Sonntag, 19. November 2017

Kommunalwahl: Grün-rot gibt alles

Die Neckarbrücke kommt 2016

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Edingen-Neckarhausen/Ilvesheim/Ladenburg, 01. April 2014. (red) Durch hohe unerwartete Steuereinnahmen ist seit gestern alles anders. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat sich zwar mit einem Nazi-Vergleich diskreditiert, aber seine Zahlen stimmen. 700 Millionen Euro Mehreinnahmen durch Steuern 214 Millionen mehr für Baden-Württemberg. Deswegen wird ein Projekt, das schon planfestgestellt ist, sofort umgesetzt – die neue Neckarbrücke.

Der Ilvesheimer Bürgermeister Andres Metz (SPD) konnte es nicht fassen: „Die neue Brücke bedeutet automatisch meine Wiederwahl.“ Damit ist seine Rente gesichert.

EdNe-BM Roland Marsch (SPD) hingegen meinte: „Ich habe keine Grundstücke in dem Gebiet und freue mich deswegen auch nur indirekt für den Kollegen.“ Der Ladenburger Kollege Rainer Ziegler (SPD) sagte: „Bis jetzt mussten die EdNe-Leute zu uns schwimmen, jetzt dürfen sie in die zivilisierte Welt fahren. Ich freu mich für die andere Seite, dass sie aufgewertet wird.“

Es gibt aber doch eklatante Änderungen – war die neue Neckarbrücke bislang einspurig geplant, kann man sie nun 2-spurig bauen. Plus Fahrradspur – darauf drängten die Grünen. Ob es eine gesonderte Spur für Rollatoren, so wie sich das Vertreter der Freien Wähler wünschen, geben wird, ist aber noch unklar Das hängt mit dem Querschnitt der Brücke zusammen. Bis fünf Prozent gelten Steigung auch für „Rollatoren-Rentner“ für „bewältigbar“. Darüber wird es teuer, weil die Einsätze für Sanitätsdienste bei erschöpften Rentnern dem Brückenbetreiber, also dem Land, in Rechnung gestellt werden.

Hans-Ulrich Sckerl, Grüner Landtagsabgeordneter, jedenfalls ist glücklich: „Diese Brücke ist ein echter Beitrag für den Klimaschutz. Weil es rollen wird, statt sich zu stauen. Wir bringen Mobilität in die Region – egal ob am Lenkrad oder am Rollator. Wobei wir allem ohne Verbrennungsmotor den Vorzug geben.“

Stinksauer hingegen ist der Seckenheimer Efrez Türk: „Nach intensiven Gespräche mit Herrn Wacker für die CDU war klar, dass diese Brücke nie gebaut wird. Ich fühle mich jetzt betrogen.“

Der Grund: Herr Türk hat in Seckenheim ein lukratives Geschäft aufgebaut. Wer in den Stau fährt, bekommt bis Ende ein vollständig gereinigtes Auto. Außerdem eine wechselnde Küche zu gepflegten Preisen sowie eine Pediküre. Alles im Auto, damit die Wartezeit sinnvoll genutzt wird.

Herr Türk: „Die neue Brücke gefährdet unsere Integration. Sie darf nicht gebaut werden, weil ich bei Tempo 100 niemandem die Füße machen kann.“

Vielleicht sollte er sein Geschäft an die Bergstraße verlegen – dort wird bald nur noch Tempo 30 gefahren.

 

 

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.

  • Günther Heinisch

    Hallo Hardy,

    sehr sehr gut. Wirklich Mühe gemacht. Aber das wird man dir übelnehmen wie ich unsere Heimat kenne… du Pälzer.

    Gruß
    Günther

  • Martin Wilh. Leidig, Ladenburg

    Hihi, der war wirklich gut. Ich bekam schon ’nen Schreck, dass meine geliebte Fähre dann demnächst weg ist … 😉

  • tillupp

    Habe diesen Artikel erschrocken erst am 10 Juni 2014 gelesen, und, weil nicht damit gerechnet, erst durch die Kommentare als Aprilscherz erkannt. Puuh, gerade noch einmal gut gegangen.