verpachet wird, ist auf Dauer mit Erträgen zu rechnen. Diese sollen schließlich an die Gemeinden im Zweckverband ausgezahlt werden. Konkrete Zahlen oder auch nur ungefähre Größenordnungen wurden hierzu jedoch nicht genannt.

Der Gemeinderat sprach sich grundsätzlich für den Ausbau aus. Die hohen Investitionskosten seien zwar „bitter“, aber wenn die Stadt „weiterhin attraktiv für Familien und Kinder“ und „zukunftsfähig bleiben“ wolle, sei die Aufrüstung im Zweckverband wohl die beste Gelegenheit, die sich bietet, sagte unter anderem Fritz Lüns (Freie Wähler). Wolfgang Zahner, Fraktionsvorsitzender der SPD, bezeichnete die Aufrüstung in seiner Stellungnahme sogar gleich vier Mal als „alternativlos“.

Der Beschluss, dem Zweckverband beizutreten, wurde schließlich einstimmig getroffen. Laut Verwaltung könne bei einem „günstigen Projektverlauf noch in der zweiten Jahreshälfte 2015“ mit dem Ausbau begonnen werden, die ersten Inbetriebnahmen sind für Ende 2015 angesetzt.

Über Minh Schredle

Minh Schredle (22) hat 2013 als Praktikant bei uns angefangen und war seitdem freier Mitarbeiter. Von Dezember 2014 bis August 2016 hat er volontiert. Ab September 2016 ist er freier Mitarbeiter bei uns.